Archorbars Archiv

Aus Aloran Kompendium
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Die hier enthaltenden Informationen sind noch nicht für die Augen der Spieler bestimmt!


Liste der Zwergenkönige

  • König Barulos regierte von 90 v.J.P. bis 10 i.J.P.
  • König Djori regierte von 10 bis 110 i.J.P.
  • König Haldjori regierte von 110 v.J.P. bis 210 i.J.P.
  • König Grimbosch regierte von 210 v.J.P. bis 310 i.J.P.
  • König Varulos regierte von 310 v.J.P. bis 410 i.J.P.


Gründung von Olburg mit neuem König 89 i.J.P.

  • Oleric 218-250 (mit 37), 181-250 (Alter 77)
  • Wolfried 250-258 i.J.P. (mit 47), 203-258 (Alter 55)
  • Oleric II. 258-317 i.J.P. (mit 28), 231-307 (Alter 76)
  • Oleric III. 317-? i.J.P. (mit 50), 267-? (Alter )


Liste der theranischen Kaiser

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Captain Jeto „der Lord“, Tuuram Dargel, Gaschnig, Kazan, Druan, Artach, Morved, Hanko, Wolforn


Mehr als 15-facher Mord (6 Lichtträgern, 8 Magiern, eine Dienerin und etliche Todesopfer der Großbrände) und in mindestens 8 Fällen gefährliche Brandstiftung, wodurch etliche Bürger schwer verletzt wurden oder zu Tode kamen.


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Der Gnathoseloda (Daemonius-minorus-custodis Gnathoseloda) ist eine mächtige Dämonenart und gehört zum Gefolge vom Herrn der Zwänge Nystorath.

Diese Art wird von Illithiden eingesetzt, um Arbeitssklaven zu bewachen und Befehle weiterzuleiten. Sie haben mentale Fähigkeiten und können den Willen ihrer Gegner unterwerfen.


Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Kopf: Haiförmiger Schädel mit hypnotisch schillernden Glubschaugen, großes Maul mit spitzen, scharfen Zähnen, Dornenkamm auf dem Schädelrücken, langer, beweglicher Hals, welcher dem Kopf ermöglicht, in jede Richtung zu blicken und zu schnappen

Rumpf: Bulliger Oberkörper mit drei Tentakel-Armen, krallenbewehrt, raue und scheuernde Haut mit sich bewegenden Dornen,

Unterleib: Drei wurmartige Tentakel von gut zwei Schritt dienen zur Fortbewegung an Land und im Wasser.

Spielwerte

Attribute und Basiswerte
Mut 22 Lebensenergie 75
Klugheit 12 Ausdauer 80
Intuition 12 Magieresistenz 10
Charisma 9 Astralenergie -
Fingerfertigkeit 10 Attacke-Basiswert 10
Gewandheit 13 Parade-Basiswert 9
Konstitution 19 Rüstungsschutz 5
Körperkraft 16 Initiative W4 + 14

Ein Tentakel wird ab 13 TP abgeschlagen.

Sonderfertigkeiten: Mentaler Einfluss

Bei der Begegnung mit dem Dämon muss eine Willenskraftprobe +3 abgelegt werden und die weitere mögliche Erschwernis für jeden Charakter definiert seine Anzahl an Runden, nach welcher erneut eine Willenskraftprobe abgelegt werden muss, welche nun um die Anzahl der Runden erschwert ist.

Bei nicht bestehen hört das Opfer eine „Stimme“ in seinem Inneren, welche ihm befiehlt, 1-10 seine Freunde anzugreifen, 11-20 sich im kniehohen Wasser zu ertränken (bei der ersten Schadensrunde des Ertrinkens darf erneut mit gleicher Erschwernis gewürfelt werden).

Angriffswerte
Waffe AT Art TP
Maul 15 Biss 2W6+2
Arm 16 Schnitt 1W6+8
Tentakel 14 Wucht 1W6+4


Archorbars Plan

Auf der Suche

Nachdem Barildis und Karastan die letzte Plage nicht aufhalten konnten, wollte Rock nicht aufgeben, weiter nach einer Möglichkeit zu suchen, um die immer wiederkehrende Invasion aus den tiefen Abyssia aufzuhalten. Nachdem also die dritte Plage endete und die letzten Dämonenscharen aus Barsaive vertrieben wurden, verließ Archorbar seinen Lichtträgerorden und Barsaive für einige Jahre und suchte in der ganzen bekannten Welt nach einer Rettung vor der drohenden Finsternis. Nachdem das Ausmaß der letzten Plage sich erschreckend erweitert hatte, wusste der uralte Obsidianer, dass die Zeit nun knapp und eine vierte Plage vermutlich ganz Aloran betreffen und sich über eine Zeitspanne erstrecken würde, welche die kurzlebigen Menschen niemals überstehen könnten.

Archorbar reiste deshalb lange durch Aloran und beschäftigte sich intensiv mit den alten Mythen über die erste Urplage, als Usiel die Dämonen nach Gea lockte und die Schöpfung der Archonten damit aus seinem goldenen Zeitalter riss. Um das Geheimnis zu lüften, welches sich hinter der Errichtung der Schwelle und damit der Rettung Geas vor den Streitkräften Abyssias in der Vorzeit verbarg, suchte er viele alte Heiligtümer und weise Elben auf, die ihn jedoch alle nicht weiterhelfen konnten.

Im alten Munas hörte er von den menschlichen Druiden jedoch von einem alten Heiligtum nahe der alten balmarischen Stadt Lis. Früher gab es dort viele Ansiedlungen von Elben, doch nachdem die Menschen die Herrschaft über Aloran erlangten, verließen sie ihre alten Stätten und zogen in den Süden in Richtung Talon Lethiel und in die alten Elbenwälder.

Dieses alte Heiligtum bei Lis sollte laut den Geschichten der Druiden eine Prophezeiung über das Ende der Welt bewahren, welche die Elben vor Jahrtausenden dort niederschrieben. Ohne wirklich mehr über diesen Ort zu wissen, begab Archorbar sich also nach Lisinien. Als er schließlich bei dem Heiligtum eintraf, empfing ihn ein Zirkel von Druiden, welcher seit Jahrhunderten über diese Stätte wachte. Sie waren geehrt von dem Besuch des Obsidianers und ihr Vorsteher verkündete Archorbar, dass sie bereits auf ihn gewartet hätten.

Tyellúme

Sie zeigten ihm das Heiligtum Tyellúme, welches sich in einer unterirdischen Höhle befand. Dort gab es eine Tür, auf welchem ein Obsidianer und viele Elbenschriftzeichen abgebildet waren und welche noch nie geöffnet worden war. Die Druiden erzählten, dass laut den alten Sagen der Elben nur ein Wächter Alorans fähig wäre, Eintritt zu erhalten. Archorbar erhob daraufhin seinen steinigen Arm und berührte die alten Steinritzungen auf der Tür und anscheinend schien er ganz genau zu wissen, was er zu tun hatte. Die Druiden waren beindruckt und plötzlich zerfiel die massive Steintür vor ihren Augen zu Staub.

Archorbar hatte eine Kammer freigelegt, in welcher er eine ganze Reihe von alten Elbenartefakten fand. Auf diesen war die Geschichte vom Ende der Welt aufgeschrieben und er erfuhr davon, dass die Menschen Alorans die Fehler Usiels wiederholen würden und einen großen Krieg mit Abyssia und dem mächtigen Verijgorn selbst anzetteln würden. Aus Machtgier und Eitelkeit würden sie der Schwellengöttin Enodia, die eine Schöpfung der Archonten war, eine klaffende Wunde zufügen und ihre Macht als Hüterin Geas wäre damit gebrochen. Dreimal würde es noch gelingen, diese Wunde vorübergehend zu heilen, jedoch wird sie weitereitern und immer wieder neu aufbrechen, bis die Kraft der Göttin aufgezerrt sei und sie sterben müsse. Dann wird eine vierte Verderbnis auf der Welt ausbrechen, die den Verijgorn zurück auf die Erde ruft und sich in die Ewigkeit erstrecken wird. Gea wird dann erneut zu einem Schlachtfeld in dem alten Krieg zwischen abyssischen Dämonen und den celestischen Gottheiten und die Welt wird dabei verwüstet und alles Leben ausgelöscht.

In dem Wissen, dass eine vierte Plage bereits bevorstand, waren diese Erkenntnisse für Archorbar alles andere als hoffnungsstiftend. Nichts wies daraufhin, dass es eine Möglichkeit geben wird, die Göttin der Schwelle wieder zu heilen oder ihre Macht zu erneuern. Archorbar untersuchte die alte Kammer weiter und fand eine versteckte, große Opferschale und einige alte Elbeninschriften, die darauf hindeuteten, dass hier ein sehr altertümliches Blutritual durchgeführt werden muss, wenn das Heiligtum sein letztes Geheimnis preisgeben soll. Dazu stand verkündet, dass derjenige, der sein Blut opfern wird, einen Einblick in das wahre Wesen der Menschheit erhalten wird.

Archorbar erfuhr außerdem aus den alten Schriftzeichen, dass nur das Blut eines Menschen dem Ritual dienlich sein konnte und wandte sich hilfesuchend an die Druiden. Diese zeigten großen Respekt vor dem uralten Blutritual und die alten Männer zögerten kurz mit ihrer Antwort. Da meldete sich jedoch der Druidenlehrling Pyrrhon zu Wort und verkündete, dass er bereit sei, sein Blut für den Obsidianer und die alte Prophezeiung über das Ende der Welt zu opfern.

Die alten Druiden wollten ihren Schüler eigentlich von dieser Tat abbringen und jemand anderen bestimmen, doch Pyrrhon überzeugte sie, dass er der gesundheitlich stärkste und mit weitem Abstand der jüngste unter ihnen sei. Außerdem sei er noch kein ausgebildeter Druide und falls er bei dem Ritual stirbt, sei er für die Gemeinschaft kein so großer Verlust wie einer seiner erfahrenen und altgedienten Meister.

Archorbar und die Druiden waren beeindruckt von dem Mut und der Aufopferungsbereitschaft des jungen Mannes und sie gestatteten ihm das Ritual durchzuführen. Dazu musste er die Schale mit seinem Blut füllen und dabei ein uraltes Lied der Elben singen. Dies alles führte dazu, dass sich in der Kammer ein weiterer Raum öffnete, jedoch hatte das Geschehen eine fatale Wirkung auf den tapferen Pyrrhon. Er wurde von einem alten Elbenfluch ergriffen, welcher ihn schonungslos mit allen Abgründen und zerstörerischen Kräften seiner menschlichen Seele unvorbereitet überfiel. Für den idealistischen und gutgläubigen Pyrrhon war dieser geballte Akt der Selbsterkenntnis zu viel und er brach in einem Schockzustand zusammen. Archorbar konnte ihm ebenso wenig helfen, wie der Druidenzirkel und sie mussten mit Ansehen, wie der aufgeweckte Druidenschüler seinen Verstand verlor und dem Wahnsinn verfiel.

Trotz der dramatischen Auswirkungen für Pyrrhon hatte das Ritual jedoch sein Ziel erreicht und in der sich neu offenbarten Kammer fand Rock schließlich eine magische Tafel, dessen Form in der Silhouette eines Drachens gefertigt war. Diese war mit vier Tiersymbolen verziert: einer Spinne, einem Löwen, einem Falken und einem Greif. Archorbar wusste vorerst nichts mit diesem Artefakt anzufangen und nahm es für spätere Nachforschungen mit der Erlaubnis der Druiden an sich.

Bevor Archorbar abreiste, bemühte er sich jedoch zuerst dem verfluchten Pyrrhon zu helfen. Dieser war vollkommen verstört und konnte es nicht mehr ertragen, unter anderen Menschen zu sein. Die alten Elben hatten ihn dazu verflucht, nur noch die seelischen Abgründe und Gefahren in ihnen wahrzunehmen und versuchten damit wohl eine Mahnung an die in ihren Augen gefährliche und unberechenbare, junge Rasse auszusprechen. Sein einstiger Glaube und seine Hoffnung in die Menschheit waren damit zerstört und niemanden gelang es, diesen Fluch aufzuheben. Schließlich fiel er aus lauter Hoffnungslosigkeit in einen tiefen Schlaf, aus dem er nicht mehr aufzuwachen drohte. Kein Magier, Priester oder Heiler konnte etwas an seinem Zustand ändern.

Pyrrhon Rettung

Archorbar beschloss deshalb, Pyrrhon zu den Elben zu bringen und da sein Fluch durch einen Blutzauber ausgelöst wurde, entschied er sich dafür, den Sterbenden zu Alachia in den Blutwald zu bringen. Er reiste so schnell er konnte und Pyrrhons Lebenskräfte waren durch den langen Schlaf schon beinahe aufgezerrt.

Alachia gelang es tatsächlich Pyrrhon zu retten. Durch einen erneuten Blutzauber konnte sie ihn aus seinem todesähnlichem Zustand befreien und verhindern, dass er ganz in der Hoffnungslosigkeit des Fluches versank. Diese Prozedur hinterließ jedoch Spuren und Pyrrhon musste einen Teil seiner Menschlichkeit aufgeben, um weiterleben zu können. Zwar gelangte er durch diese Erfahrung zu einer erweiterten Sicht und Weisheit, jedoch fühlte er sich seitdem den anderen Menschen zumeist fremd und empfand sich nicht mehr zu ihnen zugehörig, als ob es zwischen ihnen und ihm eine unsichtbare Blockade gebe. Alachia teilte ihm außerdem mit, dass er am Ende seines Lebens einen weiteren Preis für seine Heilung zahlen müsse, da sein Blut nun für immer von dem Fluch der Elben gezeichnet sei.

Als Archorbar von Pyrrhons Rettung erfuhr, war er für einen Obsidianer emotional sehr bewegt, da er sich schließlich für das Schicksal des jungen Balmarers verantwortlich fühlte. Pyrrhon bemerkte die Erleichterung des Obsidianers und teilte ihm niemals mit, welchen Preis er für seine Heilung in Kauf nehmen musste.

Archorbar bot Pyrrhon an, ihn zurück nach Lisinien zu seinen Lehrmeistern zu bringen, jedoch zog er es vor, in Barsaive zu bleiben. Die Geschichten über das Ende der Welt, die Plage und dessen Ursprung in diesem unbekannten Land ließen ihn nicht mehr los und er wollte Archorbar auch zukünftig dabei helfen, die Apokalypse abzuwenden.

Pyrrhon ging mit Archorbar nach Märkteburg, wo er zuerst große Schwierigkeiten hatte, sich wieder unter Menschen einzuleben. Er lernte die fremde Sprache jedoch sehr schnell und fand schließlich bei den Brüdern des Mynbruje ein Zuhause, da sie den balmarischen Druiden am ähnlichsten waren. Er blieb viele Jahre im Tempel in Märkteburg und seine gute, imperiale Bildung öffnete ihn bei seiner Ausbildung so manche Tür. Jedoch kam Pyrrhon immer noch sehr schlecht mit Menschen zurecht und zog sich immer mehr in die Arbeit eines Gelehrten und Philosophen zurück. Schließlich wanderte er durch Barsaive und ließ sich auf Archorbars Rat hin bei dem beschaulichen Kronstadt nieder, wo er eine kleine Kapelle errichtete und Ruhe in der Abgeschiedenheit auf dem friedlichen Land fand.

Alachias Visionen

In der Zwischenzeit hatte Alachia das Artefakt aus dem lisinischen Heiligtum zu ergründen versucht. Als Archorbar es ihr zeigte, spürte sie gleich, dass sich etwas Wichtiges hinter ihm verbirgt. Als sie es eines Tages in der Hand hielt und über es nachdachte, wurde sie plötzlich von einer Vision heimgesucht (es war der Tag von Henks Geburt). In dieser sah sie die Geburt von vier Menschen und konnte sogar das örtliche Umfeld bestimmen. Zuerst sah sie ein strahlendes Gebäude auf einer Klippe über dem Arasmeer und eine Mutter mit geheimnisvollen, türkisblauen Augen. Als zweites sah sie eine Burg in den Sümpfen von Trosk und eine Mutter, die einen … (Symbol von Familienwappen von Wallenrode) um den Hals trägt. Dann sah sie ein Schiff auf dem offenen Meer und eine Mutter mit mandelförmigen Augen. Als letztes sah sie eine Insel im Arasmeer und eine Mutter, die in den Wehen stirbt. Über den Zeitpunkt der Geburten konnte Alachia jedoch keine Hinweise erhalten.

Archorbars Suche nach den Auserwählten

Als erstes konnte Archorbar die Burg in den Sümpfen ausmachen und wurde auf die Familie von Wallenrode aufmerksam. Dies war einige Jahre vor Adarians Geburt, aber von diesem Zeitpunkt an beobachtete Archorbar persönlich die Geschichte der Familie und den Werdegang der beiden Söhne.

Vermutlich wird Adarian sich nicht mehr daran erinnern, aber als er ein kleines Kind war, hat er Archorbar bereits einmal kennengelernt. Adarian war noch keine 10 Jahre alt, als er sich bei einem Jagdausflug mit seinem Vater und Onkel Egeil im Wald verlief. Die Männer hatten ihn nur kurz aus den Augen gelassen und Adarian nutze seine Gelegenheit, um den Wald auf eigene Faust zu erforschen. Dabei geriet er in das Revier einer Wildsau, welche gerade ihre Ferkel hütete. Diese versuchte Adarian zu vertreiben und rannte mit voller Wucht auf den Jungen zu. Adarian sah sie und anstatt auszuweichen, stellte er sich der Wildsau todesmutig in den Weg, da er ihre Gefährlichkeit nicht einschätzen konnte. Archorbar griff deshalb ein und bevor die Sau ihn rammen konnte, hob er den Jungen mit seinen gewaltigen Händen in die Höhe, so dass die Sau ins Leere lief. Dann trug er ihn zurück zu seiner Familie, setzte ihn in der Nähe ab und verschwand dann. Adarian wird diese Begegnung wie ein Tagtraum vorgekommen sein.

Als der Krieg endete und die theranischen Botschafter nach Barsaive kamen, war auch sehr schnell offensichtlich, wo das strahlende Gebäude am Arasmeer liegt. Archorbar musste sehr schmunzeln, als er erfuhr, dass dieses in direkter Nähe zu Pyrrhons kleiner Kapelle gebaut wurde. An einen Zufall glaubte er nicht und ihm wurde bewusst, dass Pyrrhons Rolle im Rahmen dieser alten Elbenprophezeiung noch nicht beendet war. Der Botschafter bekam schließlich einen Sohn und eine Tochter und Archorbar gab Pyrrhon den Auftrag, gut auf diese theranische Familie aufzupassen. Pyrrhon selbst entwickelte eine sehr enge und persönliche Freundschaft zu der Familie, welche über Jahrzehnte bestand. Es erschien ihm auch wie eine göttliche Fügung, dass die Arbeit des Aequus indirekt das gleiche Ziel verfolgte, wie Archorbar, nämlich Aloran vor einer ewigen Plage zu retten.

Nach einiger Zeit machte Archorbar auch die Insel im Arasmeer ausfindig und erfuhr, dass vor einigen Jahren eine Mutter bei der Geburt ihres Sohnes gestorben sei und man erzählte ihm die Geschichte des „Hjaldingers“. Da dieses vermeintlich verfluchte Kind ausgesetzt wurde, verlor sich seine Spur schnell wieder und Archorbar musste die Suche aufgeben.

Am schwierigsten war es, das Schiff auf dem Meer auszumachen und von dem dort geborenen Kind gab es vorerst keinen Hinweis oder Spur. Als Archorbars alter Freund Pyrrhon jedoch eines Tages ein Findelkind auf seiner Türschwelle fand, welches mandelförmige Augen besaß, glaubte Archorbar nicht an einen Zufall, sondern erkannte das Kind aus Alachias Vision wieder. Er riet Pyrrhon, dieses Kind aufzuziehen und es auf eine große Aufgabe vorzubereiten.

Nachdem Pyrrhon von Octavias magischer Begabung erfuhr, informierte er Archorbar darüber, da diese ein Zeichen für etwas Wichtiges sein könnten. Dieser arrangierte ein geheimes Treffen zwischen Morea und Alachia, ohne dass Morea etwas von ihm selbst dabei mitbekam. Die Elbenkönigin begegnete ihr wie aus Zufall, als Morea mit Octavia auf den Kronstädter Klippen einen Spaziergang in den frühen und nebeligen Morgenstunden unternahm. Als Alachia Octavia erblickte, hatte sie kurz eine Vision und sah eine Spinne auf der Stirn des Mädchens. Sie sprach daraufhin mit Morea und riet ihr, Octavia nicht aus Barsaive fortzuschicken, da sie in Zukunft eine wichtige Rolle dort zu spielen habe. Octavia selbst hat dieses Erlebnis vergessen oder als Traum abgespeichert. Morea nahm die Worte der Blutelbin jedoch sehr ernst und überzeugte Aequus davon, dass Octavia in Barsaive bleiben kann und sie sich selbst um ihre magische Ausbildung kümmert.

Archorbar beobachtete über die Jahre deshalb vor allen die zwei ersten Familien und die Entwicklung ihrer Nachkommen. Als sich eines Tages die Schicksale dieser Menschen dramatisch veränderten und es ohne ein äußeres Einwirken zu der schicksalshaften Begegnung von Adarian und Octavia kam, hatten sich zwei der Kinder aus Alachias Vision zusammengefunden.

Die Drachentränen

In dem Moment, als Adarian Octavia im lachenden Gaukler zum ersten Mal sah und ansprach, wurde Alachia in ihrem Palast zeitgleich von einer gewaltigen Vision überflutet. Sie sah plötzlich das Gesicht der uralten Firnelbin Nesta'caim vor sich. Diese sprach:

Nur durch die Drachentränen, kann Usiels Seele aus seinem Kerker gerettet werden.

Daraufhin zeigte Nesta'caim Alachia die Ruinen der eisigen Festung des Verijgorns im Norden und in einer Vision konnte Alachia erkennen, wie eine alte Opferschale mit dem Blut von vier Menschen gefüllt wurde, woraufhin sich Usiel aus seinem Gefängnis befreien konnte.

Alachia kannte die alten Geschichten aus dem Norden und von dem Ende der weißen Drachen, auch wenn sie selbst lange nach der Errichtung der Schwelle geboren worden war. Vor vielen Jahrtausenden haben die Elben und Zwerge versucht Usiels Seele zu befreien, welche am Ende des Goldenen Zeitalters von dem Verijgorn eingekerkert wurde, doch alle scheiterten. Schließlich hatte die Priesterin Nesta'caim eine Vision und sie sah mit Naudas Hilfe, dass es nur vier vorbestimmten Menschen möglich sein wird, den Drachen aus seinem astralen Gefängnis zu befreien.

Gemeinsam errichteten Elben und Zwerge daraufhin die alten Heiligtümer im Norden, welche den zukünftigen Helden den Weg zu Usiels Gefängnis weisen sollten und bereiteten ein aufwändiges Ritual vor. Dazu erschufen sie drei heilige Artefakte, welche durch die Unterstützung der Götter geweiht wurden und den auserwählten Menschen helfen sollten, die Seele des Drachens zu retten.

Die ersten Menschen auf Aloran waren jedoch wild und barbarisch und weder Zwerge noch Elben fanden einen konfliktfreien Kontakt zu ihnen. Sie waren unvernünftig und sahen in den alten Rassen lediglich Feinde und Konkurrenten und über all die Auseinandersetzungen gerieten Usiels Rettung und die Heiligtümer im Norden über die Jahrhunderte immer mehr in Vergessenheit. Die alten Rassen waren enttäuscht von den Nachfahren der Drachen und gaben die Hoffnung auf, dass die Menschen Usiel befreien und damit den alten Drachen wiederbeleben könnten. Viele von ihnen zogen sich daraufhin aus den immer kälter werdenden Norden zurück und überließen die heiligen Stätten und die Artefakte ihrem eisigen Schicksal. Einige der Elben zogen auch in das heutige Lisinien und errichteten dort das Heiligtum Tyellúme, welches die Prophezeiung vom Ende der Welt bewahrt.

Durch die Veränderungen des Klimas auf Aloran versank die alte Festung des Verijgorns, in welchem Usiels Seele eingekerkert wurde, schließlich völlig im Eis und kein Mensch wagte sich mehr in die lebensfeindliche Region. Nur wenige der Elben und Zwerge, welche die Heiligtümer errichtet und bewacht hatten, hielten ihren Glauben an die junge Rasse der Menschen aufrecht und blieben im Norden zurück, um über Usiels Seele zu wachen und auf die Auserwählten zu warten. Darunter sind vor allem die Firnelben zu nennen, welche bis zum Eintreffen der prophezeiten Helden am frostigen Ende der Welt fest entschlossen ausharrten und sogar der unbarmherzigen Kälte trotzen.

Archorbars Unterstützung

Archorbar entschied nach Alachias Vision, dass es nun an der Zeit sei, dass er diese zukünftigen Helden aktiv unterstützt, ohne ihnen etwas über die bedrohenden Prophezeiungen vom Weltende zu erzählen. Als Octavia und Adarian ihre Reise in den Servosdschungel antraten, begegnete er ihnen deshalb wie aus Zufall und versuchte sie bei ihren Entscheidungen nicht maßgeblich zu beeinflussen.

Er konfrontierte sie jedoch mit der alten Legende von Orilo und den Heldensagen von Barildis und Karastan, um die zukünftigen Helden darauf vorzubereiten, dass sie ein großes Schicksal zu tragen haben und um ihre Fähigkeiten und ihren Charakter zu testen.

Schließlich fanden auch die anderen beiden Helden von selbst zu der Heldengruppe und Alachia und Archorbar verstanden nun endlich, warum die Spur der anderen beiden so schwer zu verfolgen war. Nachdem mit Kenji die Gruppe vollständig war, bat er die Gruppe deshalb darum, die Drachentränen aus dem Norden zu holen. Er wusste selbst noch nicht genau, wie dieses Artefakt den weißen Drachen befreien, geschweige denn die Plage aufhalten sollte, aber er setzte volles Vertrauen in die Visionen Alachias.


Charaktergeschichte

Kindheit (681-685 n.A./311-315 i.J.P.)

Iustus wurde als Sohn theranischer Bürger geboren. Sein Vater war ein Verwaltungsbeamter und ein recht durchschnittlicher Theraner, der selbst keine großen Erfolge vorzuweisen hatte. Seine Familie war sehr unauffällig und für ihre Bodenständigkeit bekannt.

Iustus war körperlich ein zierliches, aber gesundes Kind und zeigte bereits im frühsten Alter Anzeichen von einer enormen geistigen Begabung. Er konnte schneller rechnen als alle anderen Kinder und schon lange bevor es ihm jemand beigebracht hatte. Er korrigierte Erwachsene und machte ihnen für die unterschiedlichsten Probleme derart intelligente und kreative Lösungsvorschläge, dass man ihm schon früh eine große Karriere als Gelehrtem oder Erfinder voraussagte.

Schließlich zeigte Iustus auch Anzeichen einer magischen Begabung und schien über eine fast angeborene Astralsicht zu verfügen. Schon als kleines Kind fragten sich die Erwachsenen oft, warum er manchmal stundenlang apathisch vor sich hinstarrte oder Dinge zu beobachten schien, die sonst niemand wahrnehmen konnte. Er schien die astralen Strukturen auch geradezu zu analysieren und schien Verbindungen zu ziehen und drückte diese sogar in Zahlen und Berechnungen aus, die niemand verstehen konnte.

Ausbildung an der Magierakademie (685-695 n.A./315-325 i.J.P.)

Als Iustus an die Akademie von Thera kam, fand er andere Menschen, die seinen Gedankengängen folgen konnten. Da Iustus seinen Altersgenossen geistig um Jahre voraus zu sein schien, kam er bereits mit 4 Jahren an die Akademie und studierte dort eifrig und wurde einer der jüngsten und begabtesten Magier in Thera

Militärzeit (695-716 n.A./325-346 i.J.P.)

Dienst in Lis (695-702 n.A./325-332 i.J.P.)

Mit 14 Jahren brach, wie für alle Theraner, auch für Iustus der Kriegsdienst an. Er wurde zum Schutzmagus ernannt und diente seine ersten Jahre in Lis, wo es immer wieder zu Unruhen durch Überfälle der Tuaither Barbaren kam. Seine Dienstzeit dort stellte sich als ruhig und ohne viele Kämpfe heraus und er hatte häufig die Gelegenheit an der alten Magierakademie in Lis zu studieren und erfuhr viel über die Magie der Balmarer und der untergegangenen Umêler.

Dienst in Virectum (702-714 n.A./332-344 i.J.P.)

Sieben Jahre später wurde er nach Virectum abkommandiert, da dort die Wüstenräuber große organisierte Angriffe auf die Stadt unternahmen. Sie wurden auch von wilden Wüstenorks unterstützt und ein guter Schutzmagier zur Unterstützung wurde benötigt. In Virectum lernte Iustus Elatus und Inanis kennen, jedoch hatten sie aufgrund ihrer Standesunterschiede nicht viel Kontakt miteinander. Iustus konzentrierte sich damals vorrangig auf die Verfeinerung seiner Schutzschilde und erwies sich als pflichtbewusster und konzentrierter Schutzmagus in allen Kampfsituationen. Wegen heldenhafter Ruhe und Bereitschaft im Einsatz wurde er mehrmals ausgezeichnet und viele seiner Kameraden behaupten, dass es nichts auf der Welt gibt, dass Iustus Konzentration stören könnte. Er soll sogar weitergezaubert haben, als ihm ein Ork der Räuber mit einer Wurfaxt beinahe den Brustkorb zertrümmert hatte. Iustus besitzt heute noch eine große Narbe an dieser Stelle und brach damals erst zusammen und senkte den Schutz über den Soldaten, als der letzte der Feinde besiegt und für seine Männer keine Gefahr mehr bestand. Er selbst ist jedoch sehr bescheiden und wird nur ungern auf seine Erfolge angesprochen und spielt sie meistens eher herunter.

Das Inanis-Desaster (713 n.A./343 i.J.P.)

Bei Inanis Versagen im Einsatz und der daraus resultierendem Katastrophe entstand die Freundschaft zwischen Iustus, Elatus und Augustus, die bis heute Bestand hat. Damals waren sie alle bei der Truppe, die von einer Räuberbande, vor der Inanis die Truppe hätte warnen sollen, überrascht und beinahe aufgerieben wurde (vgl. Bericht. Iustus war damals als Schutzmagus der Truppe von Elatus unterstellt und Augustus hatte seinen ersten Einsatz als junger Tribun und assistierte damals Elatus, um erste Erfahrungen zu sammeln. Gemeinsam versuchten sie ihre Männer gegen die einfallenden Räuber aufzustellen, jedoch kamen diese überraschend in der Nacht. Die Räuber überraschten die Männer im Schlaf, da diese sich auf die Warnung von Inanis verließen und sich deshalb in Sicherheit wägten. Das ganze wurde zu einem gigantischem Blutbad und die mitreitenden Orks auf ihren gepanzerten, schwarzen Schlachtstieren zermalmten die überraschten Männer noch in ihren Zelten. Auch Elatus gelang es nur knapp zu überleben, da Augustus ihn rechtzeitig in seinem Zelt gewarnt hatte und ihn mit seinen Schwertkünsten vor den Angreifern verteidigen konnte. Elatus, der zwar ein guter Stratege, aber ein eher durchschnittlicher Kämpfer ist, wäre ohne Augustus Hilfe damals zweifelslos von den blutrünstigen Räubern zerstückelt worden. Gemeinsam flohen sie aus Elatus Zelt suchten nach anderen Überlebenden. Sie fanden Iustus, der von Räubern umzingelt war und nur dank seines starken Schutzschildes noch am Leben war, jedoch in der Sachgasse saß. Augustus fackelte nicht lange und stürzte sich in den Kampf und rettete den Magus. Mit einer sehr geschickten Strategie von Elatus schafften die drei Männer es schließlich sich gegen eine Überzahl von Räubern zu behaupten und so lange gegen sie durchzuhalten, bis Verstärkung von den anderen Stützpunkten eintraf. Die Räuber konnten wieder in die Wüste zurückgedrängt werden. Außer ihnen haben diesen Angriff nur eine Handvoll Männer überlebt und für Iustus war dies ohne Frage eine seiner schrecklichsten Kriegserfahrungen. Danach galten jedoch alle drei Männer eine Zeit lang als Helden und wurden durch das gemeinsame Erlebnis zu treuen Freunden.

Iustus blieb noch drei weitere Jahre in Virectum und hatte mit Elatus und Augustus noch weitere Einsätze, in denen sie zu einem eingespielten Team wurden.

Augustus dunkle Seite (714 n.A./344 iJ.P)

Iustus hatte einen gemeinsamen Einsatz mit Augustus und ihnen gelang es einige der Ork-Räuber gefangen zu nehmen. Sie sollten sie verhören um herauszubekommen, wo sich ihr verstecktes Hauptquartier befindet. Hier musste Iustus erleben, dass der sonst so freundliche und charismatische Augustus plötzlich eine aggressive und herzlose Seite an sich offenbarte, die ihn etwas erschreckte. Einer der Gefangenen, ein Ork, der bei dem Angriff auf das Lager viele Soldaten ehrlos im Schlaf erschlagen hatte, wollte nicht reden und beleidigte seine Verhörer am laufenden Band. Augustus ließ sich von dem Gefangenen immer weiter provozieren und nachdem alle Schläge ihn nicht zum Reden brachten, begann er den Ork auf eine Art zu Foltern, die selbst im Theranischen Imperium als ungewöhnlich hart erschien. Augustus ließ den Ork an den Füßen in der prallen Sonne aufhängen und ließ ihm jede Stunde von einem Wachsoldaten einen weiteren Körperteil abschneiden, bis er spricht. Nachdem dem Ork bereits fast alle Finger und Zehen, beide Ohren und schließlich die Nase abgeschnitten wurde, war dieser immer noch am Verspotten und Fluchen und spuckte Augustus mit letzter Kraft seinen blutigen Speichel ins Gesicht. Augustus verlor daraufhin die Kontrolle und stieß sein Schwert dem Ork kurzerhand direkt in seinen Mund und spaltete mit einem gezielten Hieb seinen Schädel. Dabei verzog er nicht eine Mine und zeigte beinahe eine zufriedene Art von Genugtuung. Nach dieser Tat bekam Augustus eine Standpauke von seinem Vorgesetztem Elatus, der unnötige Gewalt strikt ablehnt und nicht fassen konnte, was er über Augustus Vorgehen gehört hatte. Außerdem sollten die Gefangen nicht getötet, sondern solange verhört und verwahrt werden, bis man etwas aus ihnen herausbekommt. Augustus musste wegen dieser Befehlsmissachtung ein disziplinarische Strafe antreten und wurde von Elatus zu fünf Peitschenhieben auf den Rücken verurteilt. Er hat noch heute die Narben davon.

Dienst in Funa (714-716 n.A./344-346 i.J.P.)

712 n.A. erhielt er schließlich ein Angebot, dass ihn nach Funa, in die alte Hauptstadt der Umêler und dem heutigen Zentrum der balmarischen Kultur, führte. Dort gab es immer wieder Probleme mit Überfällen von Erdelemetaren aus dem Sichelgebirge, die vermutlich von den Schamanen der Mokragg -Orks gelenkt wurden. Iustus kämpfte gegen einige von ihnen und entwickelte mit seiner Forschungsgruppe neue Modifizierungen der magischen Schilde, wodurch es ihnen gelang die Elementare in astralen Fallen festzusetzen und sie anschließend gefahrlos in den Astralraum zu verbannen.

Im Sichelgebirge kam Iustus jedoch auch mit anderen Bedrohungen in Kontakt und wurde zum ersten Mal mit Dämonen konfrontierte. Während die Magier ein Versteck in den Bergen für die Elementarfallen suchten, stießen sie auf ein uraltes Tunnelsystem, welches von einem dunklen Kult für ihre unheiligen Rituale genutzt wurde. Diese griffen die theranischen Magier sofort an und beschworen einige Dämonen, welchen viele der Magier zum Opfer fielen. Iustus überlebte knapp und konnte mit seinen Kameraden die Kultisten schließlich bezwingen.

Entdeckung eines dunklen Kultes (715 n.A./345 i.J.P.)

Die restliche Zeit, die Iustus in Funa verbrachte, verbrachte er mit Nachforschungen über die unbekannten Kultisten und erhielt auch einen offiziellen Auftrag dazu, da sich durch die Existenz eines dunklen Kultes viele Verbrechen in der Umgebung von Funa erklären ließen. Iustus fand heraus, dass einige angesehene Persönlichkeiten aus der Provinz unter den getöteten Kultisten waren und er mit seinen Ermittlungen vielerorts auf Ablehnung und Drohungen stieß und sich anscheinend viele ungelöste Geheimnisse um diese Kulthöhle rankten. Als schließlich sogar Hinweise auftauchten, dass der Statthalter selbst von diesem Kult gewusst haben soll und er versuchte ihn darauf anzusprechen, wurden Iustus Ermittlungen plötzlich durch neue Befehlen unterbrochen und er wurde plötzlich nach Durita versetzt, da seine Fähigkeiten bei dem Schutz der Orichalcumschürfstellen gegen die einfallenden Dämonen gebraucht wurden. Iustus hatte aber eher das Gefühl, als ob ihn jemand absichtlich von seinen Ermittlungen zurückgezogen hätte, damit er nichts über den unbekannten Dämonenkult offenlegt, was irgendjemanden - der und dessen Absicht ihn bis heute noch unbekannt ist - missfallen könnte.

Dienst in Duritia (716-717 n.A./346-347 i.J.P.)

In Durita war der Dienst sehr eintönig und dann wieder sehr hart, wenn es darum ging, die Dämonen zu bekämpfen. Die meisten Zeit verbrachte Iustus jedoch mit Warten und musste dabei miterleben, wie die Sklaven in den Schürfanlagen bis auf Blut gebeutelt und geschunden wurden. Viele taten ihm nicht im Geringsten leid, da er wusste, dass sie schlimme Verbrecher waren, aber der Sadismus der Sklavenaufseher brachte ihm menschliche Abgründe ans Licht, von denen er lieber nichts gewusst hätte. Iustus war schließlich froh, als er seine Dienstzeit hinter sich hatte und kehrte zügig in die Akademie von Thera zurück.

Forschungen in Thera (716-720 n.A./347-350 i.J.P.)

In Thera beschäftigte er sich weiterhin mit der Verbesserung der Schildmagie und verbrachte fast seine gesamte Zeit in seinem Experimentierzimmer. Iustus machte große Fortschritte bei der Erhöhung der Schutzwirkung gegen Zauber und vor allem auch dämonische Angriffe, wie er sie in Duritia häufig erlebt hatte. Jedoch konnte er sich nur auf seine theoretischen Berechnungen stützen, da Experimente mit Dämonen im ganzen theranischen Imperium streng verboten sind.

Ehe mit Calpurnia (718 n.A./348 i.J.P.)

Iutus heiratete Calpurnia, welche die Tochter eines Kollegen und weiteren Verwaltungsbeamten in Thera ist. Er war bereits seit seiner Kindheit mit ihr verlobt und als er seinen Militärdienst antrat, war Calpurnia noch nicht einmal geboren. Ein Altersunterschied von ca. 20 Jahren ist in vielen Ehen in Thera vollkommen normal. Iustus weigerte sich anfänglich zu heiraten, da er sich auf seine Studien konzentrieren wollte, jedoch ließen ihm seine Eltern keine Ruhe. So heiratete er Calpurnia und brauchte aber eine ganze Zeit, bis er sich seiner neuen Frau gegenüber gebührend verhalten konnte, da Iustus sehr schüchtern ist, wenn es um Frauen geht und er sehr schnell von ihnen eingeschüchtert ist.

Ich bin froh, dass mein Vater mich zu dieser Ehe gezwungen hat. Früher interessierten mich nur meine Forschungen, aber nun weiß ich, was es bedeutet, für jemand anderen zu sorgen. Dadurch habe ich gelernt, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt, als nur den eigenen Zielen zu folgen.

Calpurnia ist jedoch eine sehr einfühlsame Frau und schaffte es, dass der verschlossene Magus ihr gegenüber nach und nach auftaute und sie eine sehr enge Beziehung entwickelten. Schließlich wurde auch Iustus' erste Tochter Trebatia geboren, die sein ganzer Stolz und nun 1 Jahr alt ist. Sie ist auch sein größter Anreiz um den Bund von Utukk'Xul zu stoppen, da er seiner Tochter eine sichere Zukunft gewährleisten will.

Meine Tochter hat mir gezeigt, dass ich als Vater nun die Verantwortung für die folgenden Generationen trage. Ich würde alles für sie tun und wenn ich dafür sterben muss!

Iustus hat immer einen magischen Kristall dabei, welcher bei Aktivierung durch einen Zauber ein Illusionsbild seiner Familie erschafft. In Thera stand dieses immer auf seinem Arbeitsplatz in der Akademie, nun trägt er es bei sich.

„Meine Magie und meine Forschungen sind der Mittelpunkt meines Lebens. Jedoch würde ich für meine Familie alles sofort aufgeben!“

Zusammenarbeit mit Elatus (720-721 n.A./350-351 i.J.P.)

Nachdem er sich einige Jahre voll und ganz auf seine Arbeit konzentriert hatte, stand plötzlich sein alter Freund Elatus vor seiner Tür. Er wusste, dass dieser inzwischen ein einflussreicher Senator geworden war und dem Namen seiner Familie alle Ehre machte. Iustus fühlte sich von diesem Besuch sehr geehrt und hatte schon fast befürchtet, dass ein Mann aus einer der kaiserlichen Familien einen kleinen bürgerlichen Magus wie ihn mit Sicherheit vergessen hätte. Elatus behandelte ihn jedoch ohne Überheblichkeit und suchte Hilfe bei Iustus, da er gehört hatte, dass dieser inzwischen zu einem der wenigen Magier in Thera geworden war, der sich auf dämonische Bedrohungen spezialisiert hatte. Elatus erzählte ihm schließlich, dass er gerade aus Barsaive zurückgekehrt sei, wo er die Schwester von Augustus geheiratet hatte. Er berichtete ihm von dem dunklen Kult und suchte Hilfe, da er davon ausging, dass dieser eine Gefahr für ganz Aloran werden könnte.

Die beiden Männer beschlossen zusammenzuarbeiten und Iustus bekam von der Magierakademie dafür die Zustimmung. Gemeinsam gelang es ihnen einen bekannten Senator der dunklen Magie zu überführen und eine Verbindung zu dem Bund von Utukk’Xul herzustellen. Sie sorgten mit dieser Enthüllung für großes Aufsehen, jedoch schenkte man ihnen wenig Glauben, dass ein organisierter Kult existiert, der von Barsaive aus seine Fänge bis nach Thera ausstreckt.

Einen großen Erfolg hatten Iustus und Elatus schließlich zum Erdfest 721 n.A./351 i.J.P., als es ihnen in Travar gemeinsam mit den Helden gelang, Mordem Blandera und Quintus Minucius zu überführen. Nachdem sie nach Thera zurückkehrten, glaubte die Mehrheit der Senatoren auch an die Existenz des dunklen Bundes und sie erhielten endlich weitreichende Unterstützung, müssen sich seitdem jedoch auch mit vielen Gegnern und Zweiflern auseinandersetzen.

Persönlichkeit

Iustus ist ein sehr konzentrierter, gewissenhafter und ernster Mann, der fast beinahe vollkommen leidenschaftslos zu sein scheint. Er ist ruhig, introvertiert und interessiert sich für gewöhnlich nur selten für anderen Menschen. Fast nie zeigt er Emotionen und wirkt immer absolut kontrolliert und geistig hoch präsent. Er ist hochbegabt und besitzt eine überragende Intelligenz, ist jedoch weder arrogant, rechthaberisch oder belehrend. Er nimmt sich lieber still zurück und hasst es im Mittelpunkt zu stehen. Er tritt sehr kühl und distanziert auf und wirkt auf die meisten Menschen eher unscheinbar und unauffällig. Iustus fühlt sich am wohlsten, wenn er allein oder unter einigen wenigen Freunden ist, denen er voll und ganz vertraut. Ansonsten fällt es ihm sehr schwer sich anderen gegenüber persönlich zu öffnen und es dauert immer eine Weile, bis er sich authentisch und entspannt gegenüber anderen zeigen kann. Er wirkt dadurch im privaten Rahmen häufig etwas hölzern und unbeholfen, beobachtet man ihn bei seiner Arbeit oder im Kampf ist er immer hochkonzentriert und durch nichts abzulenken. Gerade in Kampfsituationen weicht alle Unsicherheit von Iustus und er wirkt knallhart und unerschrocken selbst in den schlimmsten Situationen. Er ist fleißig, wissbegierig und würde für neue Erkenntnisse einiges in Kauf nehmen.

Iustus steht hinter den theranischen Tugenden und versucht sich als notwendige Konventionen zu ehren und zu achten. Er ist sehr pflichtbewusst und würde niemals seine Befehle oder Aufgaben vernachlässigen. Er besitzt quasi keine rebellische Ader und hat große Probleme damit, sich gegen Obrigkeiten aufzulehnen oder seine Meinung gegenüber Autoritätspersonen durchzusetzen. Er achtet auch alle Standesunterschiede und hat großen Respekt vor den Angehörigen der Nobilität.

Als Freund ist Iustus ein zuverlässiger und Treuer Gefährte, der ohne zu zögern sein Leben für jemand anderen geben würde.Er ist zwar nicht besonders humorvoll, besitzt jedoch in manchen Momenten einen sehr trockenen und einschlagenden Humor. Er ist immer bedacht, alle Menschen zu schützen, die er mag und seinen Beruf als „Schutz“-magus ist für ihn eine wahre Berufung. Für ihn gibt es nichts Schöneres, wenn er andere durch seine Fähigkeiten retten und schützen konnte, jedoch erwartet er dafür weder Beachtung noch Anerkennung oder Lob.

Beziehungen

Augustus

Da Augustus ihm in Obstitia das Leben rettete, fühlt sich Iustus noch immer tief in seiner Schuld und, auch wenn die beiden unterschiedlicher nicht sein könnten, verbindet sie eine echte Freundschaft. Zwar fällt es Iustus manchmal schwer, sich mit Augustus aufbrausendem Temperament anzufreunden, aber meistens zeigt er sich bei seinem wesentlich jüngeren Freund verständnisvoll und versucht ihm dabei zu helfen, umsichtiger und vorrausschauender zu werden. Seitdem er über Augustus Zeit als Principus Mortis weiß, ist er besonders besorgt um ihn und befürchtet, dass diese Zeit unauslöschbare Spuren bei ihm hinterlassen haben könnte. Er wird auch die Helden immer wieder dazu anhalten, besonders Acht auf Augustus zu nehmen und nicht zu unterschätzen, was damals mit ihm geschehen ist. Man könnte sogar behaupten, dass Iustus sich als persönlicher Beschützer von Augustus empfindet und versucht sich um ihn und seinen Gemütszustand so gut es geht zu kümmern.

Octavia

Iustus weiß, dass Octavias magische Fähigkeiten illegal sind und dies bereitet ihm immerwährende Probleme, da er seiner Pflicht als Magus nicht nachkommen und sie am Zaubern hindern kann. Er weiß zwar, dass sie nun eine Gesandte des Kaisers ist und vom sozialem Stand weit über ihm steht, jedoch wird er versuchen, sie und die anderen immer wieder dezent auf die Gefahren ihrer Fähigkeiten hinzuweisen. Er tut dies jedoch nie aus Rechthaberei, sondern weil er sich ehrlich Sorgen um das Wohl von Octavia und damit auch um Augustus und die anderen macht. Er wird auch versuchen ihr anzubieten, dass er sie ein wenig ausbilden kann, damit ihre Zauber „sicherer“ sind oder wird zumindest versuchen ihr ins Gewissen zu reden, dass sie auch das Leben ihrer Freunde mit ihrer unkontrollierten Magie in Gefahr bringt. Ansonsten hat er großen Respekt vor Octavia und ihrem Amt als Gesandte des Drachen. Als traditionalistischer Theraner ist es für ihn eine Ehre an der Seite einer Auserwählten zu reisen und er wird sie immer als eine religiöse Autorität betrachten. Außerdem wird er wissen, was Elatus über seine kurze Ehe und die Zeit mit Octavia gedacht hat und wird vielleicht mit ihm sogar über seine persönliche Meinung gesprochen haben. Iustus wird deshalb seine Meinung auch auf das stützen, was Elatus ihm über Octavia erzählt hat. Da er die drei Tage Ehe auch fast durchgängig begleitet hat, wird er Octavia auch von allen am besten kennen, da er sie bereits länger beobachten konnte, obwohl er wahrscheinlich nur selten bis nie mit ihr gesprochen hat.

Kenji

Kenji wird für Iustus als Questor keine große Bedeutung besitzen und er kann sich auch kaum vorstellen, welche Funktion die Priester in Barsaive besitzen. Ihn wird dies auch nur wenig interessieren und insgesamt wird er wenig Interesse an den Bräuchen in Barsaive zeigen. Jedoch wird er schätzen, dass Kenji für barsavische Maßstäbe ein kultivierter Mensch ist und man sich angenehm mit ihm unterhalten kann.

Adarian

Adarian wird für Iustus außerhalb des Kampfes nur wenig interessant sein und er hat vielleicht sogar etwas Angst vor dem großen, grimmigen Barsaver. Er weiß aber seine Kampfkraft zu schätzen und wird Adarian immer respektvoll begegnen und sich nicht anmerken lassen, dass er ihn eher furchteinflößend findet.

Henk

Iustus wird Henk gegenüber zuerst sehr skeptisch sein und sich über sein verwahrlostes Aussehen wundern und nicht wissen, wie er ihn einordnen soll. Henks lockere Art wird bei Iustus eher auf Verstörung stoßen und Iustus wird übermäßigen Genuss von Alkohol und andere Ausschweifungen eher empört wahrnehmen und es als Charakterschwäche deuten. Er wird jedoch beeindruckt sein, wenn er bemerkt, dass Henk ein Verständnis für Schlösser und Mechanismen hat und wird ihn darauf hinweisen, dass er fast das gleiche auf astraler Ebene anwendet.


Inhaltsverzeichnis

Die Geschichte von Augustus

Augustus Militärdienst

Augustus und Selina in Obstitia (711-712 n.A./341-342 i.J.P.)

Als Augustus 16 Jahre alt und in Obstitia stationiert war, besuchte er an der Seite seines Vorgesetzten und Onkels Silvius Insidiae häufig die Bankette der einheimischen Adeligen, um gute Beziehungen zu den Provinzen zu pflegen.

Es kam deshalb häufiger vor, dass sie zu Besuch am Hof von König Oranemus III. waren, welcher damals der nach theranischem Recht eingesetzte König von Abritia war. Dieser war bekannt für seine Gastfreundschaft und seine feierlichen Anlässe galten überall als ein Höhepunkt der abritischen Kultur.

Augustus konnte diesen Feiern weniger abgewinnen. Er konnte noch nie wirklich viel mit gesellschaftlichen Anlässen anfangen und stand schon immer lieber auf dem Schlachtfeld, als auf der Tanzfläche. Er ließ diese Veranstaltungen deshalb still über sich ergehen und versuchte trotzdem eine gute Figur nach allen Regeln der Etikette abzugeben, damit er Silvius und Thera nicht in ein schlechtes Licht rückte. Jedoch änderte sich seine Abneigung gegen diese Besuche, als er eines Tages Selina, die jüngste Tochter von König Oranemus, auf einer dieser Veranstaltungen entdeckte. Als er sie das erste Mal sah, betrat sie gerade in einem wunderschönen, veilchenblauen Kleid den Festsaal und trug eine große, weiße Blüte in ihrem seidigen Haar, welches wie poliertes Ebenholz schimmerte und in sanften Wellen über ihre Schultern fiel. Ihre großen Augen strahlten in einem satten dunkelblau und erinnerten Augustus sofort an die Farbe des Nachthimmels. Ihr Gesicht war anmutig und fein geschnitten und ihre Haut war hell und schimmerte wie das Mondlicht.

Als er ihre hypnotische Schönheit so betrachtete, bemerkte er plötzlich, dass es bei dem Anblick dieses Mädchens in ihm wie mit einem Blitz einschlug. Er konnte seine Augen nicht mehr von ihr wenden und war ganz verzaubert von ihrer anmutigen und auch geheimnisvollen Erscheinung. Im Gegensatz zu vielen anderen adeligen Frauen wirkte sie weder blasiert oder selbstgefällig und zeigte sich in allen Situationen freundlich und natürlich.

Augustus war bewusst, dass es aussichtslos wäre, sie anzusprechen oder den Kontakt zu suchen, da er wusste, dass sie bereits einem anderen Adeligen aus Obstitia versprochen war und er selbst eines Tages nur eine Theranerin zur Frau nehmen könnte. Also beobachtete er sie in den folgenden Monaten bei weiteren gesellschaftlichen Anlässen still und heimlich aus der Ferne und versuchte seinen Drang sie anzusprechen, zu unterdrücken.

Eines Tages bekam er jedoch von Silvius den Auftrag eine Eskorte zu begleiten, um die Frau und die Töchter von König Oranemus bei einer Reise zu beschützen. Auf den Straßen gab es immer wieder Probleme mit Ork-Räubern und auch die Reisegruppe der adeligen Damen wurde schließlich mit einem hinterhältigen Angriff dieser Kriminellen konfrontiert.

Während des Kampfes, der von den theranischen Truppen schnell gewonnen werden konnte, kam es dazu, dass einer der Orks tatsächlich zu den Frauen in der Kutsche vordrang und es schaffte, Selina zu entführen. Jedoch gelang es ihm nicht zu entkommen, da Augustus sich ihm in den Weg stellte und den Räuber mit einem gezielten Hieb tötete. So konnte er Selina retten und kam zum ersten Mal mit ihr persönlich in Kontakt. Diese war ihm dankbar für die Rettung und war sehr beeindruckt von dem jungen, tapferem Theraner, dem sie nun ihr Leben zu verdanken hatte.

Während der weiteren Reise suchten beide immer wieder den Kontakt zueinander und Augustus stellte schnell fest, dass er für dieses Mädchen mehr empfand, als nur eine bloße Schwärmerei für ihre äußeren Reize, sondern er war vor allem fasziniert von dem tiefsinnigen und feinfühligen Wesen Selinas.

Beide wussten, dass eine Beziehung für sie ausgeschlossen war und sie hielten erst nur auf rein freundschaftlicher Ebene Kontakt, wenn sie sich bei den Banketten wiedersahen. Augustus wusste, dass es besser gewesen wäre, sich von ihr fern zu halten, jedoch fühlte er sich wie magisch zu ihr hingezogen. Auch dem scharfsinnigen Silvius fiel schließlich Augustus Verliebtheit in die Königstochter auf und er ermahnte seinen Neffen eindringlich, dass er sich sie zum Wohle aller aus dem Kopf schlagen muss.

Augustus schaffte es auch, sich zurückzuhalten, aber dies änderte sich, nachdem er bei seinem ersten, großen Kampfeinsatz in eine lebensbedrohliche Situation gelangte. Während der Kämpfe gegen die Orks, wurden er und einige Männer eingekesselt und es gelang ihnen nur mit großer Mühe, sie zu bezwingen. Der junge und noch sehr unerfahrene Augustus wurde in diesem Kampf schwer von einem Orkpfeil verwundet und dachte, dass dies nun sein Ende sein werde. Das letzte, was er im Sinn hatte, bevor er sein Bewusstsein verlor, war das schöne Gesicht von Selina und sein tiefes Bedauern, dass er ihr nie gesagt hatte, was er für sie empfindet.

Jedoch überlebte Augustus und als er sich von seinen Verletzungen erholt hatte, vergaß er all sein Pflichtgefühl und seine Erziehung und machte sich heimlich auf dem Weg zu Selina, um sie zu treffen. Er konnte sie im Garten ihres Palastes abfangen und bei einem geheimen Treffen gestand er ihr schließlich seine Liebe, die er nun nicht mehr verheimlichen konnte.

Selina erwiderte seine Gefühle und die beiden begannen eine verbotene Beziehung zu leben. Zuerst waren beide wie von Wolken getragen und Augustus konnte sein Glück kaum fassen, doch schließlich merkten sie, dass es immer schwieriger wurde, sich heimlich zu treffen und ihre Liebe vor der Welt zu verheimlichen. Jedoch war es keinem der beiden möglich, von dem anderen loszukommen und sie gingen viele Risiken ein, damit sie sich immer wieder bei heimlichen Treffen sehen konnten.

Eines Tages kam Selina zu ihm und war am Boden zerstört. Sie sagte ihm, dass der Termin für ihre Hochzeit nun feststehe und sie in absehbarer Zeit die Frau eines anderen Mannes sein wird. Augustus konnte diesen Gedanken kaum ertragen und wurde von Panik ergriffen. Ohne über die Konsequenzen nachzudenken, versprach er Selina, dass er mit ihr durchbrennen würde und sie irgendwo weit entfernt ein neues, gemeinsames Leben anfangen würden. Selina war einverstanden und beide schworen sich ewige Treue, bevor sie auseinandergingen. Dies war jedoch das letzte Mal, dass die beiden sich trafen und bis heute haben sie sich nie wiedergesehen.

Augustus wurde nach diesem Treffen nämlich von Silvius abgefangen, der ihn beobachten ließ und bereits alles über seine Pläne herausbekommen hatte. Augustus erhielt von ihm nun also eine gehörige Standpauke und ihm wurde bewusstgemacht, dass er gerade alles aufs Spiel setzte, was für einen theranischen Mann von Bedeutung ist, nämlich die Ehre und das Ansehen seiner Familie, seine vielversprechende Karriere und die politischen Beziehungen Theras zu der Provinz Abritia. Augustus zeigte sich zuerst unbeeindruckt und hätte alles für seine Liebste aufgegeben, bis Silvius ihm bewusstmachte, was die Entscheidung für ein gemeinsames Leben für Selina bedeutet hätte. Silvius machte deutlich, dass Selina ihre Familie nie wiedersehen und als Verräterin von ihnen wahrscheinlich gesucht würde, da man sie niemals gehen lassen könnte. Immerhin sei die Hochzeit zwischen ihr und ihrem Verlobtem ein wichtiges politisches Bündnis, von dem der Frieden in der Provinz abhinge. Augustus wurde dadurch bewusst, dass eine gemeinsame Zukunft bedeuten würde, dass sie ewig auf der Flucht sein würden und dass seine Selina wahrscheinlich ein hartes Leben in Armut und voller Entbehrungen drohe, in welchem sie vielleicht nie glücklich werden könnte oder in so große Gefahr gerät, dass sogar ihr Leben auf dem Spiel stehen könnte. Er begann deshalb daran zu zweifeln, dass er ihr eine glückliche und sichere Zukunft bieten könne und letztendlich kam er zu der Ansicht, dass er ihr das Leben nicht zumuten will, welches er ihr als einziges bieten könnte.

Augustus dachte lange nach und es brach ihm fast das Herz, aber er entschied sich schließlich dafür, Selina niemals wiederzusehen, damit sie selbst ein glückliches und behütetes Leben an der Seite ihres zukünftigen Mannes führen könne und nicht mit ihm in ein abgrundtiefes Elend fallen müsse. Die Vorstellung, dass Selina unter ihrer Entscheidung, alles für ihn aufzugeben, eines Tages leiden könnte, war für ihn nicht zu ertragen und da außer ihrem Wohl von nichts für ihn von Interesse mehr war, fällte er die härteste Entscheidung seines bisherigen Lebens.

Zu dem vereinbarten Treffen, bei welchem sie gemeinsam losziehen und ihre alten Leben hinter sich lassen wollten, erschien er deshalb nicht und blieb voller Trauer und Selbstzweifel bei Silvius zurück, der ihn immer wieder daran erinnerte, dass er das Beste zu dem Wohl des Mädchens getan hätte und sie bestimmt bald in ihrer Ehe ihr Glück finden wird.

Augustus war nach diesem Tag sehr niedergeschlagen und als er einen Tag später aus der Stadt hörte, dass die Hochzeit von Selina stattgefunden hatte und sie nun einem anderen Mann gehörte, brach für ihn eine Welt zusammen. Silvius, der damals noch ein halbwegs mitfühlender Mensch war und seinem Neffen ehrlich helfen wollte, sorgte dafür, dass Augustus nach Virectum versetzt wurde und so bei zukünftigen Banketten in Obstitia nicht mehr mit anwesend sein und Selina mit ihren neuen Gatten erleben musste.

Augustus litt noch lange unter dem Verlust dieser Beziehung und stürzte sich deshalb in seinen Dienst und seine Karriere, um auf andere Gedanken zu kommen. Er redete sich immer wieder ein, dass er die richtige Entscheidung getroffen habe und zum Wohl aller – und vor allem von Selina - gehandelt hatte. Auch nach außen hin vermittelte er Silvius gegenüber stets das Gefühl, dass er mit dieser Liebe abgeschlossen hatte und nun die Pflicht und die Karriere für ihm im Vordergrund stände. Jedoch fiel es ihm schwer, diesen Selbstbetrug auch emotional zu glauben und in Wahrheit ist er nie über Selina hinweggekommen. Selbst heute träumt er noch immer wieder von ihr und ertappt sich dabei, wie er an ihre wunderschöne, gemeinsame Zeit in Obstitia denken muss. Auch andere Frauen haben ihn seit damals wenig interessiert, da er nun alle Frauen mit Selina vergleicht und keine Interesse an oberflächlicheren Beziehungen hat. Er würde sich erst wieder für eine Frau wirklich interessieren können, wenn er einen so tiefen Zugang zu ihr finden könnte, wie er es bei Selina erlebt hat.

Ungefähr ein Jahr später hörte er davon, dass in Obstitia ein neuer Thronerbe geboren sei und Selina die Mutter eines stattlichen Jungen geworden war. Zwar traf Augustus diese Nachricht noch einmal wie ein brutaler Speerstoß mitten ins Herz, jedoch hofft er bis heute, dass wenigstens sie nun ein wenig Glück mit ihrer neuen Familie und als Mutter des zukünftigen Königs finden werde. Seit diesem Tag hat Augustus es auch geschafft, ein Stück weit mit der Tatsache abzuschließen, dass er nie mit ihr zusammen sein kann und dass es vielleicht einfach nicht ihr bestimmtes Schicksal war.

Dienst in Virectum (713-714 n.A./343-344 i.J.P.)

Nach einigen Jahren Dienst in Obstitia wurde Augustus schließlich nach Virectum abkommandiert, wo er die Grenzen gegen die wilden Orks zu sichern hatte.

Hier gab es sehr blutige Kämpfe und Augustus erlangte eine Auszeichnung nach der anderen, da er in jedem Einsatz großen Mut und Einsatzbereitschaft zeigte und vielen seiner Kameraden das Leben gerettet hatte. (vgl. > „Inanis-Desaster“ und "Augustus dunkler Seite" in der Biografie von Iustus)

Duell mit dem Orkhäuptling (714 n.A./344 i.J.P.)

Einmal kam es dazu, dass ein Stammeshäuptling der wilden, schwarzen Orks die Theraner zu einem Duell gegen ihren besten Mann herausforderte und wenn dieser gewinnen sollte, schworen die Orks damit aufzuhören, die Siedlungen entlang der Grenzen zu plündern und zu terrorisieren.

Natürlich wollten die Theraner nicht auf eine derart barbarische Lösung der Probleme zurückgreifen und jeder der Offiziere fand andere Ausreden, warum er sich nicht der Herausforderung stellt. Augustus meldete sich jedoch sofort freiwillig, da er die Kampftaktik des Häuptlings während anderer Gefechte bereits beobachten konnte und sich sicher war, dass er diesen durch etwas Geschick und Einfallsreichtum leicht besiegen könnte. Der Legat erteilte ihm unter Bedenken die Erlaubnis zu dem Duell und wies darauf hin, dass die Orks wahrscheinlich auch dann nicht ihr Wort halten werden, wenn er tatsächlich gewinnen sollte.

Niemand in der Truppe rechnete Augustus überhaupt eine Chance gegen den übergroßen und brutalen Ork aus und er wurde für lebensmüde erklärt, aber nach einem langen und harten Kampf gelang es ihm tatsächlich den Häuptling durch List und Schnelligkeit zu besiegen. Augustus überlebte mit schweren Verletzungen und trägt heute noch einige tiefe Narben von diesem Duell. Z.B. hat er eine große Narbe am Schlüsselbein, wo der Ork ihn beinahe mit seiner Waffe den linken Arm abgehackt hatte.

Die Orks waren so beeindruckt von dem kämpferischem jungen Theraner, dass sie tatsächlich ihr Wort hielten und sich in die Wüste zurückzogen und damit ihr Versprechen hielten. August wurde als Held gefeiert und erhielt von Kaiser Pacator eine Auszeichnung für besondere Tapferkeit.

Dienst in Nepa (715-717 n.A./345-347 i.J.P.)

Seine letzten Dienstjahre verbrachte Augustus in Nepa, einem ehemaligen Häuptlingssitz der grünen Orks. In diesem Dschungel hatten die Orks durch geschickte Angriffe bereits viele Legionen aufgerieben und drohten die Provinz Praesidien zurückzuerobern. Zum Schutz der balmarischen Kolonien, die sich inzwischen in dem Dschungel gebildet hatten, um diesen für das Theranische Imperium zu erschließen, wurde Augustus auf einen strategisch wichtigen Posten versetzt.

Harte Kämpfe gegen die Mokragg Orks (745 n.A./345 i.J.P.)

Augustus war durch viele heldenhafte Einsätze bereits als einer der besten Einzelkämpfer im Imperium bekannt und in dem undurchdringlichen Dschungel konnte er sein ganzes Geschick beweisen. Er machte mit seinen Männern das Versteck der aufständischen Orks ausfindig und konnte sie bezwingen. Auch hier tat er sich in mutigen Kämpfen hervor und konnte dafür sorgen, dass die Kolonisten ohne Angst weiterleben konnten.

Jedoch sah er hier auch die grausame Realität des Krieges und musste erleben, wie immer mehr Männer sinnlos gegen die Orks verheizt wurden. Die Kämpfe im Dschungel waren auch alles andere als ehrenhafte Feldschlachten, sondern er musste alle hinterhältigen Angriffe von der orkischen Guerillataktik miterleben und die schlimmsten Abgründe von Gewalt erfahren.

Gefangenschaft und Folter (717 n.A./347 i.J.P.)

In einer dieser Gemetzel wurde Augustus auch gefangen genommen und von den Orks verschleppt. Sie folterten ihn auf übelste Art und wollten ihn zwingen, taktische Pläne seiner Einheit zu verraten. Dazu ließen sie ihn wochenlang nicht schlafen, schlugen und prügelten ihn immer wieder und hielten ihn unter den schlimmsten Umstanden in einem kalten, nassen Loch, welches sie im Dschungelboden gegraben hatten, wie ein Tier gefangen. Damals wurden ihm auch zwei Seitenzähne ausgeschlagen, was man bemerken kann, wenn Augustus lächelt. Außerdem hat er viele kleine Narben aus dieser Zeit behalten.

Augustus blieb während er ganzen Folter standhaft und konnte sich schließlich sogar mit letzter Kraft selbst befreien. Seit damals besitzt Augustus einen enormen Hass auf die grünen Orks, die er, im Gegensatz zu den schwarzen, als unehrenhafte Monster kennengelernt hat, die weder Gnade noch Stolz kennen. Außerdem wurden die Foltermethoden der Orks für ihn später ein Vorbild, als er als Principus Mortis zu Silvius Foltermeister gemacht wurde.

Rückkehr nach Barsaive (717 n.A./347 i.J.P.)

Silvius hatte Augustus militärische Laufbahn mit großem Interesse und Einsatz verfolgt und ihn mit vielen Ratschlägen und wichtigen Kontakten geholfen. Deshalb erwirkte er auch, dass Augustus als sein Tribun abgestellt wurde und ihn in Barsaive zur Hand gehen sollte.

Augustus freute sich damals sehr, dass er in seine alte Heimat zurückkehren und von nun an häufiger seine Familie besuchen konnte. Außerdem betrachtete er Silvius als sein großes Vorbild, da dieser eindrucksvolle militärische Erfolge vorzuweisen hatte und war begierig darauf, alles von seinem Onkel zu lernen, was man als großer Feldherr wissen muss.

Tod der Familie (Astoar 717 n.A./347 i.J.P.)

Jedoch wurde Augustus Freude bei seiner Ankunft in Barsaive im Keim erstickt, da Silvius ihn sofort am 8. Astoar 347 i.J.P. nach Kronstadt holte und ihm von dem Tod seiner Familie berichtete. Aequus war gerade zwei Tage tot und wurde in seiner Residenz aufgebahrt bevor er nach Thera überführt wurde, als Augustus in seinem alten Zuhause eintraf. Er war zu tiefst erschüttert und nachdem er erfahren musste, dass auch seine Mutter und Schwester von den Attentätern aufs schlimmste geschändet gefoltert und ermordet worden waren, brach für ihn seine gesamte Welt zusammen. Silvius sparte dabei nicht mir den Details ihres qualvollen Todes.

Nachdem er dann erfuhr, dass die Attentäter die Leichen der Frauen angeblich über die Klippen ins Arasmeer geworfen haben, nahm er sich umgehend ein Boot und suchte selbst mit einigen Männern nach ihnen, damit sie in Thera eine würdige Bestattung nach alten Brauch erhalten können und ihre Überreste den Segen der Götter erfahren. Nachdem er jedoch verzweifelt die Suche aufgeben musste, kehrte er zu Silvius zurück und verlangte nach Rache für seine Familie.

Silvius hatte darauf bereits spekuliert und Augustus war in seiner Trauer nun soweit, alles zu glauben, was Silvius ihm erzählte. Sein Plan ging also auf und er hatte seinen Neffen dort, wo er ihn haben wollte.

Der Tod von Deron (2. Choar 347 i.J.P.)

Um zu testen, wie weit er für seine Rache gehen würde, ließ Silvius den Haussklaven Deron holen, den Augustus verhören sollte, da dieser angeblich mit den Attentätern kooperiert und sie heimlich in das Anwesen gelassen hatte. Augustus kannte diesen Mann schon sein ganzes Leben und da dieser als Hauslehrer quasi zur Familie gehörte, war er völlig perplex, dass er mit an dem Tod seiner Familie beteiligt sein sollte.

Silvius log jedoch und behauptete, dass er selbst gesehen habe, wie der Mann nach dem Attentat versuchte sein Verbrechen zu vertuschen. Augustus, der lange nicht mehr in Kronstadt war und nicht wusste, wie die Dinge in Wirklichkeit standen, glaubte Silvius und ging auf den Mann los. Er schrie ihn an und drohte ihm zu sagen, wer die Attentäter waren. Deron flehte seinen ehemaligen Herrn an und erinnerte Augustus daran, dass er ihn damals mit großgezogen habe und den Octaviern niemals schaden würde.

Silvius log Augustus immer weiter vor, dass Deron ein Lügner ist, der lediglich versucht, seine eigene Haut zu retten und stachelte die Wut seines Neffen mit giftigen Worten immer weiter an und empfahl ihm schließlich mit Gewalt die Wahrheit zu erzwingen.

Es dauerte einen Moment, bis Augustus sich dazu durchringen konnte, aber als Silvius ihn erneut daran erinnerte, was die Attentäter seiner Mutter und Schwester angetan hatten und ihm Einzelheiten ihres Todeskampfes schilderte, welcher angeblich von einigen Sklaven beobachtet worden war, verlor Augustus völlig die Fassung und begann in Rage Derons Kopf immer wieder auf die harten Marmorstufen des Atriums zu schlagen. Der Sklave wimmerte, flehte und beteuerte, dass er nichts mit dem Attentat zu tun gehabt hätte, aber nach einigen harten Schlägen war er still, da Augustus ihn in seiner Wut den Schädel gebrochen hatte.

Augustus stand danach unter Schock und war über und über mit dem Blut seines alten Freundes überströmt. Silvius gaukelte Trost und Verständnis vor und ermutigte ihn, dass sie die Attentäter auf andere Weise finden werden und sie ihre gerechte Strafe schon noch erhalten werden.

Rachepläne

Auch Spurius Iunius war damals zugegen und zeigte sich bestürzt und sagte dem jungen Mann seine ganze Hilfe bei seiner Rache zu. Er betonte immer wieder, was für eine grausame Tragödie sich abgespielt habe und die Barsaver nach all den Jahren des Friedens nun leider wieder ihr barbarisches und gewalttätiges Wesen gezeigt hätten.

Augustus ließ sich von den beiden erfahrenen Männern und ihren Lügen vollkommen einwickeln und hatte auch nur noch wenig Interesse daran, über die vielen Ungereimtheiten nachzudenken, die sich um das Attentat rankten. Für ihn lag der Fall nun auf der Hand und er hörte auf den Rat seines Onkels und Mentors.

Silvius hatte nämlich bereits eine Liste von Personen erstellt, die in Kronstadt als verdächtige galten und unterstellte ihnen eine Verschwörung gegen Aequus. Augustus bekam eine kleine Einheit mit Eliteeinheiten gestellt und sollte diese aufspüren und verhören.

Zuerst konnte er es kaum glauben, dass auch viele Ratsherren aus Kronstadt auf der Liste standen und er wunderte sich, warum sich das Verhältnis seines Vaters zu dem Rat so verschlechtert hatte, obwohl er nie von Konflikten oder anderen Problemen gehört hatte. Aber Silvius hatte Dank Spurius ein ausgefeiltes Netz an Lügen aufgebaut und sie brachten Augustus wirklich daran zu glauben, dass die Ratsherren sich im Auftrag einer geheimen, barsavischen Widerstandgruppe verschworen hätten, die sogar heimlich von Throal unterstützt werden soll und in ganz Barsaive operiert. Augustus war fassungslos und verspürte immer mehr Abneigung gegen Barsaive, obwohl er in diesem Land aufgewachsen und es eigentlich als zweite Heimat betrachtete. Also machte er sich auf den Weg und setzte Silvius Pläne um.

Die „Verhöre“ der kronstädter Ratsherren (2. Choar – 15. Choar 347 i.J.P.)

Er nahm viele unschuldige Kronstädter gefangen und ließ sie in dem Anwesen seiner Familie festsetzen. Dort befahl Silvius ihm sie zu foltern und weitere Informationen über die Attentäter zu sammeln. Augustus hatte zwischendurch immer wieder das Gefühl, dass etwas nicht stimmte, da anscheinend kein Beschuldigter etwas Hilfreiches zu wissen schien und selbst nach furchtbaren Folterungen gaben viele nur Falschaussagen und nicht nachvollziehbare Geständnisse von sich. Jedoch glaubte Augustus voll und ganz den Worten von Silvius, der immer wieder betonte, dass es nicht leicht ist, den Starrsinn der Barsaver zu brechen und dass sie härtere Methoden benötigen, wenn man etwas aus ihnen herausbekommen will. Also stellte Augustus alle Zweifel ab und die vielen erfolglosen Verhöre machten ihn in seiner Trauer und Verzweiflung nur wütender und er wurde immer skrupelloser bei seiner Suche nach der vermeintlichen „Wahrheit“.

Spurius war bei den Verhören häufig zugegen und führte angeblich Protokoll über ihre Arbeit. Wenn Augustus heute jedoch zurückdenkt, war dessen Anwesenheit bei den blutigen Befragungen eher von unterhaltsamen Interesse und er erinnert sich noch gut an die sadistische Genugtuung, die sich in Form eines finsteren und verkniffenen Grinsens auf seinem bleichen und angespannten Gesicht äußerte, wenn Spurius voller Genuss beobachten konnte, wie Augustus bei den Verhören seine Geduld verlor und zu den unmenschlichsten Foltermethoden griff. Manchmal verlor er auch völlig die Kontrolle über sich und es kam zu Toten bei den Folterungen. Dies geschah vor allen dann, wenn Augustus durch Spurius hetzerische Kommentare derart aufgebracht wurde, dass er voll und ganz in seinen Hass aufging. Spurius schien zu dieser Zeit bereits eine intensive Ausbildung an Augustus vorzunehmen und versuchte dem ehemals idealistischem jungen Mann jegliches Mitgefühl und Gewissen auszutreiben.

Augustus stand zu dieser Zeit eher neben sich und erlebte all seine Greultaten eher wie in einer unwirklichen Trance und war komplett verblendet durch seine Rachegelüste. Anfänglich hatte er sich mit den Folterungen noch schwergetan und musste gegen sein Mitgefühl ankämpfen, doch nach einiger Zeit hatten die Beschuldigten für ihn jede Menschlichkeit verloren und er versuchte nur noch maschinell durch Drohungen und Schmerzen sie zu dem zu zwingen, was er von ihnen wollte.

Während Augustus den kronstädter Rat durch seine Verhöre dezimierte und die politische Stabilität der Stadt demontierte, erlangte Silvius die heimliche Kontrolle über Kronstadt und leitete die ersten Schritte ein, die schließlich dazu führten, dass Kronstadt sich unter Zwang dem Imperium anschloss und er den neuen Botschafter Vorax einsetzten konnte. Vorax erreichte dieses Ziel später damit, dass er es tatsächlich schaffte, dass sich die Ratsherren für den Tod von Aequus verantwortlich fühlten. Aus schlechtem Gewissen und der Ohnmacht heraus, dass sie den Theranern nicht effektiv bei den Ermittlungen helfen konnten, unterwarfen sie sich schließlich dem Imperium, nachdem Vorax zusätzlich die verbliebenen Ratsherren durch Bestechungen gefügig gemacht hatte.

Verfolgung der „Attentäter“ nach Lüderitz (Noar 347 i.J.P. – Myloar 348 i.J.P.)

Nachdem die Ermittlungen in Kronstadt schließlich immer noch keine Ergebnisse lieferten, verkündete Silvius schließlich, dass er von seinen Spionen erfahren habe, dass die Attentäter sich nach Lüderitz abgesetzt hätten. Im Namen des Theranischen Imperiums stellte er an Lüderitz die Forderung, die Mörder auszuliefern, da Thera sonst den Krieg eröffnen würde. Damit hatte Silvius sehr hoch gepokert, da er wusste, dass Kaiser Pacator wahrscheinlich nicht hinter ihm und seinen Rachefeldzug stehen würde. Jedoch hoffte er darauf, dass Lüderitz, welches selbstverständlich niemanden auszuliefern hatte, ihre Hilfe verweigerte und provozierte eifrig um die Herrscher in der Bergstadt gegen Thera aufzubringen.

Zeitgleich berichtete er dem Kaiser davon, dass die Attentäter einen großen Angriff planen würden und man einen erneuten Krieg mit Barsaive nur abwenden könne, wenn man die Keimzelle der Terroristen in Lüderitz mir einem Präventivschlag beseitigen würde. Nachdem der Kaiser eine Botschaft zu dem Zwergenkönig schickte und auch dieser, nachdem der Kriegsrat von Märkteburg durch Silvius Boten von der Existenz der Attentäter überzeugt wurde, erfolglos versuchte, den Rat von Lüderitz zur Vernunft zu bringen, sicherte er den Theranern zu, dass Lüderitz aus dem Bund von Throal ausgeschlossen ist, da auch in Barsaive niemand einen erneuten Krieg riskieren wollte. So gab Throal Lüderitz für den Feldzug von Silvius frei, welcher auf diesen Moment schon lange gewartet hatte. Schon lange träumte er von dem Ruhm, den er als Feldherr erlangen würde, wenn er es schafft, die uneinnehmbarste Stadt in Barsaive zu bezwingen.

Die Rüstung des Principus Mortis (22. Noar 347 i.J.P.)

Während der Vorbereitungen zu dem Feldzug nach Lüderitz kam Spurius bei Augustus mit einer besonderen Rüstung an, die Silvius für seinen Neffen bei ihm in Auftrag geben hatte und mit welcher er als Silvius rechte Hand einen Feldzug in Barsaive führen sollte. Diese war magisch und Spurius sagte, dass sie Augustus unbesiegbar machen wird. Als dieser den Panzer zum ersten Mal anlegte, spürte er nicht, dass er mit einem dunklen Zauber versehen war, der seinen eigenen Willen noch weiter abstumpfen ließ und ihn blind für alles andere als seine Rache machte. Außerdem fühlte Augustus sich unschlagbar und mächtig in dieser Rüstung und hatte das Gefühl, dass er allein gegen ein ganzes Heer antreten und es zermalmen könnte.

Das Massaker von Lüderitz (3. Myloar 348 i.J.P.)

Zum Einsatz kam die Rüstung zum ersten Mal in der Schlacht gegen Lüderitz. Silvius belagerte die Stadt schon eine ganze Weile, als plötzlich die lüderische Luftflotte angriff und sich zu einem verzweifelten Befreiungsschlag emporhob. Während der Luftkämpfe hatte Spurius es bewerkstelligt, ein Portal in der Stadt zu öffnen und Augustus mit einem kleinen Trupp direkt in der feindlichen Stadt zu bringen. Dort richtete Principus Mortis, wie er von nun an von allen nach dieser Schlacht genannt wurde, ein bestialisches Blutbad an, um sich zu dem Rat der Stadt durchzukämpfen. Dabei achtete er wenig darauf, dass auch Zivilbevölkerung unter den Gegnern waren und Frauen und Kinder beiläufig seiner Klinge zum Opfer fielen. Augustus war durch den Zauber der Rüstung so verblendet, dass er felsenfast davon überzeugt sei, dass sie alle den Tod verdienen würden und er nichts Unrechtes tut. Außerdem erlebte er den größten Rausch seines Lebens und fühlte sich beinahe unbesiegbar und mächtig. Ohne Gnade schlug er sich eine gewaltige Schneise durch die Menge und nahm vor nichts und niemanden Rücksicht, bis er die Ratshalle eingenommen und viele der dort anwesenden Politiker getötet hatte.

Nachdem die Stadt erobert war zog Principus Mortis sich sofort aus der Öffentlichkeit zurück und Silvius machte ein großes Geheimnis um seinen neuen Champion. Niemand ahnte, dass der Sohn des Aequus hinter der Maske steckte und alle rätselten, wer der schwarze Rächer ist.

Folterungen in Lüderitz

In Lüderitz fanden erneut Verhöre statt. Diesmal noch grausamer als jemals zuvor und Augustus führte sie in seiner neuen Identität als Principus Mortis durch. Hinter seiner Maske fiel es ihm noch leichter, ohne jede Gefühlsregung und eiskalt die Folterungen durchzuführen und der dunkle Zauber von Spurius hatte ihn in einen regelrechten Allmachtswahn getrieben, der das Leben seiner Opfer für ihn wertlos und unbedeutend machte. Inzwischen war seine Erscheinung durch die Rüstung so furchteinflößend, dass viele bei den Verhören bereits schon panisch in sich zusammenbrachen, wenn Principus Mortis in seiner schwarzen Rüstung ihre Folterkammer auch nur betrat und sein mitleidloser Ruf eilte ihn mit furchtbarem Schrecken überall hin voraus.

Weitere Kriegpläne

Silvius schaffte es schließlich, einige Unschuldige zu „überführen“, die in den Verhören „gestanden“ hatten und erklärte, dass sie zu den Attentätern aus Kronstadt gehören. Angeblich habe einer von ihnen verraten, wo sich ihr Anführer aufhält, der für die Attentate verantwortlich war. Außerdem hätte die Terrorgruppe ihr Hauptquartier angeblich in Metz und ein weiteres wichtiges Versteck in einem alten Schrein der Elben östlich der Drachenberge.

Silvius Motive für die Wahl von Metz war eindeutig seinem Interesse an den Schürfstellen geschuldet. Wenn er es schaffen würde, diese für das Imperium einzunehmen und damit große Vorrate an elementaren Feuer zu gewinnen, würde er als Held gefeiert werden und er sah sich schon auf einem großen Triumphzug durch die Urbs Draconis.

Sabaoth brachte schließlich Druzba ins Spiel und erzählte Silvius von einem magischen Artefakt, welches er dort finden könne und welches seine Truppen unbesiegbar machen würde. In Wahrheit interessierte er sich nur für die heilige Stätte der Elben, welche die Ausbreitung von Utukk’Xul bremste und er hoffte, damit einige Elben zu beseitigen, die dem dunklem Bund schon länger nachspürten und ihnen ein Dorn im Auge waren.

Marsch nach Druzba ()

Silvius schickte Principus Mortis mit seinen Männern nach Druzba voraus, während er Metz einnehmen wollte. Als er in den Hinterhalt bei Drogheda geriet und durch die Helden und Truppen aus Trosk und der Umgebung, aufgehalten wurde, war Augustus also schon auf dem Weg nach Osten und durchquerte die Ortag-Steppe.

Unterwerfung der Steppenorks (Boar 348 i.J.P.)

Dort stellten sich ein Stamm der braunen Steppenorks entgegen und verwickelten Principus Mortis in eine Schlacht, die es den Helden ermöglichte, vor ihm in Druzba einzutreffen. Er metzelte die Orks nieder und ließ auch die Frauen und Kinder des Stammes töten. Damit brachte er die gesamten braunen Orkstämme der Ortag-Steppe gegen sich auf, welche sich schließlich auch gegen die Theraner verbündeten und unter der Führung von Golgari einen Angriff auf Silvius Heer führten, nachdem er sich aus Drogheda zurückgezogen hatte und seinem Neffen gefolgt war.

Treffen mit Octavia in Druzba (20. Boar 348 i.J.P.)

Als Augustus in Druzba ankam und auf Octavia traf, erfuhr er die ganze Wahrheit und erkannte, dass Silvius ihn die ganze Zeit angelogen hatte und er zum Opfer seiner eigenen Rache geworden war. Somit gelang es ihm, sich von dem Bann der dunklen Rüstung zu lösen und er brach auf, um Silvius zu stellen.

Rache an Silvius

Als er in Silvius Lager ankam, hatten die braunen Orks bereits fast seine restliche Legion aufgerieben und Silvius befand sich bereits in einer ausweglosen Lage. Als dieser sah, dass Augustus kam, hoffte er auf Rettung, wunderte sich jedoch, warum sein Neffe ohne seine Rüstung auftauchte. Spurius, der sofort verstand, dass Augustus ihre Pläne durchschaut und sich nun rächen werde, warnte Silvius und empfahl ihn mit ihm zu fliehen. Er hätte „Freunde“ in der Gegend, die ihnen weiterhelfen könnten, und er begann sofort ein Portal zu errichten, mit welchem er sie fortbringen wollte.

Silvius vertraute darauf, dass Augustus ihn nichts tun würde und unterschätzte dessen Wut. Augustus hingegen ging sofort auf Silvius los und konfrontierte ihn mit seinen Lügen. Er wollte wissen, warum er all dies getan hat und ob er tatsächlich für den Tod seiner Eltern verantwortlich ist. Silvius versuchte Augustus in gewohnter Weise um den Finger zu wickeln und sich rauszureden. Diesmal glaubte Augustus ihm jedoch nicht mehr und konnte ihn sogar dazu bringen zu gestehen, dass er hinter den Attentaten steckte und es ihm immer nur um seine Karriere und seinen Ruhm gegangen sein.

Als Silvius dies verlauten ließ, zog Augustus sein Schwert und griff ihn mit voller Stärke an. Silvius zog ebenfalls sein Schwert, konnte dem jungen, starken Mann jedoch nicht lange standhalten und wurde schließlich von ihm besiegt, indem er ihm den Kopf von den Schultern schlug.

Flucht von Spurius Iunius

Spurius hatte während der Auseinandersetzung bereits mehrfach erfolglos versucht, Silvius zu überreden, ihm durch das Portal zu folgen. Als er sah, dass Silvius tot war und Augustus sich ihm zuwendete, verschwand er schnell in seinem Portal, welches sich auch umgehend wieder schloss und verhinderte, dass Augustus ihm folgen konnte.

Augustus sah, dass die Orks die letzten Männer von Silvius besiegt hatten und er konnte gerade noch verschwinden, bevor sie ihn entdeckten und in ihrer Berserkerstimmung ebenfalls angreifen. Er kehrte deshalb schnell zu seiner Schwester und ihren Gefährten nach Druzba zurück.

Exil in Druzba

Nachdem Augustus von dem dunklen Fluch des Principus Mortis befreit und Octavia und ihre Freunde wieder aus Druzba abgereist waren, brauchte er viel Zeit, um über seine Taten nachzudenken und halbwegs wieder mit sich ins Reine zu kommen.

Deshalb zog er sich die erste Zeit in seiner neuen Zuflucht auch von Soldan und seinem Sohn zurück, die beide als treue coranische Leibgarden ebenfalls in Druzba geblieben waren und sich geschworen hatten den Sohn des Aequus zu beschützen, bis dieser wieder in die Heimat zurückkehren kann.

Augustus empfand die erste Zeit in Druzba eine solch große Scham und Reue wegen seiner Taten, dass er es Monatelang nicht ertragen konnte, jemand anderem in die Augen zu sehen. Sogar die Windlinge mieden ihn und verschonten ihn mit ihren Aufmunterungen, da sie merkten, dass er in einem sehr labilen Zustand schwebt und den Schatten des Principus Mortis noch nicht vollständig abgeschüttelt hatte. Sie hatten anfänglich sogar etwas Angst vor ihm und nahmen nur zu Soldan und seinem Sohn Kontakt auf.

Neben den Gewissensbissen, die Augustus in dieser Zeit wegen seiner grausamen Taten unter der Kontrolle von Silvius quälten, konnte er es nur schwer verkraften, dass sein eigener Mentor und Vertrauter ihn belogen und für seine Zwecke mit schwarzer Magie missbraucht hatte. Er hatte viel von seinem Onkel Silvius gehalten und vertraute diesem Mann fast blind, da er seit seinem 14 Lebensjahr - als er auf die Akademie in Thera kam - ihn als wichtigstes männliches Vorbild angesehen hatte. Im Gegensatz zu seinem eigenen Vater, der sich um Diplomatie und Forschung bemühte, verkörperte Silvius für ihn das Ideal des großen Anführers und Schlachtenlenkers, dem auch er selbst immer nachgeeifert hatte und Augustus spürte schon als Kind, dass seine Qualitäten für den Krieg und nicht für verstaubte Bibliotheken geschaffen waren.

Der Verrat von Silvius traf Augustus deshalb besonders schwer und er konnte sich damals nicht erklären, wie sein eigener Onkel zu solch einer Bösartigkeit fähig gewesen war, da damals noch niemand eine Verbindung zu Spurius Iunius und seiner Mitgliedschaft in dem Bund von Utukk'Xul erahnen konnte. Augustus fühlte sich unglaublich betrogen und kann es bis zum heutigen Tage nicht fassen, dass er den Lügen Silvius glaubte, obwohl dieser insgeheim für den Tod seiner Eltern verantwortlich war.

In Druzba kam Augustus schließlich auch dazu, das erste Mal wirklich über den Tod seiner Eltern zu trauern und seit damals gibt er sich unterbewusst die Schuld an ihrem tragischen Schicksal, weil er Silvius Absichten nicht durchschaut hatte und dementsprechend nichts unternehmen konnte, um sie zu retten.


Augustus lebte die erste Zeit weit draußen im Wald von Druzba und hatte sich ein kleines Lager unter den Bäumen errichtet. Manchmal brachten Soldan und sein Sohn ihm Nahrungsmittel von den Windlingen mit, aber er konnte in der ersten Zeit nie lange mit ihnen reden und schickte sie schnell wieder fort.

Später kam hin und wieder der Einsiedler Halim vorbei, der einst ein Magier war und wollte dem gequälten Büßer Gesellschaft leisten. Augustus verschloss sich dem Alten zuerst, doch dieser erwies sich als hartnäckiger Besucher und verständnisvoller Gesprächspartner, dem Augustus sich nach und nach immer weiter offenbarte und ihm schließlich sogar seine Geschichte erzählte. Halim half Augustus dabei besser zu verstehen, wie er mit seiner Schuld und dem verlorenen Vertrauen in die Menschen umgehen konnte und langsam begann er wieder Hoffnung zu schöpfen. Der weise Eremit machte Augustus auch bewusst, dass seine Eltern nicht umsonst gestorben seien müssen und solange er und Octavia gegen das Unrecht ankämpfen, besteht eine Aussicht darauf, dass sich alles zum Guten wenden kann.

Octavia war damals tatsächlich Augustus einziger Lichtblick. Nachdem er gedacht hatte, dass seine Schwester laut Silvius einen grausamen Tod durch hasserfüllte barsavische Freiheitskämpfer gefunden habe, war seine Freude über die Begegnung mit ihr so groß, dass sie sogar den dunklen Zauber auf seiner Rüstung bannen konnte. Es machte ihm auch Mut, dass seine kleine, verwöhnte Schwester es geschafft hatte, sich allein in Barsaive durchzuschlagen und inzwischen schon fast zu einer richtigen Heldin geworden war. Dies machte ihn unglaublich stolz und er vertraute darauf, dass sie einen Weg finden wird, um Silvius Lügen zu beweisen.

Wäre Octavia damals nicht gewesen, hätte Augustus es mit Sicherheit vorgezogen in den Freitod zu gehen, da er nicht gewusst hätte, wie er mit seinem Gewissen weiterleben soll. Doch er fühlte sich verantwortlich für seine Schwester, an deren unglücklichem Schicksal er sich auch die Schuld gab, und entschloss sich sie nie wieder im Stich zu lassen.


Augusts rappelte sich nach den Gesprächen mit Halim wieder auf und suchte den Kontakt von Soldan und seinem Sohn und gemeinsam versuchten sie sich in der Windlingsgemeinde von Druzba nützlich zu machen. Sie halfen bei verschiedenen Arbeiten und Augustus versuchte sogar einige Windlinge in der Kriegskunst auszubilden, was sich jedoch zu einem aussichtslosen Unterfangen entwickelte.

Jedoch fand Augusts darüber einen sehr engen Kontakt zu dem Windling Parvus, der sich als Bewunderer der theranischen Kultur herausstellte. Augustus musste ihm oft alles erzählen, was er über die Insel Thera und sein Volk wusste und ihm versprechen ihn mitzunehmen, wenn er irgendwann in seine Heimat zurückkehren kann. Der Windling schaffte es so immer wieder ihn von seinem unglücklichen Schicksal abzulenken und konnte ihm zwischendurch sogar das ein oder andere Lächeln entlocken.

Augustus fand langsam wieder ins Leben zurück und versuchte trotz seiner Vergangenheit und für Octavia weiter zu machen. Ihm gelang es sogar etwas Vergebung für Silvius zu empfinden, aber er hatte durch seine Zeit als Principus Mortis auch etwas Beängstigendes gelernt: er wusste nun, wozu er im Stande war!

Denn nachdem er lange über seine Taten nachgedacht hatte, musste er sich nun eingestehen, dass es nicht nur der Zauber seiner Rüstung war, der sein Handeln bestimmt hatte. Ihm wurde bewusst, dass es auch ein Teil von ihm selbst war, der dazu fähig war, die vermeintlichen Mörder seiner Familie ohne Rücksicht zu jagen, zu foltern und eiskalt abzuschlachten. Er wusste, dass er keinen Funken Mitleid für sie empfunden hatte und nur die Rache für ihn eine Bedeutung besaß.

Bis heute hat Augustus noch nie mit jemanden über diese Erkenntnis gesprochen, da er befürchtet, dass er Grenzen überschritten hat, die ihn für immer verdorben haben könnten. Er fühlt sich immer noch schlecht und zweifelt an seiner eigenen Aufrichtigkeit und seine schlimmste Angst ist es, dass dieser düstere Teil seiner Seele eines Tages wieder zum Vorschein kommen könnte.

Oft wird er auch von Träumen gequält in denen er seine Eltern und Octavia als Principus Mortis brutal ermordet, während sie ihn um ihr Leben anflehen. Wenn er dadurch schweißgebadet aufwacht muss er sich immer wieder selbst vor Augen führen, dass Principus Mortis nicht mehr existiert.


Nach fast zwei Jahren kamen Octavia und ihre Freunde schließlich nach Druzba zurück und brachten Augustus neues Wissen über den Bund von Utukk'Xul, Sabaoth Immortalis und der Manipulation von Silvius Insidiae mit. Für Augustus klärten sich durch diese Neuigkeiten viele Dinge aus der Vergangenheit auf und er konnte nun besser verstehen, was damals alles zu den tragischen Vorfällen geführt hatte. Er begriff auch, dass sowohl Silvius, als auch er selbst, lediglich Spielfiguren in einem wesentlich größeren Spiel waren, als er es geahnt hatte und Opfer der Schwarzmagier geworden waren.

Zwar brachte diese Erkenntnis keine Erleichterung für sein Gewissen, aber er hatte nun wieder die Hoffnung, dass die Verantwortlichen für all das Leid der Vergangenheit eines Tages ihre gerechte Strafe erhalten würden.

Doch die Nachrichten von Octavia stärkten auch ein Gefühl in ihm, welches er am liebsten einfach abgestellt hätte. Er merkte nämlich, dass alles in seinem Inneren nach Rache zu dürsten begann, nachdem er über die Manipulation des verräterischen Sabaoth Immortalis aufgeklärt war. Zwar versuchte er seine Empfindungen zu verdrängen, ihm wurde jedoch schnell klar, dass es ähnliche Rachegefühle waren, die er auch als Principus Mortis empfunden hatte. Die Tatsache, dass Sabaoth nun auch seine Schwester bedrohte und sie dadurch in dauerhafter Gefahr schwebte, machte ihn fast rasend vor Wut und es fiel ihm schwer, in Druzba zu bleiben und Octavia und ihre Freunde nicht zu begleiten. Jedoch wusste er, dass er ihnen in seinem labilen Zustand keine Hilfe sein wird und sie wahrscheinlich durch seine Begleitung nur in Gefahr bringen würde.

Um trotzdem zu helfen schickte er Octavia zu Marcus Licinius Vero nach Parlainthium Novum und hoffte, dass seine Schwester dort in Sicherheit sei und die Wahrheit über Spurius Iunius und seine dunklen Machenschaften ans Licht bringen kann.


Nachdem Octavia in Richtung Parlainthium Novum abgereist war, konnte es Augustus kaum noch ertragen in Druzba auszuharren. Er fühlte sich wie ein gefangenes Tier und war in seinen Gedanken die ganze Zeit bei seiner Schwester, die draußen im gefährlichen Barsaive für die Ehre ihrer Familie ihr Leben riskierte. Zwar wusste er, dass sie sich aufgrund ihrer magischen Fähigkeiten selbst verteidigen kann, doch bei der Gefährlichkeit ihrer Gegner, bangte er jeden Tag um ihr Leben und betete zu den Göttern, dass ihr nichts geschehen möge. Er fühlte sich auch immer noch verantwortlich für sie und ihm gefiel es nicht, dass er sie nicht beschützen konnte. Zwar wusste er, dass sie den Rückhalt ihrer Freunde hatte, doch hatte er das Gefühl, dass er sie als großer Bruder im Stich ließ. Diese Gedanken zermarterten ihn in den folgenden Wochen und weder Halim oder Soldan gelang es dem jungen Mann zu beruhigen und ihn von der Sorge über seine Schwester abzulenken.

Umso überraschter und erfreuter war er, als plötzlich ein Bote aus Varna mit einer Botschaft seiner Schwester eintraf, die es tatsächlich geschafft hatte, Parlainthium Novum zu erreichen.

Parlainthium Novum

Augustus war froh Druzba endlich den Rücken kehren zu können und konnte es kaum erwarten, bis der Portalmagier in Varna eintraf und ihn, Soldan, dessen Sohn und den Windling Parvus nach Parlainthium Novum brachte. Er freute sich seine Schwester wohlbehalten wiederzusehen und dachte, dass sich von nun an alles zum Guten wenden würde.

Nachdem er von Octavia erfuhr, dass Sabaoth Immortalis sich in ihrer direkten Nähe im dämonenverseuchtem Parlainth aufhält, dachte er, dass er endlich zu seiner Erlösung von seinen immer noch unterschwellig wirkenden Rachegelüsten gelangen könnte, wenn er dieses Monster der Gerechtigkeit überführt und er endlich getötet wird.

Dies gelang Augustus mit der Hilfe der Helden schließlich sogar und alle dachten tatsächlich, dass Sabaoth Immortalis für immer besiegt sei. Augustus konnte sich nach diesem Sieg zum ersten Mal seit langem wieder wertvoll fühlen und empfand diese Tat als Zeichen seiner Buße.


Als er zurück in Parlainthium Novum plötzlich mit seiner bevorstehenden Rückkehr nach Thera konfrontiert wurde, brach jedoch die Realität wieder erschreckend über ihn ein.

Er wusste, dass er keinen Beweis für die Manipulation der Schwarzmagier und Spurius Iunius wahres Wesen hervorbringen konnte und es standen immer noch Anschuldigungen wegen den Mord an Silvius Insidiae, Meuterei und Fahnenflucht gegen ihn in Raum.

Marcus Licinius Vero machte Augustus damals bewusst, dass vermutlich nur die Hinrichtung in Thera auf ihn warten würde, da die Familie der Octavier mit dem Tod seines Vaters an Bedeutung verloren hätte und er auch sonst kaum Fürsprecher im Senat finden wird, da ihn alle für den Mörder des großen Feldherrn Silvius Insidiae halten.

Augustus fühlte sich vollkommen mit dieser Situation überfordert. Da er wusste, dass er selbst kein großer Redner ist und bereits in seiner Kindheit von seinem Vater eine Rüge nach der anderen kassierte, da sein Verhandlungsstils sehr forsch und durch sein aufbrausendes Gemüt oftmals sehr unüberlegt war, sah er sich auch nicht in der Lage sich selbst vor dem Senat zu vertreten. Auch Licinius riet ihm dazu einen einflussreichen Rechtssprecher für sich zu gewinnen.


Augustus fiel nur noch eine Person ein, von der er hoffte, dass er ihr uneingeschränkt vertrauen konnte. Diese Person war der einige Jahre ältere Senator Flavius Vitreus Elatus, unter dessen Befehl Augustus seine ersten Ausbildungsjahre in Acien absolviert hatte. Dieser hatte ein sehr gutes Verhältnis zu dem talentierten jungen Rekruten, der sich bereits in allen militärischen Disziplinen mit besonders exzellenten Erfolgen hervortat.

Elatus stärkte Augustus auch den Rücken, als dieser von seinen theranischen Kameraden ausgeschlossen und verspottet wurde, da er in Barsaive aufgewachsen war und sie ihn nicht als vollständiges Mitglied ihres Volkes ansehen wollten. Seine überragenden Leistungen zogen dann noch zusätzlich den Neid und die Missgunst seiner Konkurrenten auf sich und ohne Elatus besonnenen Zuspruch wäre Augustus wohl wesentlich häufiger den Provokationen seiner Kameraden erlegen und hätte sich zu rachsüchtigen Taten hinreißen lassen, die seine gesamte Karriere hätten gefährden können.

Im Gegenzug war es Augustus mehrmals möglich gewesen, dass Leben von Elatus in brenzligen Situationen zu retten und dessen Befehle durch seine heldenhaften Einsätze zum Sieg zu führen. Elatus war vollkommen bewusst, dass der Erfolg seiner Truppen maßgeblich von den besonderen Fähigkeiten von Augustus abhing, was auch ihm als Offizier zu großer Bewunderung verhalf.


Augustus wusste, dass Elatus inzwischen als Senator in Thera zu großem Ansehen gekommen war und seiner Abstammung aus der kaiserlichen Familie der Vitreer alle Ehre machte. Er nahm also seinen Mut zusammen und ließ ihm ein Schreiben zukommen, dass seine verzweifelte Situation und die seiner Schwester erklärte.

Elatus begab sich tatsächlich umgehend nach Barsaive, um seinen alten Freund zu helfen. Augustus war nun ziemlich sicher, dass sie mit der Hilfe des Senators eine Chance vor dem Senat haben werden. Als Elatus sich schließlich mit Augustus beraten hatte, bemerkten beide Männer, wie kompliziert die Lage in Wirklichkeit aussieht und wie gering ihre Aussichten sind, den Senat von der Wahrheit zu überzeugen. Außerdem kam das Problem hinzu, dass Octavia in Thera inzwischen als Volksverräterin und dämonische Zauberin gesucht und gefürchtet wurde. Schließlich machte Licinius, der sich dem Gespräch der beiden Männer angeschlossen hatte einen Vorschlag, auf den die beiden Männer eingingen.

Sie vereinbarten, dass Elatus Octavia noch in Barsaive heiraten sollte, um sie als seine Frau mit nach Thera zu bringen. Einer Angehörigen der Vitreer kann schließlich nicht so einfach der Prozess gemacht werden und Elatus konnte damit seine politische Treue gegenüber den Octaviern ausdrücken.

Jedoch ging Augustus zu überstürzt auf das Eheversprechen ein und realisierte erst im Nachhinein, was diese Ehe tatsächlich für Octavia bedeuten würde, die immerhin einem göttlichen Auftrag folgt und nicht einfach nach Thera gehen kann, wo sie ihrer Verantwortung den Rücken kehrt.

Zwar stellte Octavia sich nicht gegen den Beschluss ihres Bruders, da sie außer der Ehe mit Elatus keinen anderen Ausweg mehr sah, um das Leben ihres Bruders und die Familienehre zu retten, jedoch führte Henk Augustus vor Augen, dass es für seine Schwester keine Option sei, Barsaive zu verlassen.

Augustus verstand sehr gut, dass er sich übereilt auf das Eheversprechen eingelassen hatte und wusste jedoch nicht mehr, wie er die Situation noch retten konnte, vor allem da die Hochzeit schon längst offiziell angekündigt war. So kam es, dass Augustus sich auf einen finsteren Plan einließ, den er gemeinsam mit Henk und dessen Schwester Hella ersann.

Die Umsetzung erfolgte schließlich am Hochzeitstag, als Octavia von einem großen geflügelten Dämon entführt und augenscheinlich getötet wurde. Elatus war nicht eingeweiht in den Plan und dachte tatsächlich, dass Octavia den Schwarzmagiern zum Opfer gefallen war.

Thera

Augustus fühlte sich sehr schlecht wegen der Lüge, aber hoffte, dass sie mit der Geschichte über den Tod seiner Schwester durch den finsteren Bund einen wichtigen Beweis für deren Existenz abliefern könnten. Zwar war ihm nicht wohl dabei, ihre ganze Verhandlungsstrategie auf einer Lüge aufzubauen, aber solange es keine echten Beweise gab, hoffte er, dass er durch die begangene Täuschung eine größere Chance auf Gerechtigkeit erhalten könnte. In einer fast schon naiven Art versuchte er somit sein Gewissen zu beruhigen und sich davon abzulenken, dass er ein fragiles Kartenhaus aus Lügen errichtet hatte.

Um Elatus zu schützen ließ er ihn vorerst im dem Glauben, dass Octavia tatsächlich tot sei. Vor dem Senat erhielt ihre Geschichte große Aufmerksamkeit und Elatus erläuterte auch dem Kaiser persönlich, was in Barsaive vorgefallen sei. Alles verlief vorerst zu ihren Gunsten und das Volk interessierte sich sehr für den jungen Octavier, der in Barsaive durch Schwarzmagier verflucht wurde und dem unglücklichen Senator, dessen Frau auf tragische Weise an ihrem Hochzeitstag von Dämonen getötet wurde. Besonders Augustus wurde anfänglich von vielen als tragischer Held aufgebaut und erhielt durch sein enormes Charisma viele Sympathien.


Das Blatt wendete sich schließlich, als eine Botschaft nach Thera kam die verkündete, dass Octavia lebendig in Barsaive gesichtet wurde und sich auf dem Weg in den Norden Alorans befindet, um sich vermutlich abzusetzen und ihren vorgetäuschten Tod zu verschleiern.

Augustus wurde daraufhin von einer Sekunde auf die andere festgenommen und in das Verlies gesteckt. Auch Elatus wurde inhaftiert, unterzog sich jedoch einer magischen Befragung unter Einfluss eines Wahrheitsserums und konnte beweisen, dass er nichts von der Lüge wusste. Er war tatsächlich enttäuscht und verstand nicht, wie Augustus ihn so hintergehen konnte. Er suchte ihn im Kerker auf, damit er sich rechtfertigen konnte.

Augustus erklärte ihm alles und erzählte ihm auch von der Suche nach den Drachentränen und Octavias Bestimmung Aloran zu retten und dass er sich nur aus Verzweiflung auf diese unkluge Täuschung eingelassen hatte. Elatus, der Octavia und ihre Freunde selbst kennen und ihre Arbeit in Parlainth mit großer Bewunderung erleben konnte, hatte tatsächlich Verständnis für seinen Freund und verzieh ihm. Er wusste, dass Augustus in den letzten Jahren zu viel durchgemacht hatte und beschloss ihn weiterhin vor dem Senat zu vertreten und um sein Leben und seine Freiheit zu kämpfen. Inzwischen hatte er großes Mitgefühl für das traurige Schicksal der Familie der Octavier aufgebaut und vermutete, dass sich tatsächlich eine große Bedrohung hinter den Schwarzmagiern verbirgt, die eines Tages selbst das Theranische Imperium zerstören konnte.


Elatus trat also vor den Senat und verkündete allen die ganze Wahrheit und versuchte den anderen Politikern und dem Kaiser die verzweifelte Situation von Augustus und seiner Schwester zu erklären und beteuerte vor allen, dass er selbst daran glaube, dass hinter all den ungeklärten Umständen in Barsaive sich ein dunkles Netzwerk aus finsteren Dämonenanhängern verbirgt. Die Bedrohung durch diese Schwarzmagier sei auch der einzige Grund für das Treffen von Licinius mit den Lichtträgern gewesen, welches inzwischen von den Gegnern im Senat als eine geheime Verschwörung gegen das theranische Imperium ausgelegt wurde, nachdem es falsche Gerüchte gab, dass Augustus und Licinius militärische Geheimnisse an Barsaver verkauft hätten. Licinius nahm bereits die Verantwortung für alles Geschehene auf sich und wurde zum Tode verurteilt.

Elatus ließ sich jedoch nicht abschrecken und kämpfte eisern weiter, bis der Kaiser, welcher beeindruckt von der Unnachgiebigkeit und Wortgewandtheit des Senators war, sich darauf einließ, August erneut und persönlich zu vernehmen, bevor er das endgültige Urteil verkündet.

Augustus konnte den Kaiser tatsächlich davon überzeugen, dass Silvius unter der Kontrolle von jemand anderen gehandelt hatte und da Silvius auch gegen die Befehle des Kaisers verstoßen und unerlaubte Feldzüge in Barsaive unternommen hatte, ergab mit der Aussage des jungen Octaviers vieles einen lang gesuchten Sinn. Jedoch reichten alle Worte und Argumente nicht aus, um zu beweisen, dass die dunkle Bruderschaft tatsächlich existiert.

Der Kaiser entschied schließlich, dass über Augustus nicht die von vielen Senatoren geforderte Todesstrafe verhängt wurde, sondern er ins Exil gehen sollte, solange bis die Umstände in Barsaive und um Silvius Insidiae endgültig geklärt sind.

Exil auf der Insel Ydra

Augustus wurde auf die abgelegene und unbewohnte Insel Ydra im Pelagischem Meer gebracht. Dort leben nur eine Handvoll coranischer Priester, die ein Heiligtum des Clarus verwalten und zwei weitere Exilanten, die bereits alte Männer waren und den Großteil ihres Lebens auf der Insel verbracht hatten.

Als Augustus auf der Insel ankam und realisierte, dass er von einem Exil ins nächste übergegangen war und ihm nun vielleicht für immer die Möglichkeit genommen wurde, Octavia bei ihrem Kampf zu unterstützen, wünschte er sich, dass ihn doch die Todesstrafe getroffen hätte. Doch er entschloss sich tapfer zu sein und auf die Weisheit des Kaisers zu vertrauen.


Er verbrachte viel Zeit im Heiligtum und suchte das Gespräch mit den Priestern, denen er auch über seine Zeit als Principus Mortis berichtete. Sie machten ihm bewusst, wie wichtig es für ihn sei, mit dem dunkeln Feldherrn endgültig abzuschließen, da er sonst für den Rest seines Lebens von ihm beherrscht sein würde.

Augustus verstand was die Priester meinten und er begab sich auf einen Pfad der spirituellen Läuterung und vollzog die Riten des Tempelschlafs. Doch alle Versuche zu seinem Genius Kontakt aufzunehmen wurden in schrecklichen Bildern erstickt, die Augustus bereits aus seinem Alpträumen kannte und in welchen er immer wieder zum Mörder seiner Familie wird.

Doch mischten sich während des Tempelschlafs auch neue Bilder hinzu. Immer öfter sah er Spurius Iunius, der ihm in seiner Gestalt als Sabaoth Immortalis begegnete. Augustus spürte wie bei seinem Anblick große Rachegelüste in ihm aufstiegen und in seinem Traum tötet er den Schwarzmagier auf die unterschiedlichen erdenklichen Weisen immer wieder aufs Neue. Im Gegensatz zu seinen Alpträumen über seine Eltern verspürt er bei den Träumen über Sabaoth nicht nur Angst und Wut, sondern auch Genugtuung und eine seltsame Art von Erfüllung. Als er dies bemerkte, brach er die Rituale schnell ab und zog sich aus dem Heiligtum zurück, da er nichts mehr über sich selbst erfahren wollte und fürchtete, dass er letztendlich nur zu der Erkenntnis kommen würde, dass er sich letztendlich niemals von seiner dunklen Seite lösen kann.


Augustus verbrachte seine Tage schließlich damit, sich weiterhin mit quälenden Selbstzweifeln herumzuschlagen und hatte sich nach einigen Wochen bereits fast damit abgefunden, dass er für immer auf dieser Insel bleiben müsse. Die zwei weiteren Exilanten lachten jedes Mal laut auf, wenn er anfänglich noch davon sprach, dass er eines Tages von dieser Insel herunterkommen würde, doch irgendwann gab er die Hoffnung auch auf.

Der eine von den Exilanten war bereits so alt, dass er sich schon kaum noch daran erinnern konnte, weshalb er vor etlichen Jahrzehnten auf die Insel verbannt wurde. Zumindest gab er dies vor, wenn er danach gefragt wurde, was ihn ins Exil gebracht hatte. Er war insgesamt ein verschlossener Mann und schien den ganzen Tag nichts Weiteres zu tun, als auf das Meer hinaus zu starren. Er wollte sich mit niemanden unterhalten und ging den wenigen Männern auf der Insel stur aus dem Weg.

Der andere war auch ein alter Mann, der jedoch etwas gesprächiger war. Früher war er einmal eine einflussreiche Persönlichkeit gewesen und hatte große militärische und politische Erfolge zu verzeichnen. Jedoch ließ er sich von einem Freund in eine Verschwörung hineinziehen, die schließlich den Tod einiger Senatoren zur Folge hatte. Da seine Mitschuld nie eindeutig geklärt werden konnte, wurde er vor über drei Jahrzehnten auf die Insel verbannt und wartet noch heute darauf, dass sein Fall abschließend geklärt wird. Jedoch hat er die Hoffnung schon lange aufgegeben und geht davon aus, dass man ihn in Thera schon längst vergessen hat.


Für Augustus wurde die Situation im Exil immer unerträglicher und er stellte sich all die Monate vor, wie Octavia sich auf den gefährlichen Weg in den Norden befindet und von den Schwarzmagiern gejagt wird, während ihm die Hände gebunden sind. Gerade als er dachte, dass er wahnsinnig wird, kam unerwartet ein Schiff nach Ydra.

Rückkehr nach Barsaive

Augustus konnte seinen Augen nicht trauen, aber an Bord stand Elatus persönlich, der ihm sofort erzählte, was er gemeinsam mit Octavia und ihren Freunden in Travar erreicht hatte und das der Kaiser nun auch davon überzeugt ist, dass die Bekämpfung der Schwarzmagier oberste Priorität besitzt und der Krieg endgültig vorbei ist. Er berichtete ihm auch von seiner Scheidung von Octavia und dass sie zu Botschafterin des Drachens ernannt wurde, was Augustus unglaublich stolz machte.

Augustus konnte es nun kaum noch erwarten nach Barsaive und zu Octavia zurückzukehren.


Persönlichkeit

Auftreten

Auf den ersten Blick wirkt Augustus wie ein typischer Theraner mit tadelloser Haltung und Etikette, jedoch fällt schnell seine etwas „lässigere“ Art auf, die ihn gerade für Barsaver im Kontrast zu den anderen, eher ernsten und emotional perfekt kontrollierten Theranern, besonders sympathisch und zugänglich erscheinen lässt. Er ist charismatisch und weiß, wie man Menschen mit Charme und selbstsicherem Auftreten um den Finger wickeln kann und er findet überall sehr schnell etliche Bewunderer, die sich ihn als ihr Vorbild auswählen oder von seinen Talenten oder seinem Charisma stark beeindruckt sind. Auch auf Frauen hat er eine besonders anziehende Wirkung und galt in seiner Ausbildungszeit als Schwarm vieler theranischer Töchter aus der Nobilität, für die er sich jedoch weniger interessierte, da er sich immer nur voll und ganz auf seine Ausbildung und die Förderung seiner Kampfestalente konzentrierte.

Nach außen hin versucht er sich stets höflich, freundlich und hilfsbereit zu zeigen und ein Abbild der theranischen Tugenden zu verkörpern, da es für ihn ein idealistisches Anliegen ist, dass diese in Zeiten, in welchen die theranischen Werte seiner Meinung nach immer mehr verfallen, hochgehalten werden müssen.

Empathische Menschen werden trotz seiner positiven Ausstrahlungskraft nach und nach bemerken, dass ein großer Schatten auf ihm lastet und seine Unbeschwertheit zum großen Teil nur eine Fassade ist, die er zum Wohl der anderen Menschen aufrechterhält. Wer seine Geschichte als Principus Mortis nicht kennt, wird lediglich bemerken, dass das Gemüt des jungen Mannes von etwas Schwerwiegendem belastet wird, gegen dass er anscheinend durchgängig ankämpfen muss.

Privates

Kennt man Augustus etwas besser und gewinnt sein Vertrauen, wird man ich als treuen und kameradschaftlichen Freund erleben können, auf den man sich in jeder Gelegenheit verlassen kann. Er denkt weniger an sich als an andere, ist stets selbstlos und bietet schnell seine Hilfe an oder setzt sich wie selbstverständlich für das Wohl von anderen ein, auch wenn er sich selbst dabei in Gefahr begibt. Sieht er etwas, dass er als Ungerechtigkeit einschätzt, fackelt er nicht lange und mischt sich sofort ein oder schlichtet Streitereien, falls er sie mitbekommt.

Augustus ist allgemein ein sehr beherrschter Mensch, jedoch kann es immer wieder vorkommen, dass sein Temperament mit ihm durchgeht, wenn z.B. etwas geschieht, das ihm nicht gefällt, er aber nicht ändern kann. Verliert er dann die Kontrolle über sich, kann er schnell wütend und aufbrausend werden, da er es gewohnt ist, dass er durch sein Können, sein übermäßiges Talent und seine noble Abstammung immer das zu bekommen, was er wollte und nur schwer lernte, wie er mit Schicksalsschlägen oder Niederlagen umgehen kann.

Häufig ist er auch voreilig, hitzköpfig und lässt sich schnell von anderen provozieren. Letzteres hat ihn während seines Militärdienstes auch die ein oder andere Schlägerei eingebrockt und auch eine Laufbahn in der Politik wäre für ihn schon während seiner Kindheit nie von Interesse gewesen, da er die Arbeit der Politiker als verlogen empfindet und einen ehrlichen und direkten Kampf immer vorgezogen hat. Augustus besitzt zwar eine exzellente Bildung, hat jedoch nie große Freude an Wissen und Lernen empfunden oder sich gern und lange mit Theoretischem aufgehalten. Er ist eher ein praktischer Mensch, der die Dinge direkt angeht und nicht lange um den heißen Brei herumredet. Er ist bei allen Entscheidungen schnell und zielgerichtet und alles muss für ihn „sofort“ geschehen. Ein Abwarten und Nachsinnen ist häufig nicht in seinem Sinne. Er philosophiert auch nicht lange um Einstellungen herum, sondern bevorzugt schnelle und einfach Lösungen.

Wer ihn dazu bringt, mit ihm ein ernstes Gespräch zu führen, bemerkt schnell, dass Augustus ein von Leid geplagter und komplett gebrochener Mensch ist und er sich große Vorwürfe wegen seiner Taten macht. Er hat zu einem gewissen Grad mit seinem Leben bereits abgeschlossen und lebt nur noch aus Reue und für Octavia weiter.

Er redet auch nicht gern über seine Zeit als Principus Mortis und bricht Gespräche, die in diese Richtung führen, für gewöhnlich sehr schnell ab. Er kann es nicht mal ertragen, diesen Namen laut von jemand anderen zu hören und zuckt dabei jedes Mal schmerzhaft getroffen für einen Sekundenbruchteil zusammen.

Trotz seines Leides lässt Augustus sich jedoch nicht hängen, beklagt sich oder beschwert sich über sein Schicksal, da er niemand anderen damit belasten möchte und versucht tapfer mit den Konsequenzen seiner Verfehlungen umzugehen. Deshalb leidet er lieber still und unauffällig vor sich hin und versucht die Verantwortung für seine Vergangenheit mit sich selbst auszumachen. Vor anderen versucht er seine Selbstzweifel und Gewissensbisse so gut es geht zu verbergen und gaukelt ihnen gern vor, dass sie sich um ihn keine Sorgen machen müssen.

Reue

Augustus leidet furchtbar unter seinem Gewissen und den Taten als Principus Mortis. Für ihn ist sein Leben mit dieser Erfahrung eigentlich bereits zu Grunde gerichtet und er lebt nur weiter, weil er Octavia nicht auch noch seinen Tod zumuten wollte, nachdem sie ihm in Druzba wiedergefunden hatte.

Jedoch wird es ihm fast unmöglich sein, Freude oder Erfüllung bei irgendetwas zu empfinden, da er sie sich selbst nicht mehr gönnen kann. Er denkt, dass er für seine Vergehen die schlimmsten Strafen verdient hat und kann es kaum ertragen, wenn er etwas Schönes erlebt, da er dies seiner Meinung nach einfach nicht mehr verdient hat.

Deshalb hält er sich auch bei allen Feiern oder geselligen Runden eher dezent zurück, trinkt nicht, spielt nicht und hält sich von Frauen fern. Da er während seiner jungen Dienstjahre gerne selbst mal über die Strenge schlug und dass ein oder andere Gelage mitgenommen hat, fällt ihm dies mit Sicherheit nicht immer leicht, aber sein Gewissen wird ihn immer wieder daran erinnern, was er getan hat.

Er versucht seine Reue jedoch nicht mit großen Zeichen zu inszenieren oder lässt seinen asketischen Lebensstil groß heraushängen. Lieber verabschiedet er sich unter einem Vorwand oder erfindet eine Ausrede, warum er sich nicht an geselligen oder lustigen Anlässen beteiligen möchte.

Er redet auch nur sehr ungern über seine Schuldgefühle und lässt sich von anderen nur sehr ungern darauf ansprechen. Dies liegt besonders daran, dass er befürchtet, dass Principus Mortis nicht nur ein Fluch eines Schwarzmagiers war, sondern dass die größte Leitkraft aus seinen eigenen Veranlagungen und Rachegelüsten stammte und er selbst damit voll und ganz für alles verantwortlich ist, was damals während seines Feldzuges geschah.

Ihm ist sehr wohl bewusst, dass er all die Zerstörung und das Elend, was er über die Menschen als Prinzipus Mortis brachte, in einem fanatischen und sadistischen Machtwahn genossen hatte, wie er sonst noch Nichts in seinem ganzen Leben genossen hatte und dass er auch jetzt noch häufig und wehmütig und zugleich angewidert an das befreiende und ekstatische Hochgefühl zurückdenken muss, welches er erlebte, als er sich ganz seiner dunklen Seite hingab.

Niemals wollte er, dass jemand dies erfährt, da er Angst hat, dass er ihn in seiner schlimmsten Furcht bestätigt, nämlich, dass sein wahres Wesen schon immer ein zerstörerisches war und er von Geburt an verflucht ist, nur Schlechtes in diese Welt zu bringen.

Einstellung zu Selina

Neben seiner Zeit als Principus Mortis ist die Erfahrung mit Selina bis jetzt das schmerzlichste, was Augustus jemals zu verkraften hatte. Er trauert ihr heute – nach fast 10 Jahren – jedoch nicht mehr bewusst hinterher und ist durch diese Erfahrung zu einer stoischeren Selbsthaltung gelangt, welche jedoch stets an eine eher ungesunde Verdrängung grenzt. Heute würde er nach außen immer bestätigen, dass er die richtige Entscheidung damals gefällt habe. Jedoch traf ihn auch die Aussage von Adarian, dass er nun auch niemals wissen könne, was geschehen wäre, wenn er sich für Selina entschieden hätte und ob sie vielleicht doch – hingegen all der vernunftmäßigen Argumente und logischen Vermutungen – ein glückliches Leben geführt hätten. Wahrscheinlich wird er sich diese Frage auch bereits unbewusst gestellt haben und wird sich auch Gedanken über das gemacht haben, was passiert wäre, wenn er zu ihrem Treffen gegangen und sie einen gemeinsamen Weg beschritten hätten. Dabei wird ihm auch bewusstgeworden sein, dass es dann niemals Prinzipus Mortis gegeben hätte und der Welt eine Menge unnötiges Leid dadurch erspart worden wäre. Vielleicht denkt er deshalb gerade jetzt häufig an damals zurück und wägt ab, dass er mit Selina niemals auf die dunkle Seite gefallen wäre und er vielleicht die einzige Chance auf Glück in seinem Leben verwirkt habe, als er sie damals wortlos sitzen ließ und sich für Vernunft und Pflichtbewusstsein entschied, anstatt auf sein Gefühl zu vertrauen.

Heute, wo er durch seine Verbannung vielleicht die Möglichkeit besäße, Selina eines Tages wiederzusehen, würde er ihr als Verbannter und Geächteter jedoch nie wieder unter die Augen treten wollen und könnte es nicht ertragen, wenn sie erführe, was er als Principus Mortis getan hat. Er geht davon aus, dass sie mit ihrem mitfühlenden Wesen für einen Folterer und bestialischen Mörder - wie er es nun mal unleugbar ist - niemals mehr als Verachtung erübrigen könne. Immerhin empfindet er das Gleiche für sich und seine Taten und würde es auch nicht als gerecht empfinden, wenn jemand wie er - der für den Tod von so vielen Unschuldigen verantwortlich ist - vom Schicksal noch einmal eine Chance auf Glück erhalten würde. Dies würde sich für ihn nicht richtig anfühlen.

Die Tatsache, dass sich zwischen seiner Schwester und Kenji gerade eine ähnliche Liebestragödie zusammenbrauen könnte, wie damals zwischen ihm und Selina, wird mit Sicherheit alte Erinnerungen in ihm hervorrufen und er wird besonders mitfühlen können, wie es Kenji gerade ergeht. Vermutlich wird er nun alles versuchen, um den beiden Menschen – die für ihn nun alles bedeuten und die letzten Überlebenden seiner Familie sind – zu helfen und sie vor einer ähnlich schmerzhaften Erfahrung zu bewahren.


Beziehung zu den Göttern

Augustus befindet sich derweil in einer Art von Glaubenskrise.

In Thera hat jeder theranische Mann mit der Geburt Zugang zu seinem Genius, der ihm die Botschaften der Götter und aller wohlwollenden Wesen in Träumen, inneren Bildern und Visionen vermittelt. Seit Augustus jedoch zu Principus Mortis wurde, hat er jeden Kontakt zu seinem Genius verloren und sieht in seinen Träumen nur noch schreckliche Bilder, die ihm jeden Kontakt zu ihm verweigern. Augustus fürchtet, dass sein Genius durch den Fluch von Sabaoth und das Durchbrechen seiner finsteren und zerstörerischen Seite, getötet wurde und er nun völlig von allen guten Mächten abgeschnitten ist. Er fühlt sich deshalb leer, unwirklich und seelenlos und kann vermutlich auch gut nachempfinden, wie es z.B. Kenji geht.

Augustus empfindet sein schlechtes Gefühl jedoch als eine gerechte Strafe für seine Vergehen und empfindet sich dem Schutz durch seinen Genius auch nicht mehr würdig. Er würde sich auch nie über diesen Zustand beschweren, da er denkt, dass jeder das vom Schicksal bekommt, was er verdient hat.

Deshalb nimmt er diesen Zustand als Bestrafung hin und glaubt, dass er selbst die Schuld an dem Tod seines Genius trägt.


Beziehung zu Thera

Augustus ist ein politischer Idealist, der felsenfest daran glaubt, dass Thera ein auserwähltes Volk ist, welches die göttlichen Tugenden des Kaisers befolgen muss, damit es über Aloran weise und gerecht herrschen kann. Jedoch empfindet er es so, dass sich fast sein ganzes Volk zurzeit von dem rechten Weg des Drachens abgespalten hat und nur noch selbstsüchtigen Zielen dient, weshalb es auch überall auf Aloran zu gehäuften Problemen und Missständen käme.

Die von Inanis ausgelöste Katastrophe hat ihn sehr früh bereits desillusioniert und ihn an den hohen Idealen Theras zweifeln lassen, von denen sein Vater früher immer berichtet hat. Auch das Verhalten von seinem ehemaligen Vorbild und Mentor Silvius Insidiae hat ihn zutiefst in seinem Glauben an die theranische Ehrenhaftigkeit erschüttert und ihm gezeigt, dass selbst der vorbildlichste Theraner ein verkommener Lügner sein kann.

Augustus fühlte sich auch vollkommen von seinem Volk enttäuscht, als er bei seiner Rückkehr nach Thera beobachten musste, wie fast alle Senatoren versuchten, seine Situation für sich auszuschlachten und eigentlich sich kaum jemand auf die Gefahr durch die Schwarzmagier konzentrierte. Er bemerkte schnell, dass er, egal ob er als Schuldiger oder als Opfer hingestellt wurde, letztendlich immer nur als Marionette für die Machtspiele der Politiker diente.

Zurzeit ist Augustus deshalb sehr schlecht auf den Theranischen Senat zu sprechen und vertraut nur noch Elatus und dem Wort des Kaisers, welchem er sich immer noch völlig unterwerfen würde. Jedoch musste er bemerkten, dass der junge Kaiser von den Senatoren über viele Dinge nicht unterrichtet wird und einige versuchen, ihn von wichtigen Besprechungen fernzuhalten und ihn mit unwichtigen Dingen abzulenken.

Da er sich selbst zurzeit nicht mehr als würdig empfindet, um den theranischen Tugenden gerecht zu werden, hat er sich selbst aus der theranischen Gesellschaft herausgenommen. D.h., dass er kein Amt anstrebt oder andere Pläne hat, um wieder in der theranischen Gesellschaft Fuß zu fassen. Als Zeichen dafür, verzichtet er auf das Tragen der Toga und kleidet sich wie ein Nicht-Theraner.


Sabaoth

In Augustus schwelen große Rachegefühle, wenn es um Sabaoth geht. Er hat erst im Nachhinein realisiert, welch tragende Rolle dieser bei seinem dunklen Fall trug.

Augustus erinnert sich rückblickend jedoch an einen intriganten und hetzerischen Berater, von dem jedes Wort schieres Gift zu sein schien. Er ließ auch die Rüstung des Principus Mortis anfertigen und bekräftigte ihn bei allen Grausamkeiten, die sie gemeinsam der barsaver Bevölkerung antaten. Augustus kann bestätigen, dass Silvius Sabaoth in vielen Belangen um nichts nachstand und nicht als manipuliertes Opfer betrachtet werden kann. Jedoch kann er bestätigen, dass Silvius nichts über die schwarze Magie wusste, oder diese Tatsache einfach verdrängte, um an sein Ziel zu gelangen.

Augustus projektziert jedoch viele seiner Schuldgefühle auf Sabaoth und gibt ihm insgeheim die Schuld an allem schlechten, was ihm in seinem Leben wiederfahren ist. Ähnlich, wie die Rachegefühle, denen er erlag, als er den Tod seiner Eltern als Principus Mortis rächen wollte, ist er auch bei Sabaoth wieder vollkommen von diesen Gedanken vereinnahmt.

Neben seinen zermürbenden Schuldgefühlen ist das Bedürfnis sich an Sabaoth zu rächen wohl das stärkste, was derzeit in ihm vorherrscht. Wenn es darum geht, dass er zu seiner Rache gegen Sabaoth kommen kann, würde er Gefahr laufen, dass er erneut über Leichen geht.


Beziehung zu Octavia

Da Augustus Beziehung zu Octavia schon seit ihrer jüngsten Kindheit sehr eng war, würde er alles tun, um seine kleine Schwester zu beschützen. Derzeit ist sie alles, was ihn am Leben erhält und sein einziges Ziel ist, sie und ihre Freunde bei ihrem göttlichen Auftrag zu beschützen.

Octavia gibt ihm auch Hoffnung, da sie trotz all der Tragödien in der Vergangenheit niemals aufgegeben hat und sich tapfer durch Barsaive gekämpft hat. Er glaubt auch voll und ganz daran, dass ihr Kampf sehr wichtig ist und würde jeder Zeit sein Leben geben, damit die Helden ihre Aufgabe weiterführen können.

Er ist auch sehr stolz auf Octavias Ernennung zur Gesandten, wodurch sie in Thera zu einer wichtigen Persönlichkeit wurde. Er weiß auch, dass viele Menschen im Theranischen Reich, die sich zurzeit vor der Macht der Schwarzmagier fürchten, ihre ganzen Hoffnungen in die Gesandte des Drachens und ihr magisches Artefakt aus dem Norden setzen.

Augustus erkennt voll an, dass Octavia nun nicht mehr seiner Vormundschaft untersteht und versucht sich weitgehend aus ihren persönlichen Entscheidungen herauszuhalten. Jedoch wird er, auch wenn er nun nicht mehr durch Tradition und gesellschaftliche Pflichten dafür verantwortlich ist, dafür sorgen wollen, dass Octavia ihr Leben als vorbildliche Theranerin führt und sich für ihr Wohl verantwortlich fühlen. Er wird auch froh sein, dass Octavia sich an die theranischen Tugenden hält und keine Beziehungen zu barsavischen Männern eingeht, da er sehr um ihren Ruf besorgt ist und weiß, dass Octavia sich als Gesandte des Kaisers nun für sich selbst in der harten Ellenbogengesellschaft der theranischen Männer durchsetzen muss. Jeder Skandal, z.B. ein Verstoß gegen Matrias Gesetz, würde unweigerlich dafür sorgen, dass all ihre politischen Gegner sich auf sie stürzen und sie vor dem Senat in ihrem Ansehen und Ruf zerstören würden. Damit würde sie nicht nur sich selbst schaden, sondern auch dem Kampf gegen die Schwarzmagier. Er wird sie deshalb immer wieder an ihre Vorbildposition erinnern und bemerken, dass viele Leute ein genaues Auge auf ihr Verhalten richten und nur darauf warten, um ihr politisch schaden zu können.

Ihm wird es schwerfallen, seinen ausgeprägtem Beschützerinstinkt gegenüber seiner Schwester zu unterdrücken und sobald sie in Gefahr gerät wird er auch zu unüberlegten Handlungen greifen, um sie zu beschützen. Ebenfalls würde er sehr empfindlich reagieren, wenn jemand Octavia beleidigt, verleumdet oder in irgendeiner Form ihre Würde angreift. Sie ist das letzte, was ihm von seiner Familie geblieben ist und alles, was sie betrifft, wird er also äußerst persönlich auffassen.

Er wird besonders vor Octavia verbergen wollen, wie schlecht es eigentlich um seine seelische Verfassung steht, da er sie nicht mit seinen Problemen belasten möchte. Er wird versuchen als großer Bruder für sie da zu sein und sie bei allem unterstützen, was sie tut.

Zu Octavias Magie steht er zwiegespalten. Er hat bereits als Kind geahnt, dass mit seiner Schwester etwas „nicht stimmt“ und sie hat ihm auch selbst erzählt, welche Unfälle ihr wiederfahren sind, nachdem er Kronstadt in seiner Jugend verlassen hatte, da sie noch nie etwas lange vor ihm verheimlichen konnte. Zwar findet er es gut, dass seine Schwester durch ihre Fähigkeiten ihre Zeit in Barsaive überleben und zu einer Heldin werden konnte, jedoch macht er sich auch ein wenig Sorgen um sie. Er hat damals mitbekommen, dass seine Mutter über Octavias Magie sehr besorgt war und da er selbst weiß, wie es ist, mit viel Macht umzugehen, weiß er auch, welche Bürde seine Schwester zu tragen hat.

Insgeheim bewundert er sie jedoch um ihre Willensstärke und dass sie es ohne Ausbildung und aus eigener Stärke schaffte, ihre Macht zu kontrollieren, ohne dass sie von ihrem Weg oder ihren Prinzipien abwich. Er muss ihr deshalb zugestehen, dass sie in der Hinsicht wesentlich geistesstärker und disziplinierter ist als er und er mit ihren Fähigkeiten und ihrer Macht wahrscheinlich schon schreckliche Katastrophen ausgelöst oder sich selbst zerstört hätte. Zwar würde er es niemals zugeben, aber er betrachtet sie deshalb inzwischen als sein Vorbild und hofft, dass er sich eines Tages ähnlich unter Kontrolle bekommt, wie sie es zumindest nach außen vorgibt.

Beziehung zu Adarian

Von allen Helden kennt Augustus Adarian am längsten und wird schnell bemerkt haben, dass sie sich in einigen Dingen sehr ähnlich sind. So kann Augustus es gut verstehen, dass Adarian ähnliche Problem damit hat, die Kontrolle über sich zu wahren und er weiß, wie schwer es ist, sich gerade als ein Kämpfer und Mann des Krieges nicht von Wut und Jähzorn leiten zu lassen.

Auch er selbst stand Bellicus/Tystonius sehr nah und man behauptete von seiner Geburt an, dass sein Genius aus dem Reich des Kriegsgottes entsprungen sei. Bevor sein Genius durch Principus Mortis verstummte, übermittelte Bellicus ihm häufig seine Visionen und half ihn bei vielen Schlachten und Augustus spürte, wie der Gott ihm im Kampf hilfreich zur Seite stand. Nun geht er jedoch davon aus, dass er sich die Gunst des Kriegsgottes verwirkt habe und kann auch gut verstehen, warum er ihn in zukünftigen Kämpfen nicht mehr beistehen wird.

Im Gegensatz zu Adarian wird Augustus mit Eigenschaften wie Wut und Unbeherrschtheit weitaus größere Selbstwertprobleme haben als Adarian, da er sehr hohe moralische und idealistische Ansprüche an sein Verhalten stellt. Deshalb beneidet er Adarian vielleicht sogar insgeheim, da dieser ohne die Zwänge der theranischen Gesellschaft aufwachsen konnte und in seiner Einfachheit schon immer zu seinem wahrem Selbst gestanden hat und damit sogar zu einem berühmten Helden werden konnte.

Außerdem träumte Augustus als Kind immer schon davon, ein Held wie in den barsavischen Geschichten zu werden und Abenteuer zu bestehen. Dieses Leben hätte er seinem Militärdienst bei weitem vorgezogen, war sich aber immer bewusst, dass etwas anderes für ihn absolut unmöglich sein wird. Jedoch hat er schon oft darüber nachgedacht, was aus ihm geworden wäre, wenn er ebenfalls ein freies Leben wie die Barsaver hätte führen können und fragte sich häufig, ob er dann vielleicht niemals in seelische Abgründe gefallen wäre, wie er es in seiner Zeit als Principus Mortis tat. Augustus ist Adarian auch sehr dankbar, dass er immer treu an Octavias Seite stand und in gewisser Weise seine Rolle als Beschützer für sie übernommen hat. Er sieht ihn deshalb selbst als treuen Freund an und würde ihm jeder Zeit zur Seite stehen.

Adarians ungehobelte Art und seine geringe Intelligenz stören Augustus ganz und gar nicht, sondern er empfindet dessen schlichtes Wesen sogar als angenehme Abwechslung gegenüber all den hochintelligenten Lügnern, die er bereits erleben müsste. Außerdem ist Augustus, auch wenn er über eine gute Bildung und auch über nicht zu unterschätzende rhetorische Qualitäten verfügt, eigentlich kein großer Freund langer Diskussionen oder philosophischer Debatten. Er ist ein Praktiker und bringt die Dinge lieber auf den Punkt und wird sich deshalb mit Adarian von Krieger zu Krieger auch ohne Worte gut verstehen.

Beziehung zu Henk

Eigentlich findet Augustus Henk sehr sympathisch und schätzt seine unkomplizierte Art. Jedoch ist er seit Parlainthium Novum etwas vorsichtig geworden, was Henks Einfluss auf ihn angeht.

Er gibt Henk zwar in keiner Weise die Schuld, für die Idee mit dem Dämonenangriff bei Octavias Hochzeit und sieht die Schuld dafür allein bei sich, aber er weiß auch, dass er sich ohne Henk niemals auf eine solche Lüge eingelassen hätte.

Deshalb hat Augustus ein wenig Angst davor, dass Henk ihn auf dumme Gedanken bringen könnte oder ihn durch seine etwas „ungewöhnlichen“ Vorstellungen von Recht und Unrecht zu unüberlegten Taten verleiten könnte. Er geht zwar davon aus, dass Henk in seinem Kern ein guter Mensch ist, aber er ist sich auch bewusst, dass seine ethischen Vorstellungen sich weit von seinen eigenen unterscheiden.

Augustus ist ein sehr rechtschaffender Mensch und hasst Lügen, Hinterhältigkeit und Geheimnistuerei und findet, dass diese Eigenschaften das Hauptproblem in der theranischen Gesellschaft sind und er würde auch viele Senatoren als Gauner und Kriminelle bezeichnen. Deshalb wird er auch nichts von Henks illegalen Geschäften wissen oder etwas damit zu tun haben wollen.

Wenn Henk seinen Hass auf Thera anspricht, wird Augustus ihn in Teilen nachvollziehen können und ihm bestätigen, dass es viele Missstände gibt, die er selbst erleben musste. Jedoch wird er ihn auch daran erinnern, dass er trotzdem daran glaubt, dass die Theraner ein auserwähltes Volk sind und für den Erhalt und Schutz von Aloran von göttlicher Priorität sind.

Er wird ihm sagen, dass die Theraner es leider immer noch nicht geschafft hätten, ihren Tugenden und dem Weg des Kaisers entsprechend zu folgen und dass sie ihre Verantwortung nicht entsprechend wahrnehmen würden. Er würde sich deshalb sogar bei Henk entschuldigen, wenn ihm etwas Unrechtes unter Theras Obhut geschehen ist. Trotzdem wird er auch betonen, dass die Leistungen des Imperiums nicht zu leugnen sind und man nirgendwo mehr Wohlstand und Sicherheit für alle finden könnte, wie unter dem Schutz des Kaisers. Auch die Sklaverei wird er versuchen zu verteidigen und sagen, dass es in Barsaive genau die gleichen Zustände gibt, da in jeder Gesellschaft immer irgendjemand die existenziellen Arbeiten übernehmen müsse und es gleich ist, ob man sie nun Sklave, Leibeigener oder Tagelöhner nennt. Nur, weil die Sklaven ihren Arbeitsort nicht frei wählen können, seien sie nicht automatisch ausgebeutet und entwürdigt und besäßen zumindest mehr Rechte und Freiheiten, als mache Knechte in Barsaive.

Augustus kann trotzdem verstehen, dass Henks persönliches Schicksal ihm die Sicht auf viele Dinge verblendet und hat auch Mitgefühl für das, was Henk als Sklave erleben musste. Er selbst hat sich aber ebenfalls sein ganzes Leben unfrei gefühlt und kann Henk auch aufzeigen, dass ein Leben in der theranischen Nobilität dem eines Sklaven gar nicht so unähnlich ist und er in seinem ganzen Leben eigentlich noch nie eine wirklich freie Entscheidung treffen konnte.

Beziehung zu Kenji

Augustus wird sich ganz besonders freuen, Kenji wiederzusehen. Immerhin ist er ein bekanntes Gesicht aus seiner Jugend und er erinnert ihn an die guten, alten Zeiten und er wird für ihn deshalb etwas Vertraulicheres besitzen, als Octavias andere Freunde.

Er wird Kenji sogar als Teil seiner Familie betrachten und ihm unendlich dankbar sein, dass er sich damals entschloss, Octavia zu begleiten und zu beschützen. Anders als bei Henk und Adarian, geht er nämlich davon aus, dass Kenji Octavia mit gutem Rat und moralischer Unterstützung helfen konnte und auch dafür gesorgt hat, dass Octavia seelischen und sittlichen Beistand erhielt. Auch wenn Augustus strikt der theranischen Religion folgt, so hat er großen Respekt vor den Questoren des Mynbrujes und fühlte sich dem Gott selbst früher einmal verbunden. Schon von frühster Kindheit an, konnte Augustus die Anwesenheit von Unrecht und Lügen nicht ertragen und sein Genius übermittelte ihn häufig die Eingebungen des Lexus. Aus seinem großen Gerechtigkeitsempfinden heraus, brachte Augustus sich schon in so mache Gefahr und auch für ihn besitzt die Suche nach Wahrheit eine große Relevanz.

Jedoch weiß er auch, dass es auch genau dieser Sinn für das Gerechte war, was ihn immer wieder in seinen Rachegelüsten antreibt und ihn zwingt, Leid und Schmerz unter die Menschen zu bringen. Er vermutet deshalb, dass er unfähig war, die Botschaften des Lexus für sich zu deuten und bewundert Kenji dafür, dass er anscheinend verstehen kann, was der Gott der Gerechtigkeit verlangt, vor allem, wenn man in einer Welt sitzt, die anscheinend aus nichts anderen als Ungerechtigkeit, Lügen und Verwirrung zu bestehen scheint.

Wenn Augustus von Kenjis Gefühlen zu Octavia erfährt könnte es zu Problemen kommen. Zwar sieht er Kenji gern als Teil seiner Familie an und würde sich freuen, wenn sie alle eng zusammenbleiben könnten, aber er wird es nicht zulassen wollen, dass Octavias Ruf durch eine Beziehung zwischen den beiden gefährdet wird. Er wird Kenji versuchen bewusst zu machen, dass er mit Octavia niemals eine gemeinsame Zukunft haben kann, da niemand in Thera dafür Verständnis haben würde und er Octavias Ruf damit unendlich schaden könnte. Er wird dabei betonen, dass er Octavia nichts mehr vorzuschreiben habe und sich aus ihrem Privatleben heraushält, aber er wird Kenji darauf hinweisen, dass eine öffentlich geführte Beziehung niemals möglich wäre und er als Mynbrujequestor immer mit einer riesigen Lüge leben müsste, was sicher nicht in seinem Sinne wäre. Er wird ihm auch sagen, dass er nichts anderes will, als dass seine Schwester glücklich wird, aber dass sie als Theraner nun mal nicht so egoistisch sein können, dass sie private Gefühle über das politische Wohl stellen können und Kenji dies verstehen müsse.


Biografie von Sabaoth Immortalis

Geburt (284 i.J.P.)

Sabaoth/Spurius Iunius stammt ursprünglich aus der theranischen Nobilität und wurde in Thera geboren. Er kam als sehr schwächliches und krankes Kind zur Welt und es war schon ein Wunder, dass er die Geburt überhaupt überlebt hatte. Nachdem er von den Priestern – wie es das Gesetz vorschreibt - begutachtet worden war, befahlen sie seinen Eltern, die Seele dieses Jungen zurück zu den Göttern zu schicken, da er durch seine Schwäche niemals ein wahrer theranischer Mann werden könnte.

Sein Vater Quintus Iunius Victorius wollte sich dem Gesetz beugen, aber seine Mutter Livia versuchte alles, um ihren Sohn bei sich zu halten. Sie wäre bei der Geburt selbst beinahe ums Leben gekommen und konnte es nicht ertragen, dass dies alles umsonst gewesen sein sollte. Sie flehte ihren Mann an, dass er ihren Sohn retten wollte und war so verzweifelt, dass sie ihn sogar mit Selbstmord drohte. Schließlich gab der Vater den verzweifelten Bitten seiner Frau nach und sprach zu später Stunde erneut mit den Priestern in ihrem Tempel. Nachdem er diesen eine große Summe Gold zukommen ließ, stimmten die Priester zu, sich den Jungen erneut an anzusehen.

Die zweite Begutachtung fiel dementsprechend anders aus und die Priester gaben öffentlich an, dass sich der gesundheitliche Zustand des Jungen „verbessert“ habe und sie deshalb ihr Urteil zurückziehen. Die Mutter war überglücklich und konnte ihren Sohn mit zu sich nehmen.

Kindheit (284-305 i.J.P.)

Sabaoth wuchs bei seinen Eltern in einer sehr einflussreichen Familie auf, die auf eine lange und bedeutende Geschichte zurückblicken konnte. Sein Vater hatte selbst in vielen Schlachten Ruhm erworben und schließlich sogar die Senatorenlaufbahn beschritten. Doch nun schämte er sich für seinen schwächlichen Sohn, der sich weder für das Militär, noch für die Politik interessierte, sondern lieber seine ganze Zeit in den Bibliotheken und bei den Philosophen verbrachte. Da Sabaoth nämlich wusste, dass er niemals mit den anderen Männern wird mithalten können, versuchte er seine körperlichen Schwächen durch Intelligenz und Gelehrtheit zu kompensieren. Er versuchte somit auch seinem Vater zu beweisen, dass er andere Talente besitzt, doch konnte er ihn nie zufrieden stellen. Besonders interessierte er sich damals für die Medizin und die Heilkunst, da er hoffte ein Mittel zu finden, was ihn ebenso stark wie die anderen Männer macht und seinen Geburtsfehler aufheben kann.

Sabaoth hatte auch einen älteren Bruder Kaeso Iunius, der das genaue Gegenteil von ihm war. Er war der ganze Stolz der Familie und ein würdiger Erbe seiner Ahnen. Schon früh ging er zur Akademie und man prophezeite ihm eine glanzvolle Zukunft als Feldherr. Ebenso wie ihr Vater, so stand auch er in keinem guten Verhältnis zu Sabaoth. Wann auch immer sich eine Gelegenheit bot, verspottete und erniedrigte er ihn und machte sich über seine sinnlosen Studien lustig.

Auch von anderen Altersgenossen wurde Sabaoth stets aufgezogen und bekam ihnen Hohn zu spüren. Von den Erwachsenen erntete er stets mitleidige Blicke und musste oft beobachten, wie sie kopfschüttelnd hinter seinem Rücken tuschelten, während sie verstohlen und verständnislos auf seine Eltern zeigten.

Die einzige Person die Sabaoth jedoch bedingungslos liebte, war seine Mutter. Niemals verlor sie ein schlechtes Wort über ihren Sohn und nahm ihn, wann immer sie es konnte, vor seinem Vater und Bruder in Schutz. Auch für Sabaoth bedeute seine Mutter seine ganze Welt. Sie war die einzige, die sich um ihn kümmerte und ihn so nahm, wie er ist – mit all seinen Fehlern und Schwächen. Doch die Menschen im Umfeld seiner Mutter hielten sie immer mehr für verrückt und man spekulierte schon lange darüber, warum das Gesetz Sabaoth nach seiner Geburt nicht erlöst hätte. Auch über die Bestechung der Priester wurde gemutmaßt, aber man konnte nie etwas nachweisen.

Militärausbildung (298-307 i.J.P.)

Sabaoth musste mit 14 Jahren schließlich in Integritien seinen Militärdienst antreten, bei welchem er fast in allen Disziplinen furchtbar versagte. Deshalb beantragte er nach seiner zweijährigen Grundausbildung eine Versetzung zu der Abteilung der Magier und wollte seine Ausbildung in ihrer Akademie in Thera fortsetzen. Jedoch war sein gesellschaftlicher Rang dafür eigentlich zu hoch, da Mitglieder der Nobilität gewöhnlich eine Offizierslaufbahn einschlagen, um in Kriegen große Siege für ihr Volk zu erringen. Sabaoth hielt jedoch trotz allen Spottes an seinem Entschluss fest. Ein wichtiger Grund für seine Entscheidung war auch, dass er dann wieder in der Nähe seiner Mutter seien konnte.

Die folgenden fünf Jahre studierte er an der Magierakademie, doch auch hier erwies er sich als Außenseiter. Sabaoth war zwar sehr schnell in der Theorie und eignete sich alles Wissen mit Leichtigkeit an, aber in der Praxis war er oft zu ungeduldig und die militärischen Schutzzauber und die traditionelle Portalmagie interessierten ihn nur wenig. Das führte dazu, dass Sabaoth seine Aufgaben nur sehr halbherzig ausführte und sich lieber anderen Interessen widmete. Er las zum Beispiel viel über fremde Orte und die Geschichte Alorans und träumte davon, Thera eines Tages gemeinsam mit seiner Mutter zu verlassen und einen Ort zu suchen, wo er zu Macht und Ansehen kommen konnte.

Außerdem hatte er durch eine Bestechung Einblick in verbotene Bücher von einem Bibliothekar erhalten, die beschrieben, wie man die Seelen der Toten über die Vergangenheit und die Zukunft befragen konnte. Dieses Buch stammte aus einem dunklen Reich auf dem fremden Kontinent im Süden, wo auch die Ishturi beheimatet sind. Er unternahm einige Experimente und erfuhr von den Verstorbenen tatsächlich erstaunliche Dinge über einige verhasste Menschen, welche er zu ihrem Schaden und aus Rache einsetzte.

Erster Kriegseinsatz (307 i.J.P.)

Seine verbotenen Studien blieben jedoch nicht unbemerkt und einige andere Magier kamen hinter sein Geheimnis. Sabaoth wurde zu einem der Hochmagier in der Akademie gerufen und musste das verbotene Buch aushändigen und den Namen des verräterischen Bibliothekars nennen. Zur Strafe wurde er mit 23 Jahren ins Krisengebiet Barsaive versetzt, wo sein Bruder, mit seinem Vater als Berater, gerade einen Angriff auf Throal vorbereitet.

Widerwillig nimmt Sabaoth Abschied von seiner Mutter und reist in das fremde Land, um in einem Krieg zu dienen, dem er gleichgültig gegenübersteht. Nur die Hoffnung, dass er dort vielleicht unbemerkt und weit entfernt von der Magierakademie, seine Experimente fortsetzen könnte, halten ihn aufrecht.

In Barsaive stellt sich jedoch heraus, dass er seinem Bruder unterstellt wird und ihm als persönlicher Transportmagier dienen sollte. Damit begann für Sabaoth eine grausame Zeit in welcher er von seinem Bruder und seinem Vater schlimmer als ein Sklave behandelt wurde.

Geheime Leidenschaften (308-311 i.J.P.)

Nachdem alle Versuche Märkteburg einzunehmen gescheitert und Travar von den vereinten Kräften Barsaives zurückerobert wurde, musste Sabaoth sich mit den Truppen nach Vivane zurückziehen. Da der Krieg sich gerade in einer verfahrenen Lage befand, begannen Verhandlungen mit Barsaive und es fanden vorerst keine großen Schlachten statt. In dieser Zeit hatte Sabaoth nun Zeit sich wieder um seine geheimen Leidenschaften zu kümmern. Über einen Ishturhändler konnte er erneut eine Ausgabe des verbotenen Buches über die Toten erwerben und konnte von dem Händler sogar noch andere interessante Lektüren kaufen. So kam er erstmals mit den Gedanken des Bundes von Utukk’Xul in Berührung, denn hier erwarb er die von Pagal Guenna geschriebenen Werke: „Die schaffende Kraft der Zersetzung“ und „Transformation durch Leiden“. Außerdem gelang es ihm, unter vielen anderen Schriften, auch einige Auszüge aus dem „Ossadogowah“ ausfindig zu machen. Sabaoth verschlang alle Texte, die er auftreiben konnte, und glaubte, dass diese schwarzen Lehren ihm zu Macht und Einfluss führen könnten.

Er studierte seine Bücher im Geheimen und setzte auch seine Versuche in der Nekromantie fort. Durch die Kraft der Toten gelang es Sabaoth schließlich seinen Körper zu stärken und seine körperlichen Leiden auf andere Lebende zu übertragen. Als Ziele wählte er dazu meist die Menschen in seiner Umgebung aus, von denen er sich unrecht behandelt fühlte. Die Männer, die statt seiner nun krank wurden, suchten die Schuld jedoch nie bei ihm.

Sabaoths Seele verfinsterte sich mit jeder unheiligen Tat mehr und mehr und selbst sein Bruder schien zu bemerken, dass sich Sabaoth veränderte und verspottete ihn nur noch selten. Manchmal schien es fast so, als ob er ihn sogar fürchten würde. Außerdem tat Sabaoth sich nun auch als Magier hervor und erhielt zum ersten Mal von seinen Kollegen Anerkennung, da er einige grundlegende Verbesserung bei der Effizienz der Portalmagie hervorgebracht hatte. Dank seinen schwarzen Künsten hatte er nämlich Einblicke in die Astralebenen gewonnen, die gewöhnlichen Magiern völlig fremd sind. So bekam er schließlich auch die Erlaubnis, neben seinem Militärdienst, eigene Forschungen zu betreiben und ihm wurde ein eigenes Labor gewährt. Statt hier aber Forschungen über die Portalmagie anzustellen, studierte er seine verbotenen Bücher praktizierte dunkle Rituale.

Verbotene Liebe (311 i.J.P.)

Einige Zeit wurde Sabaoth jedoch wieder von seinen Studien abgelenkt. Damals hatte er eine neue Sklavin entdeckt, die gerade aus dem Norden Barsaives eingetroffen war. Sie war eine ehemalige Questorin Garlens, die gezwungen wurde, ihre Heilkünste nun in den Dienst Theras zu stellen. Da sie seinem Bruder gehörte, sah Sabaoth sie häufig. Sie spürte, dass er nicht wie die anderen Theraner war und ein Außenseiter in den eigenen Reihen. Sabaoth führte mit ihr in seinen freien Stunden oft lange Gespräche. Dabei verliebte er sich in die schöne Questorin und vergaß seine dunklen Übungen und Bücher für eine Zeit. Nachdem sie immer mehr Vertrauen zu ihm gefasst hatte, verriet sie ihm, dass sie sich freiwillig versklaven ließ und im Auftrag von Jerris die Pläne Theras ausspionieren soll. Doch sie gestand Sabaoth auch, dass sie sich ebenfalls verliebt hatte und alles aufgeben würde, um mit ihm vor dem Krieg zu fliehen und irgendwo ein neues Leben anzufangen.

Sabaoth war bereit zu gehen, aber seine Gespräche mit ihr wurden von seinem Bruder belauscht. Die Questorin wurde somit als Spionin entlarvt und vor Sabaoths Augen lange gefoltert und verhört. Dazu zwang ihn sein eigener Vater, der dies für eine angemessene Strafe hielt. Sie sollte die Namen der anderen Spione nennen, starb schließlich aber ohne etwas verraten zu haben.

Die Freidenker (312 i.J.P.)

Sabaoth war untröstlich und voll Hass. Er entwendete den toten Körper der Questorin und brachte ihn zu einem verderbten Ort in der Nähe von Vivane. Dort beschwor er mit aller Macht die Dämonen des Todes und befahl ihnen den toten Körper wieder mit Leben zu füllen. Doch er schaffte es nicht sie zurück zu bringen. Stattdessen erschuf er einen seelenlosen Zombie, den er schweren Herzens wieder zerstörte.

Sein unheiliges Ritual blieb jedoch nicht unbemerkt. Ein finsterer Mann in einer schwarzen Robe trat hervor und sprach auf den am Boden zerstörten Sabaoth ein. Er sprach ihm sein Beileid aus und sagte, dass er ihn schon seit längerem beobachtet. Er möchte ihm nämlich helfen und ihn davor bewahren, dass ihm soviel Leid noch einmal widerführe. Außerdem sagte er, dass er zu einer Gruppe von „Freidenkern“ gehört, die alle die selben Bücher wie er studieren würden. Durch ihre Hilfe könnte er so mächtig werden, dass der Tod bald keine Rolle mehr für ihn spielen würde.

Beitrittsverhandlungen (312 i.J.P.)

Sabaoth ging zurück nach Vivane, aber wann immer er konnte traf er sich nun mit seinem neuen Freund. Er erfuhr, dass die Anführer eines alten Kultes, der sich „Bund von Utukk'Xul“ nennt, seinem Weg bereits fast seit seiner Ankunft in Barsaive verfolgen, da sie sein großes Talent neugierig gemacht hatte. Sie wären auch bereit, ihn in ihre Reihen aufzunehmen und ihm einen bedeutenden Rang anzubieten, wenn er eine Aufgabe für sie erledigt. Dazu müsse er in Vivane die Theraner dazu bringen, Truppen nach Barsaive anzufordern und die Verhandlungen der Diplomaten einzustellen. Er solle seine Verbindung und hohen Rang in Thera nutzen, um den Orden dabei zu helfen, dass theranische Imperium zu zersetzen.

Sabaoth verhandelte lange mit dem Kultisten und traf eine Vereinbarung die beiden zusagte. Er war bereit sich dem Kult anzuschließen und brannte außerdem auf Rache. Sein Bruder und sein Vater sollten für alles was sie ihm angetan hatten, büßen. Ebenso empfand er auch keine Skrupel mehr, bei der Vernichtung seiner Heimat, oder der von Barsaive, zu helfen. Für ihn verdienten sie alle den Tod und das einzige was ihn jetzt noch interessierte war seine eigene Macht.

Spurius Rache (312-314 i.J.P.)

Sein Plan lief wie folgt: Sabaoth suchte eine hartnäckige Gruppe von barsavischen Veteranen und ließ ihnen durch einen gut bezahlten und glaubwürdigen Mittelsmann Informationen über den persönlichen Aufenthalt eines der theranischen Feldherrn - seines Bruders – und Schwachstellen bei der Verteidigung von dem Umland von Viane übermitteln.

Sabaoth lockte seinen Bruder schließlich, unter dem Vorwand sie hätten weitere Spione gefasst, zu einem Ort außerhalb des Lagers. Doch als er dort mit seinen Männern ankam, wurden sie von den Veteranen aus einem Hinterhalt überfallen. Sabaoth schwächte seinen Bruder durch einen Zauber, welcher dadurch im Kampf mit Leichtigkeit von seinem Gegner getötet werden konnte. Auch die theranischen Soldaten standen unter Sabaoths Fluch und fielen einer nach dem anderen. Sabaoths Vater war ebenfalls dabei und musste mit ansehen wie sein Sohn vor seinen Augen in einem ruhmlosen Kampf niedergestreckt wurde. Sabaoth öffnete schließlich in letzter Sekunde ein Portal und rettete seinen Vater und den Rest der Soldaten. In Vivane erzählte er allen von dem hinterhältigen Angriff der Barbaren und ließ sich als Retter feiern.

Im nächsten Schritt seines Planes ließ er sich von seinem Mittelsmann den Leichnam seines Bruders in sein Labor bringen. Dort erweckte er seine leblose Hülle und erschuf einen Untoten, der all seine Befehle befolgte. Er ging mit ihn in der Nacht in das Schlafgemach seines Vaters und ließ ihn von dem toten Körper seines Sohnes wecken und vollzog an seinem Vater seine Rache. Er sprach eine letzte hasserfüllte Rede und ließ ihn durch die Hände seines toten Bruders erwürgen. Danach schrie er um Hilfe und überzeugte die anderen Theraner davon, dass dies das Werk von einheimischen Nekromanten sei und dass den Menschen in Barsaive nun kein Mittel mehr zu unheilig sei. Die Soldaten machten den untoten Feldherrn unschädlich und Sabaoth spielte den trauernden Sohn und Bruder. Er veranstaltete eine große Bestattungszeremonie in Vivane und hielt vor allen versammelten Legionen eine lange und tränenreiche Rede, in welcher er zum erneuten Angriff auf Barsaive aufruft und Rache für seine Blutsverwandten von den Soldaten fordert. Alle Theraner sind sich einig und fordern in der Heimat Verstärkung an. Daraufhin wird ein Behemot entsandt, mit dessen Hilfe es die theranischen Truppen schafften, Travar zurückzuerobern.

Aufnahme in den Bund (314 i.J.P.)

Sabaoth hatte seine Aufgabe erfüllt. Er hatte die Friedensbemühungen auf beiden Seiten zum Erliegen gebracht und eine gewaltige Schlacht provoziert, die abertausende das Leben gekostet hatte. Somit wurde er auch in den Bund von Utukk`Xul aufgenommen und erhielt ihr dämonisches Mal, was ihn für immer an sie binden wird. Man zeigte ihn nun ihr Hauptquartier Li’iktischuma im südlichen Barsaive und Sabaoth richtete Portale ein, die ihn jeder Zeit dorthin bringen können. Dies war auch sehr wichtig, da Sabaoth plante nach Thera zurückzukehren und weiterhin die theranische Politik aus der eigenen Mitte zu unterwandern.

Konsul in Thera (315-316 i.J.P.)

Er trat also sein Erbe an, zog zurück in das Familienanwesen und genoss in Thera sogar einen guten Ruf, da er nun reich, mächtig und beteiligt an den Sieg bei Travar gewesen war. So richtete er sich in der Magierakademie sein eigenes Labor ein und benutzte seine Berühmtheit und den Namen seiner Ahnen, um sich Bedeutung in der Politik zu schaffen. Als Magier konnte er zwar niemals den obersten Rang eines Konsuls erlangen, aber es gelang ihm Mitglied des Senates zu werden. Er gab sich offiziell als ein hingebungsvoller Theraner aus, der den Krieg gegen Barsaive in jeder Hinsicht befürwortet. Dazu nutze er auch alle Mittel der Manipulation, um andere Senatoren von seiner Ideologie zu überzeugen und auch um Streit, Missgunst und Intrigen in der theranischen Politik zu sähen.

Das einzige was nun noch menschliche Züge in ihm hervorbrachte war seine Mutter. Sie wohnten nun nach all den Jahren wieder zusammen und Sabaoth hing immer noch sehr an ihr. Vor ihr hielt er auch die Lüge aufrecht, dass er nicht an dem Tod seines Vaters und seines Bruders beteiligt war. Doch trotzdem spürte die Mutter insgeheim, dass er dafür verantwortlich war, wollte es aber wohl nicht wahrhaben, da sie stets so tat als würde sie ihm glauben. Sie wusste auch, dass Sabaoth sich verändert hatte und ein dunkles Geheimnis mit aus Barsaive gebracht hatte. Aber ihre Mutterliebe brachte sie dazu, all diese schrecklichen Dinge zu ignorieren und sich lediglich zu freuen, dass sie ihren Sohn wieder bei sich hatte.

Konkurrenzkämpfe (317-326)

Nachdem Sabaoth sich in dem Bund zu einer anerkannten und gefürchteten Autorität emporgearbeitet hatte, beseitigte er noch einige Meister des Ordens und bekam dadurch Zugang zu den höchsten Reihen. Durch seine „Arbeit“ im theranischen Senat wurden die Bestrebungen von Utukk`Xul enorm vorangetrieben und Sabaoth konnte sein falsches Spiel über Jahre fortsetzen. Doch auch er zog nun immer mehr Neider an und viele seiner Ordensbrüder warteten auf den Moment wo sie ihn beseitigen und seinen Platz einnehmen könnten.

Beinahe schaffte dies ein Schüler Sabaoths. Er war ebenfalls Theraner und von Sabaoth rekrutiert worden, als er ein junger theranischer Magier an der Akademie war. Dieser wusste von dem engen Verhältnis zwischen Sabaoth und seiner Mutter und erkannte die Schwachstelle seines Meisters. So entführte er sie und drohte Sabaoth seine Mutter zu quälen, wenn er sich nicht selbst das Leben nimmt. Doch Sabaoth konnte den jungen und hochmütigen Schüler überwältigen und tötete ihn, indem er seine Seele immer und immer wieder in seinen bereits toten Körper zurückholte, um ihn erneut auf eine andere grauenhafte Art und Weise wieder aus dem Leben zu reißen.

Sabaoths Mutter wusste die Befürchtungen um ihren Sohn nun bestätigt und fürchtete sich von nun an vor ihm, obwohl sie es niemals ansprach. Sie schwieg sowieso über alles, was sie wusste. Und sie blieb sogar jetzt noch bei ihm, weil sie überzeugt war, dass sie ihn dadurch wieder auf den rechten Weg helfen könnte.

Doch Sabaoth hatte bereits seine eigene Idee, wie er seine Mutter, vor seinen Konkurrenten schützen könnte. Eines Nachts führte er sie in den Keller und nahm ihr eigenhändig das Leben, damit sie wieder neu auferstehen könnte. Er war überzeugt, dass nur der Tod zur Unsterblichkeit führt und dieses Geschenk wollte er nun ihr übergeben. Doch wieder ging etwas schief und sie kam nicht so zurück, wie er es sich vorgestellt hatte. Diesmal brachte er es jedoch nicht über Herz, die unglückliche Untote zu vernichten und behielt sie bei sich. Offiziell verkündete er, dass seine Mutter an einer plötzlichen Krankheit gestorben sei und ließ bei der Bestattung eine andere Leiche verbrennen.

Pläne mit Silvius Insidiae (327-349 i.J.P.)

Nachdem er nun seine Mutter verloren hatte konnte Sabaoth nichts mehr Aufhalten und er festigte seine Position im Bund der Kultisten, als auch als theranischer Politiker. Er freundete sich schließlich mit einem unglaublich einflussreichen, ehemaligen Konsul namens Silvius Insidiae an. Dieser wurde zum Statthalter von Travar ernannt und war im Senat schon lange als Kriegstreiber verschrien. Sabaoth (61 Jahre) begleitete ihn nach Travar (345) und schaffte es Silvius durch seine schwarze Magie zu manipulieren und Barsaive erneut in den Kriegszustand zu treiben (347 i.J.P.). Es gelang im schließlich auch Silvius Neffen, ein außergewöhnlich tüchtiger und fähiger Feldherr, für seine Zwecke einzuspannen und Barsaive mit dessen Heer in Schrecken zu versetzen.

Sabaoths Pläne setzten sich also reibungslos um, bis seine Feldherrn vor Druzba beide verschwanden und ihre Truppen aufgerieben wurden. Damit begann eine Pechsträhne, denn kurze Zeit später wurden die Xottak`Kar direkt aus dem Hauptquatier von zwei Meisterdiebinnen entwendet. Die Suche nach dem wichtigen Artefakt führte zu einer Gruppe Abenteurer, die auffällig wurden, da sie einen ihrer Kultisten getötet hatten. Zufällig stellte sich heraus, dass diese Abenteurer die selben waren, die auch an der Niederlage in Druzba beteiligt gewesen waren. Sabaoth ließ sie beobachten und nutzte jede Gelegenheit um sie zu töten und die Xottak`Kar wieder zu beschaffen. Doch diese lästigen Helden hatten mächtige Freunde und waren mit Lichtträgern, troskanischen Politikern, Elben und Zwergen gleichermaßen im Bunde. Zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit ihnen kam es schließlich bei einem nächtigen Ort (Orilos Scheitel, Choar 349 i.J.P.), den der Orden verseuchen wollte. Sie wurden von den Abenteurern überrascht und Sabaoth wurde schwer verletzt, so dass er nur noch mit Hilfe von Magie weiterleben konnte. Daraufhin befahl Sabaoth jedem diese Gruppe zu quälen und erbarmungslos zu jagen. Er tötete schließlich persönlich die Familie von einem der Abenteurer und konfrontierte ihn mit den untoten Leichen seiner Frau und seines Sohnes.

Pläne mit Hella Behringer (349-350 i.J.P.)

Schließlich hatte er einen Plan, wie er diese Gegner beseitigen würde. Er lernte nämlich die Schwester von einem der Helden kennen und sie war zu seiner Freude eine Zauberin, die auf dämonische Pfade abgedriftet war. Er glaubte, dass er sie bereits ganz unter seiner Kontrolle hatte, doch als es zur Konfrontation in Parlainth kam, fiel die Magierin ihm in den Rücken und stellte sich auf die Seite seines Bruders. Sabaoth wurde daraufhin besiegt und von der Gruppe, zu der inzwischen auch Silvius Neffe gehörte, hingerichtet (Loar 350 i.J.P.).

Doch natürlich hatte er vorgesorgt. Schon lange hatte er für den Fall seines Ablebens alles vorbereitet, damit er als Unsterblicher zurückkehren kann. Die Fehler, die ihm bei seiner Mutter unterlaufen waren, hatte er inzwischen verstanden und aus ihnen gelernt. So gelang es ihm mit vollem Bewusstsein zurückzukehren.

Kriegstreiberei (350-351 i.J.P.)

In der folgenden Zeit wendete sich das Blatt zu Gunsten des Ordens, denn die Heldengruppe hatte in der Politik Barsaives ein großes Chaos angerichtet, auf das Sabaoth und seine Brüder nur gewartet hatte. Es gelang ihnen erneut einen Keil zwischen Thera und Barsaive zu treiben und der Krieg brach schlimmer aus als jemals zuvor. Alle versteckten und getarnten Kultisten leisteten gute Arbeit und sorgten für Hass auf beiden Seiten.

Außerdem gelang es endlich die Xottak´Kar von den Helden zurückzuholen (Nauloar 350 i.J.P.). Somit konnte das Ritual vollzogen werden und Utukk`Xul zu erneuter Macht erstarken. Zwar gab es dabei auch Verluste unter den eigenen Brüdern, aber die Abenteurer waren nun kein Hindernis mehr. So konnten sich Sabaoth und seine Brüder ganz darauf konzentrieren, den bevorstehenden Krieg in Barsaive zu nutzen, um die Pforten zum Astralraum zu öffnen und ihre Herren zu befreien.