Drachentränen

Aus Aloran Kompendium
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Die Drachentränen sind ein heiliges, magisch erschaffenes, organisches Phylakterium, in dem die Seele des weißen Drachen Usiel verwahrt ist und dessen Aura einem Drachen gleicht.

Die Drachentränen wurden im Noar 350 i.J.P. von den Auserwählten Adarian von Wallenrode, Henk Hjaldinger, Kenjiro Asai und Octavia in Axunatra Ithiel aus ihrem Blut erschaffen und sind an das Leben der Helden gebunden und verbunden. Durch die Abkehr von Henk in Jerris wurden die Drachentränen beschädigt und drohten bei einem Bruch der Gruppe sogar zu zerfallen. Augustus Vision zeigte darüber hinaus, dass die Drachentränen sogar mit allen Blutsverwanden der Helden verbunden sind.


Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte der Drachentränen

Usiels Schicksal (vorgeschichtlich)

Der Untergang

Usiel in humanoider Gestalt

Im hohen, damals noch warmen Norden wurde der weiße Drache Usiel, welchem die Dämonen aus den astralen Sphären nach Gea gefolgt waren, in der Zikkurat Axunatra Ithiel vom Verijgorn bezwungen (vgl. Usiels Schlachtzug), welcher Usiels Seele in drei Teile zerriss und tief unten in der unheiligen Festung eingekerkerte, um ihr ewige Qualen zu bereiten. Der Erzdämon setzte drei Wächter ein, welche verhindern sollten, dass Usiels Seelenteile den Albtraumvisionen, in denen sie durch korrumpierte Erinnerungen gefoltert wurden, entrinnen konnten.

Die Hoffnung

Als Usiels überlebende Gefährten (die Elben Dinmacilion, Nomin'meldir, Nesta'caim und die Zwerge Drar Oakenboot, Ebersar Veridic, Dwalin Deepthought) zu der Zikkurat kamen, offenbarte sich ihnen das Schicksal Usiels und auch die Tatsache, dass nur das Blut der Drachen seine Seele wieder vereinen kann – doch diese waren alle tot! Die Götter ließen einen schneeweißen Marmorblock als Gedenkstein für Usiel auf der höchsten Ebene der schwarzen Zikkurat aufstellen und offenbarten den Vertretern der alten Rassen, dass Usiel nur in einer Zeit der höchsten Welten-Not errettet werden könne.

Alle Versuche der Elben und Zwerge, Usiels Seele aus ihrem astralen Gefängnis zu befreien, scheiterten. Schließlich hatte die Priesterin Nesta'caim eine Vision und sie sah mit Naudas Hilfe, dass es nur Menschen möglich sein wird, den Drachen aus seinem astralen Gefängnis zu befreien. Gemeinsam errichteten Elben und Zwerge daraufhin die alten Heiligtümer im Norden (Til'aman Dulin, Lethil Ulthir, Thalio Aswen), welche den zukünftigen Helden den Weg zu Usiels Gefängnis weisen sollten und bereiteten ein aufwändiges Ritual vor. Dazu erschufen sie drei heilige Artefakte, welche durch die Unterstützung der Götter geweiht wurden und den auserwählten Menschen helfen sollten, die Seele des Drachens zu retten.

Die Enttäuschung

Nesta'caim

Die ersten Menschen auf Aloran waren jedoch wild und barbarisch und weder Zwerge noch Elben fanden einen konfliktfreien Kontakt zu ihnen. Sie waren unvernünftig und sahen in den alten Rassen lediglich Feinde und Konkurrenten und sie schändeten sogar das alte Heiligtum Til'aman Dulin, so dass das heilige Artefakt, die Eule der Hesinde, von keinem Wächter gehütet wurde. Über all die Auseinandersetzungen gerieten Usiels Rettung und die Heiligtümer im Norden über die Jahrhunderte immer mehr in Vergessenheit. Die alten Rassen waren enttäuscht von den Nachfahren der Drachen und gaben die Hoffnung auf, dass die Menschen Usiel befreien und damit die alten Drachen wiederbeleben könnten. Viele von ihnen zogen sich daraufhin aus den immer kälter werdenden Norden zurück und überließen die heiligen Stätten und die Artefakte ihrem eisigen Schicksal. Einige der Elben zogen auch in das heutige Lisinien und errichteten dort das Heiligtum Tyellúme, welches die Prophezeiung vom Ende der Welt bewahrt.

Durch die Veränderungen des Klimas auf Aloran versank die alte Festung des Verijgorns, in welchem Usiels Seele eingekerkert wurde, schließlich völlig im Eis und kein Mensch wagte sich mehr in die lebensfeindliche Region. Nur wenige der Elben und Zwerge, welche die Heiligtümer errichtet und bewacht hatten, hielten ihren Glauben an die junge Rasse der Menschen aufrecht und blieben im Norden zurück, um über Usiels Seele zu wachen und auf die Auserwählten zu warten. Die Elben der Eisfeste Estel'Nedhdaw wurden über die Jahrhunderte zu Firnelben und harrten der Ankunft derjenigen, welche dereinst Usiels Seele retten könnten. Ihre Heilerin Nesta'caim besuchte jährlich das alte Heiligtum Thalio Aswen, damit das heilige Artefakt, die Karaffe der Garlen, gefunden werden konnte, wenn die Zeit gekommen war. Auch einige Zwerge verblieben in den Bergen des Zomatalgrades und werden heute die Frostbärte genannt. Der Zwerg Ebersar Veridic verblieb im alten Heiligtum Oath-Peak, den Auserwählten das heilige Artefakt, den Schwurstein von Mynbruje, aushändigen zu können.

Archorbars Plan

Die Prophezeiung und der Drachenstein (Tyloar 276 i.J.P.)

Archorbar

Archorbar, ein Wächter Alorans, reiste lange durch Aloran und beschäftigte sich intensiv mit den alten Mythen über die erste Urplage, als Usiel die Dämonen nach Gea lockte und die Schöpfung der Archonten damit aus seinem goldenen Zeitalter riss. In dem alten Elbenheiligtum Tyellúme bei Lis sollte laut den Geschichten der Druiden aus Munas eine Prophezeiung über das Ende der Welt bewahren, welche die Elben vor Jahrtausenden dort niederschrieben.

Archorbar erfuhr in der Geschichte vom Ende der Welt davon, dass die Menschen Alorans die Fehler Usiels wiederholen würden und einen großen Krieg mit Abyssia und dem mächtigen Verijgorn selbst anzetteln würden. Aus Machtgier und Eitelkeit würden sie der Schwellengöttin Enodia, die eine Schöpfung der Archonten war, eine klaffende Wunde zufügen und ihre Macht als Hüterin Geas wäre damit gebrochen. Dreimal würde es noch gelingen, diese Wunde vorübergehend zu heilen, jedoch wird sie weitereitern und immer wieder neu aufbrechen, bis die Kraft der Göttin aufgezerrt sei und sie sterben müsse. Dann wird eine vierte Verderbnis auf der Welt ausbrechen, die den Verijgorn zurück auf die Erde ruft und sich in die Ewigkeit erstecken wird. Gea wird dann erneut zu einem Schlachtfeld in dem alten Krieg zwischen abyssischen Dämonen und den celestischen Gottheiten und die Welt wird dabei verwüstet und alles Leben ausgelöscht.

In dem Wissen, dass eine vierte Plage bereits bevorstand, waren diese Erkenntnisse für Archorbar alles andere als hoffnungsstiftend. Nichts wies daraufhin, dass es eine Möglichkeit geben wird, die Göttin der Schwelle wieder zu heilen oder ihre Macht zu erneuern. Doch in einer verborgenen Kammer, welche nur durch ein Blutritual freigelegt werden konnte, fand Archorbar noch eine magische Tafel, deren Form in der Silhouette eines Drachens gefertigt war – den Drachenstein. Diese war mit vier Tiersymbolen verziert: einer Spinne, einem Löwen, einem Falken und einem Greif. Archorbar wusste vorerst nichts mit diesem Artefakt anzufangen und nahm es für spätere Nachforschungen, mit der Erlaubnis der Druiden, an sich, um es zu der Königin der Blutelben zu bringen (vgl. S. 2/3 von Pyrrhons Brief).

Alachias Vision (26. Loar 303 i.J.P.)

Alachia

Als Archorbar Königin Alachia das Artefakt aus dem lisinischen Heiligtum zeigte, spürte sie gleich, dass sich etwas Wichtiges hinter ihm verbirgt, und viele Jahre versuchte sie es vergeblich zu ergründen. Als sie es am 26. Loar 303 i.J.P. in der Hand hielt und darüber nachdachte, wurde sie plötzlich von einer Vision heimgesucht.

In dieser sah sie die Geburt von vier Menschen und konnte sogar das örtliche Umfeld bestimmen. Zuerst sah sie ein strahlendes Gebäude auf einer Klippe über dem Arasmeer und eine Mutter mit geheimnisvollen, türkisblauen Augen. Als zweites sah sie eine Burg in den Sümpfen von Trosk und eine Mutter, die einen … (Symbol von Familienwappen von Wallenrode) um den Hals trägt. Dann sah sie eine Insel im Arasmeer und eine Mutter, die in den Wehen stirbt. Als letztes sah sie ein Schiff auf dem offenen Meer und eine Mutter mit schwarzen Augen und Haaren. Über den Zeitpunkt der Geburten konnte Alachia jedoch keine Hinweise erhalten.

Suche nach den Auserwählten (303-348 i.J.P.)

Archorbar begab sich sofort auf die Suche nach den vier Menschen aus Alachias Vision. Als erstes konnte er die Burg in den Sümpfen ausmachen und wurde auf die Familie von Wallenrode aufmerksam. Dies war einige Jahre vor Adarians Geburt, aber von diesem Zeitpunkt an beobachtete Archorbar persönlich die Geschichte der Familie und den Werdegang der beiden Söhne. So rettete er Adarian als Junge aus dem Sumpf, was dieser jedoch als Begegnung mit dem Wubulub abspeicherte.

Als der 3. Theranische Krieg im Jahr 318 i.J.P. endete und die theranischen Botschafter nach Barsaive kamen, war auch sehr schnell offensichtlich, wo das strahlende Gebäude am Arasmeer liegt. Der Botschafter bekam schließlich einen Sohn und eine Tochter und Archorbar gab Pyrrhon von Lis den Auftrag, gut auf diese theranische Familie aufzupassen.

Nach einiger Zeit machte Archorbar auch die Insel im Arasmeer ausfindig und erfuhr, dass vor einigen Jahren eine Mutter bei der Geburt ihres Sohnes gestorben sei und man erzählte ihm die Geschichte des „Hjaldingers“. Da dieses vermeintlich verfluchte Kind ausgesetzt wurde, verlor sich seine Spur schnell wieder und Archorbar musste die Suche aufgeben.

Am schwierigsten war es, das Schiff auf dem Meer auszumachen und von dem dort geborenen Kind gab es vorerst keinen Hinweis oder Spur.

Alachias zweite Vision (Tyloar 348 i.J.P.)

Nesta'caim

In dem Moment, als Adarian Octavia im lachenden Gaukler zum ersten Mal sah und ansprach, wurde Alachia in ihrem Palast zeitgleich von einer gewaltigen Vision überflutet. Sie sah plötzlich das Gesicht der uralten Firnelbin Nesta'caim vor sich. Diese sprach:

Nur durch die Drachentränen kann Usiels Seele aus seinem Kerker gerettet werden.

Daraufhin zeigte Nesta'caim Alachia die Ruinen der eisigen Festung des Verijgorns im Norden und in einer Vision konnte Alachia erkennen, wie eine alte Opferschale mit dem Blut von vier Menschen gefüllt wurde, woraufhin sich Usiel aus seinem Gefängnis befreien konnte.

Archorbar und die Helden (Hesoar 348 i.J.P.)

Archorbar entschied nach Alachias Vision, dass es nun an der Zeit sei, dass er diese zukünftigen Helden aktiv unterstützt, ohne ihnen etwas über die bedrohenden Prophezeiungen vom Weltende zu erzählen. Als Octavia und Adarian ihre Reise in den Servosdschungel antraten, begegnete er ihnen deshalb wie aus Zufall und versuchte sie bei ihren Entscheidungen nicht maßgeblich zu beeinflussen. Er konfrontierte sie jedoch mit der alten Legende von Orilo und den Heldensagen von Barildis und Karastan, um die zukünftigen Helden darauf vorzubereiten, dass sie ein großes Schicksal zu tragen haben und um ihre Fähigkeiten und ihren Charakter zu testen.

Schließlich fanden auch die anderen beiden Helden Henk und Kenji von selbst zu der Heldengruppe und Alachia und Archorbar verstanden nun endlich, warum die Spur der anderen beiden so schwer zu verfolgen war.

Archorbars Auftrag (Loar 350 i.J.P.)

Nachdem mit Kenji die Gruppe der Auserwählten vollständig war, bat Archorbar die Helden in Parlainthium Novum darum, die Drachentränen aus dem Norden zu holen (vgl. Kap. 11). Er wusste selbst noch nicht genau, wie dieses Artefakt den weißen Drachen befreien, geschweige denn die Plage aufhalten sollte, aber er setzte volles Vertrauen in die Visionen Alachias. Mit spärlichen Hinweisen machen sich die Helden auf den Weg in den hohen Norden.

Geschichte der Drachentränen

Die Erschaffung der Drachentränen

Die Zikkurat Axunatra Ithiel (Noar 350 i.J.P.)

Die Zikkurat Axunatra Ithiel

Im Noar des Jahres 350 i.J.P. trafen die Helden Adarian von Wallenrode, Kenjiro Asai, Henk Hjaldinger und Octavia in Begleitung von Noah und der Eltoi-Schamanin K'eygha-shutnu bei der Zikkurat Axunatra Ithiel ein. Noch im Kampf bei der Erstürmung der Stufenpyramide starb der Begleiter Noah, als er sich für Octavia opferte (vgl. Kap.12).

Auf der Spitze der Zikkurat fanden sie den schneeweißen Marmorblock, auf dessen Oberseite sich eine Schale befindet, welche von drei dunklen Kugeln umgeben ist. Dahinter liegt der Eingang in die Tiefen, welche astral noch ebenso verseucht waren wie die Erde zu Zeiten der Plage, so dass auch größere Dämonen manifest bleiben konnten. Der Raum unterhalb der Spitze hatte ein im Boden eingeschlagenes, steinernes Pantakel, auf dem ein Drache in drei Teile zerrissen wird, und in jedem Drachenteil befindet sich ein spezifisch geformtes Loch. Am Rand des Raumes führten durch eine Öffnung im Boden steinerne Stufen weiter hinab zum ersten Wächter.

Der erste Wächter

Der erste Wächter war eine grauenerregende Kreatur von etwa drei Schritt Durchmesser und fünf Schritt Höhe, über und über mit krallenbewehrten Armen, spitzzähnigen Mäulern, zauberwirkenden Augen und gift/säure-absondernden Warzen besetzt. In dem harten Kampf mit dem riesigen Dämon wurde Adarian tödlich getroffen und ging zu Boden.

Im Totenreich traf er auf Noah, welcher Adarian eine Rückkehr ermöglichte, indem er seine eigene Chance, welche Boron ihm gewährt hatte, an Adarian abtrat. Für dieses Verhalten wurde Noah von Boron zu seinem Helfer ernannt und geleitet nun die Seelen in die chtonischen Gefilde. Adarian wurde von Tystonius für seinen Kampfeseinsatz gelobt und anschließend mit einem Lichtschimmer gesegnet. Er erwachte wieder auf dem Schlachtfeld, sah das Kampfgetümmel und setzt dem Dämon ein Ende. In dem zerplatzten Dämonenschädel fanden die Helden einen Edelstein mit ungewöhnlicher Form, welcher wie ein Schlüssel zu dem entdeckten Pantakel gehörte.

Der erste Seelensplitter

Als der Edelstein in das passende Loch im Pantakelraum eingesetzt wurde, befanden sich die Helden direkt in der Albvision Usiels, in der sie diesen verzweifelt und hoffnungslos in der Stadt Anon vorfanden. Seine Gefährten hatten ihn zuvor darauf hingewiesen, dass die getöteten Dämonen wieder auf dem Schlachtfeld auftauchten und der Tod für sie nur von kurzer Dauer sei. Angesichts der Tatsache, dass sie unsterblichen Gegnern gegenüberstanden, hatte Usiel den Rückzug befohlen und war in Ratlosigkeit versunken, denn Hesinde war nicht zu ihm gekommen.

Danke der Eule der Hesinde, welche die Helden in Til'aman Dulin gefunden hatten, kommt die Kraft Hesindes wieder zu Usiel und er kann sich mit Hilfe der Helden erinnern, wie er mit der Göttin Usiel einen Plan geschmiedet hatte, der Anlass zur Hoffnung gab (vgl. Usiels harte Erkenntnis).

So wurde Usiels erster Seelensplitter befreit, die Vision verschwand und die Helden standen wieder im Pantakelraum. Eine kleine Lichtkugel stieg aus dem Raum auf zur Spitze der Zikkurat, flog zur schneeweißen Marmorsäule und verschmolz mit einer dunklen Kugel, welche daraufhin hell leuchtete. Über die engen Treppen begaben sich die Helden wieder hinab zum zweiten Wächter.

Der zweite Wächter

Der zweite Wächter hing unter der Decke eines hohen, großen Raumes und beherrschte mit seinen sieben Stechklauen den Saal, auf dessen anderen Seite ein großer Altar aufgebaut war, von welchem, wie Octavia feststellen konnte, der Wächter anscheinend auch seine Kraft bezog. Weil man nicht so einfach am Wächter vorbeikonnte, ohne von seinen Klauen aufgespießt zu werden, begann K'eygha-shutnu den Dämon abzulenken. Sie versetzte ihn mit ihrer Rassel leicht in Trance und zog seine Aufmerksamkeit auf sich.

Das verschaffte Henk genug Zeit, um ungesehen mit seinem Tarnumhang zum Altar zu schleichen und den dort liegenden Fokus zu zerstören. Augenblicklich stürzte der Dämon herab und war auf dem Boden von Adarian leicht angreifbar. Obwohl der Dämon überwunden wurde, bezahlte K'eygha-shutnu für ihre heldenhafte Tat mit ihrem Leben. In dem zerfallenden Leib wurde einen Edelstein gefunden, welcher ebenfalls zu dem Drachen-Pantakel gehörte.

Der zweite Seelensplitter

Den Edelstein in das passende Loch im Pantakelraum eingesetzt, befanden sich die Helden erneut in einer Albvision Usiels, in der sie ihn am Fuße großer Berge vorfanden, nachdem Mynbruje seinen Gefährten offenbart hatte, dass Usiel selbst die Schuld an dem Erscheinen der Dämonen trug. Alle waren geschockt und wussten nicht mehr, ob sie Usiel weiterhin vertrauen sollten und einige verließen ihn sogar, während andere ihm schwere Vorwürfe machten. Der Drache Ezekiel forderte sogar, dass Usiel mit dem Tod bestraft werden sollte, doch Mynbruje erschien nicht zum Urteil.

Beim Anblick des Schwurstein von Mynbruje, welchen Kenji in Oath-Peak von Ebersar Veridic bekommen hatten, erinnerte sich Usiel an seinen Schwur, welchen er einst auf diesen Stein geleistet hatte. Er hatte geschworen, dass er niemals - für den Rest seines Lebens und auch darüber hinaus - von seiner Aufgabe abweichen werde, die Dämonen aufzuhalten (vgl. Usiels Schwur).

So wurde auch Usiels zweiter Seelensplitter befreit, die Vision verschwand und die Helden standen wie beim ersten Mal wieder im Pantakelraum. Eine kleine Lichtkugel stieg aus dem Raum auf zur Spitze der Zikkurat und verschmolz mit einer zweiten dunklen Kugel, so dass jetzt zweit Kugeln auf der schneeweißen Marmorsäule hell leuchten. Über die engen Treppen begaben sich die Helden wieder hinab zum dritten und letzten Wächter.

Der dritte Wächter

Der dritte Wächter war ein gewaltiger Drache, welcher betrübt und melancholisch in einer großen Kammer ruhte. Wo vorher noch Gewalt gepaart mit List ans Ziel führten, war dieser Drachen auf solche Weise nicht zu bezwingen. Als die Helden sich ihm näherten, erhob er sich und begann, nachdem er so viele Jahrtausende geschwiegen hatte, von sich aus für alle verständlich zu reden.

Er war der Obsidiandrache Ezekiel vor, welche in der Vorzeit Zwietracht und Zorn unter Usiels Gefährten gesäht und sie gegen ihn aufgehetzt hatte. Im Kampf zwischen der gespaltenen Gruppe hatte er versuchte Usiel zu töten, streckte aber nur dessen Bruder Kashiel nieder. Ezekiel war vom Verijgorn korrumpiert worden und hatte bereits dämonische Züge angenommen, wie Ebersar Veridic erkannte. Schließlich floh Ezekiel zu seinem neuen Meister (vgl. Usiel wurde verraten). Doch er wurde vom Verijgorn betrogen, denn anstatt wie versprochen zu herrschen, bewachte er eingekerkert einen Teil von Usiels Seele.

Inzwischen bereute Ezekiel seine Taten und hatte erkannt, welche übles Spiel der Verijgorn mit ihm gespielt hatte. Unter der Bedingung, dass er den Helden und Usiel helfen würde, bot Kenji ihm im Namen Mynbrujes Vergebung an. Ezekiel nahm dankbar an und übergab den Edelstein, welcher Zugang zu Usiels drittem Seelenteil gewährte. Kenji segnete den Drachen und gab ihm Mynbrujes Frieden. Ezekiel verstarb und löste sich auf, während die Helden in den Pentakelraum eilten.

Der dritte Seelensplitter

Den Edelstein in das passende Loch im Pantakelraum eingesetzt, befanden sich die Helden in der Albvision von Usiels dritten Seelenteil, in der sie den Drachen schwer erkrankt und ohne Hoffnung vorfanden. Die Hetze Ezekiels hatte die Stimmung der Gefährten auf einem Tiefpunkt sinken lassen. Durch die Dämonen waren sie mit einer Krankheit verflucht worden, gegen welche auch Nesta'caim vollkommen machtlos war. Alles erschien aussichtslos und Garlen brachte keine Heilung.

Die Karaffe der Garlen, welche die Helden von Nesta'caim im alten Heiligtum Thalio Aswen bekamen, enthielt Garlens Heilöl, mit dessen Kraft sich Usiel erholte und sich mit Hilfe der Helden wieder daran erinnerte, dass die Göttin damals seine Gefährten wieder zusammengeführt und ihnen gezeigt hatte, wie man Angst und Verzweiflung bewältigen kann (vgl. das Ende von Usiel wurde verraten).

So wurde der letzte von Usiels Seelensplittern befreit und die Helden folgten der kleinen Lichtkugel zur Spitze der Zikkurat. Als alle drei Kugeln auf der schneeweißen Marmorsäule hell leuchteten, traten die überlebenden vier Helden dichter heran.

Befreiung von Usiels Seele

Die Kugeln begannen leicht zu pulsieren, einem Herzschlage gleich, und in der Schale auf der schneeweißen Marmorsäule wird eine kreisförmig angeordnete Inschrift sichtbar:

--- D U R C H * K I N D E R * B L U T --- E R * W I R D * W I E D E R * G U T ---

Das Blut der Helden wurde gefordert, um Usiel zu retten, und so schnitt sich Adarian in die Hand und ließ sein Blut in die Schale fließen, in welcher in selben Moment das Symbol eines Löwen erschien. Kenjis Blut ergab das Zeichen des Greifs in der Schale, Henks das eines Falken und Octavias Blut ließ eine Spinne erscheinen. Als sich das Blut der Auserwählten in der Schale mischte, verschmolzen die kleinen Lichter in der Mitte zu einer großen, mächtigen Lichtkugel und Usiels Seele war freigesetzt.

Die Entstehung der Drachentränen

Das Blut, welches die auserwählten Helden in die Marmorschale gegeben hatten, geronn zu einem dunkelroten, handtellergroßen, tränenförmigen Klumpen, während sich die machtvolle, große Lichtkugel langsam hinabsenkte. Usiels Geist erschien in humanoider Gestalt neben der Marmorsäule und dankte den Helden für seine Erlösung nach so vielen Jahrtausenden. Er hatte seine vollständige Erinnerung zurück und versprach, seinen Schwur zu erfüllen und den Helden in Barsaive bei ihrem Kampf gegen die Dämonen zu helfen. Dann verschwand Usiels Geist und die Lichtkugel zog sich in den entstandenen Stein zurück, die Drachentränen.


Das Wirken der Drachentränen

Im Laufe der weiteren Reise der Helden aktivierten sich die Drachentränen eigenständig einige Male, um die Auserwählten zu schützen oder Informationen zu übermitteln.

Enttarnung des Schwarzmagiers (15. Myloar 351 i.J.P.)

Als die Helden nach ihrer Rückkehr aus dem Norden in Märkteburg vor Gericht standen, forderten sie in der abschließenden Verhandlung alle Anwesenden auf, die Drachentränen zu berühren, nachdem sie deren Geschichte erzählt hatten. Beim den Ankläger Helom Kerzorban kam es dabei als einzigem zu einer magischen Entladung, woraufhin er floh und sich nach Kratas absetzte. So entlarvten die Drachentränen bei ihrer ersten Aktivierung einen Schwarzmagier vom Bund von Utukk'Xul (vgl. Die Verhandlung).

Rettung vor Enbi Lulu'Gugal (20. Boar 351 i.J.P.)

Als die Helden in der Nähe von Travar den Gründer der dunklen Bruderschaft Enbi Lulu'Gugal im dämonischen Heiligtum Ekurbad tief unterhalb der Ruinenstätte Gi-Umuna konfrontierten, aktivierten sich die Drachentränen gegen einen dunklen Zauber des Halbdämonen und hüllten die Helden schützend in ein helles Licht ein (vgl. Kap. 17).

Gaia Tarratias Untersuchung (27. Boar 351 i.J.P.)

Das theranische Orakel Gaia Tarratia untersuchte in Travar auf Erzquestor Kenjis Wunsch hin die Drachentränen, um herauszufinden, ob und wie Octavia mit dem Artefakt verbunden ist. Das Orakel beschrieb, dass dieses die Aura eines Drachen, ähnlich dem theranischem Kaiser habe. Daraufhin hatte sie in der Nacht einen prophetischen Traum:

Sie sah Usiel, welcher ihr als riesiger Drache gegenübersaß und sich plötzlich in vier tropfenförmige Einzelteile aufspaltete, die sich perfekt zu einer Einheit zusammenfügen ließen. Irgendwie wusste sie, dass diese Teile die wieder zusammengesetzte Seele des Drachen bildeten. Als sie die Teile genauer erkennen konnte verwandelten sie sich in vier Personen: die Auserwählten.

Ein Teil fiel plötzlich zu Boden und zerbrach. Es war Octavias Teil. Usiel fing darauf schmerzerfüllt an zu schreien und die anderen Seelenfragmente brachen ebenfalls in sich zusammen. Der Schrei des Drachen wurde immer schwacher und alles wurde schwarz. Aus der Schwarze kamen schließlich aus einem gewaltigen Risse unendliche Massen von Dämonen und die Vision endete in Angst, Schmerz und Untergang.

Nach diesem Traum war das Orakel bereit Kenji zu helfen. Sie erklärte ihm, dass es ein altes Blutritual gäbe, dass Octavias Bindung an die Drachentränen offenbaren und zeigen könnte, ob ihre Anwesenheit für die magischen Kräfte des Artefaktes notwendig wäre, was eine Ehe ausschließen würde.

Octavias Blutritual (4. Tag vom Erdfest 351 i.J.P.)

Das alte Blutritual, welches Octavias Verbindung mit den Drachentränen beweisen konnte, war besonders gefährlich, da Blutmagie heutzutage nicht mehr, oder nur noch von wenigen praktiziert wurde und so keine Experten vor Ort waren. Ein theranischer Magier in Travar hatte sich aber bereits mit der Technik vertraut gemacht und erklärte sich bereit, den Zauber bei Octavia anzuwenden und das riskante Ritual, in welches auch die Drachentränen einbezogen waren, durchzuführen.

Problematisch war nur, dass Blutmagie sehr gefährlich war und eventuell Octavias Leben dabei auf dem Spiel stand. Außerdem wurde für den Zauber viel Blut benötigt und die Durchführung war äußerst schmerzhaft. Doch nach langer, qualvoller Zeit zeigt sich endlich Erfolg und der Magus konnte Octavias Bedeutung für die Nutzung der Drachentränen bestätigen, so dass das Orakel einen Beweis hatte, um Octavias Selbstständigkeit zu fordern und die Ehe zu scheiden.

Rettung vor Maldoror (20. Loar 351 i.J.P.)

Als durch Kultisten der Dämon Maldoror in Henks Sohn Montakor beschworen wurde und in Jerris den Körper des Kleinkindes übernahm, hüllte der Dämon einen großen Platz im Geweihtenviertel in eine schwarze Aura ein und vernichtete in der ganzen Umgebung alles Leben. Nur durch eine plötzliche, reflexartige Aktivierung der Drachentränen, welche die Helden in ein strahlendes Schutzfeld hüllten, überlebten sie den Angriff (vgl. Rettung durch die Drachentränen).

Octavias Vision (20. Loar 351 i.J.P.)

Nach dem Gespräch mit den Lichtträgern am Luftschiffhafen von Jerris hatte Octavia plötzlich den unwiderstehlichen Drang, die Drachentränen zu betrachten. Als sie sie berührte, brach sie plötzlich zusammen und war für einige Sekunden bewusstlos. Auch Adarian und Kenji spürten zeitgleich einen stechenden Schmerz in der Hand, in welche sie sich schnitten, um im Norden ihr Blut für die Drachentränen zu geben. Octavia erlebte eine Vision von Usiel, welcher aus einem unbestimmten magischen Ort zu ihr sprach:

Ein Blut, eine Bestimmung! Was für die Ewigkeit verbunden wurde, darf nicht getrennt werden!

Danach sah Octavia, wie Usiel gegen ein nebeliges Nichts kämpft, langsam davon eingehüllt wurde und verschwand. Nach der Vision schienen die Risse in den Drachentränen größer geworden zu sein (vgl. Octavias Vision).

Gemeinsame Vision (20. Loar 351 i.J.P.)

Kurz danach erhielten die Helden durch die Drachentränen eine gemeinsame Vision, in welcher alle in einem Alles verschleiernden Nebel schwebten und plötzlich sahen sie ganz schwach und entfernt Usiel, der sprach:

Es bleibt nicht mehr viel Zeit, bis meine Seele zersplittert!

Die Helden sahen, wie Usiel in der Vision von einer abyssischen, formlosen Gestalt bedrängt wurde, die wahrscheinlich die astrale Gestalt des Maldorors war. Dann ging alles im Nebel unter. Die Vision endet jedoch nicht, sondern alle hatten plötzlich das Gefühl, bei Henk zu sein und durch seine Augen zu sehen (vgl. Die gemeinsame Drachentränen Vision). Sie erlebten das Gespräch von Henk mit Maldoror mit und anschließend stellten sie fest, dass die Drachentränen durch die Abkehr von Henk beschädigt worden waren und drohten bei einem Bruch der Gruppe zu zerfallen.

Kenjis Vision (22. Loar 351 i.J.P.)

Die Drachentränen tauchten in einer Vision von Kenji während eines intensiven Gebetes wieder auf, in dem er seinen Lehrmeister Pyrrhon sah, dessen sich zusammenkrümmender und auflösender Körper zu den Drachentränen zusammenfloss. Doch plötzlich wurden diese wieder flüssig und verwandelten sich in einen roten Greif (vgl. Kenjis Gebet).

Die Lichtkugel (5. Nauloar 351 i.J.P.)

Während vormittags alle im Anwesen bei Kronstadt über Augustus‘ Gottesprüfung redeten, bemerkte Octavia plötzlich mit ihren Astralsinnen, dass sich etwas bei den Drachentränen regte. auch Iustus bestätigt eine erhöhte magische Aktivität und eine kleine, weiße Lichtkugel stieg aus den Drachentränen empor und flog langsam nach Süden in Richtung der Stadt. Iustus beschrieb das Phänomen als absolut reinen und sehr mächtiger Astralstrom, konnte jedoch nicht sagen, was er bewirken sollte.

Jasts Vision

Die weiße Lichtkugel, welche sich zuvor im Beisein der Helden aus den Drachentränen erhoben hatte, schwebte in Kronstadt direkt auf Jast zu und hüllte ihn daraufhin in ein weißes Licht ein. Er verlor das Bewusstsein und hatte eine sehr merkwürdige Vision:

Jast fand sich in dem großen Mynbruje Tempel in Märkteburg wieder. Er sah eine schreiende und aufgebrachte Menge von Menschen und einen Richtblock, vor welchem Augustus kniete. Ein Henker hob sein großes Beil, während die Menge zu Jubeln begann und ließ das Beil mit aller Kraft auf den Nacken des jungen Mannes hinabsinken.

In dem Moment, als es aufkam, war jedoch nicht mehr Augustus Kopf auf dem Richtpflock, sondern es lag ein kleiner, roter Stein dort. Durch den Hieb des Beiles zerbarst dieser in vier Stücke, welche von dem Richtblock hinabfielen und in einem tosenden Gewässer landeten, wo sie in unendlicher Tiefe versanken. Dann erwachte Jast wieder und die Lichtkugel war verschwunden.

Die Nachricht des Drachen (6. Nauloar 351 I.J.P.)

In der Nacht zum 6. Nauloar 351 I.J.P. schickt Usiel den Helden vier unterschiedliche Träume. Die Helden bemerkten, das sie ihnen in der richtgen Reihenfolge eine Geschichte von Usiels Erlebnisse mit einem Elben zu erzählten, welcher ihn hintergangen hat und damit große Trauer über Usiel brachte (vgl.Austausch über nächtliche Träume).

Kenjis Traum: Usiel und Vishmiel verbünden sich mit dem Elb

Du siehst vor dir einen weißen Drachen in seiner menschlichen Gestalt. Du erkennst ihn wieder: Es ist Vishmiel, die Gefährtin von Usiel, deren Geist euch bei Axunatra Ithiel im hohen Norden erschienen ist. Du blickst zu ihr herüber und sie nickt dir aufmunternd zu. Dann wendet sie ihren Kopf zur Seite und du bemerkst, dass ein stattlicher Elb in einer goldenen Rüstung und einer Narbe auf der rechten Wange neben euch steht. Dir wird bewusst, dass ihr euch mit diesem gerade im Gespräch befindet. Mit seinen strengen und weisen Gesichtszügen wirkt er wie ein großer Anführer und er blickt dich mit seinen klaren und meeresblauen Augen erwartungsvoll an. Du streckst dem Elb deine Hand entgegen, welche dieser mit einem Handschlag entgegennimmt. Ihr nickt euch beide bestätigend zu.

Adarians Traum: ein besessener Elb ruft das Meer

Du siehst einen stattlichen Elb auf einer Klippe über dem Meer stehen. Er trägt eine schwarze Rüstung und hat eine Narbe auf der rechten Seite seines bleichen Gesichtes. Er blickt dich mit seinen tiefschwarzen Augen finster an und hebt dann seine Waffe, als würde er jemanden ein Zeichen geben. Daraufhin baut sich auf dem Ozean eine gewaltige Welle auf, die eine bedrohliche, dunkle Wand bildet. Der Elb lacht dich daraufhin aus und du hörst immer mehr Stimmen, die in sein Gelächter mit einstimmen.

Octavias Traum: Überflutung

Du fliegst über einer kunstvollen Stadt, die zwischen blühenden Bäumen steht. Auf den Straßen laufen edle Gestalten hin und her, als seien sie vor irgendetwas auf der Flucht. Ihre Hilferufe und verzweifelten Schreie hörst du bis in deine luftige Höhe. Du blickst um dich und entdeckst, dass eine gewaltige Flutwelle sich auf die Stadt zubewegt. Du fliegst hinab, doch bist du zu spät, um jemanden zu retten und du musst mit ansehen, wie Tausende in dem Wasser ertrinken.

Henks Traum: Usiel tröstet Vishmiel

Du fliegst über dem tosenden Meer und spürst, dass deine Kräfte fast erschöpft sind. Hinter dir tobt ein Sturm und du bemerkst, dass Blitze am Horizont zucken. Mit letzter Kraft erreichst du das Festland, wo ein weißer Drache in seiner menschlichen Gestalt auf dich wartet. Du erkennst ihn wieder: Es ist Vishmiel, die Gefährtin von Usiel, deren Geist euch bei Axunatra Ithiel im hohen Norden erschienen ist. Sie wirkt traurig und nachdem du deine Gestalt geändert hast, fallt ihr euch traurig in die Arme.

Die zweite Lichtkugel (8. Nauloar 351 i.J.P.)

In der Nacht, nach einem Traum von Augustus bei seiner Prüfung, erwacht Octavia und bemerkte, dass die Drachentränen sich verändert hatten. Die Oberfläche des Steins schien sich zu heben und zu senken, wie bei dem Pulsieren eines Herzschlages. Nach einer Weile beschleunigt sich das Pulsieren und plötzlich stieg wieder eine weiße Lichtkugel aus dem Artefakt empor, worauf das Pulsieren schlagartig aufhörte. Die Kugel schwebte langsam durch den Raum, als wollte sie sich orientieren, und schoss dann plötzlich in Richtung Süden durch die Wand davon.

Augustus' Vision

Die Lichtkugel, welche durch das Pulsieren den Drachentränen entstiegen war, suchte diesmal Augustus auf und zeigte ihm in einer Vision die umfangreichen Verbindungen, welche die Drachentränen zu allen Blutsverwandten der Helden haben.

Augustus steht allein in einer alten, finsteren Ruine, mitten in einer gefrorenen Wüste aus Eis und Schnee. Der Wind pfeift kalt und vor ihm ist ein merkwürdiges Becken, welches mit Blut gefüllt ist. Um dieses stehen die vier Helden herum und er kann deutlich das Gesicht seiner Schwester erkennen, welches kurz zusammenzuckt, als sie sich mit einem Messer in die Hand schneidet.

Als sie ihre Hand über das Becken hält und ihr Blut hineintropfen lässt, nähert sich das fliegende Licht und taucht plötzlich in das Blut ein. Dieses verwandelt sich danach in die Drachenträne, welche wie ein Herz zu pulsieren beginnt und plötzlich wachsen Adern aus diesem heraus, die ein Geflecht bilden und sich in verschiede Richtung erstrecken.

Eine dicke Ader wachst zu einem Ort im tiefen Sumpf und Augustus sieht, wie sie sich mit einer älteren Frau mit einem Anhänger in Form des Wappens von Wallenrode um den Hals verbindet und dann weiter zu einem dickeren und wohlhabend wirkenden Mann im mittleren Alter wächst. Von diesem gehen wiederum kleinere Adern aus, die zu einem kleinen Mädchen führen. Eine weitere Abzweigung von der Frau führt zu einem kleinen, stämmigen Mann, der ebenfalls schon ein stolzes Alter erreicht zu haben scheint, jedoch noch sehr rüstig wirkt.

Augustus verfolgt eine andere große Ader und sieht, dass sie weit in den Westen von Barsaive zu Henks Schwester Hella führt, welcher ihm aus Parlainthium Novum bekannt ist. Jedoch folgt der Ader eine weitere, noch dickere Ader und wächst zu einem kleinen, tätowierten Kind, welches Hella auf dem Schoss sitzen hat und ihm gerade ein Wiegenlied vorsingt. Die gleiche Ader bildet noch eine weitere Abzweigung und du siehst einen Mann an einem Strand stehen, der große Ähnlichkeit zu Henk aufweist, jedoch hellere Haare und Augen besitzt.

Eine dritte große Ader wächst zu einer Person, die in einem Turm steht und eine Robe trägt. Die Architektur verrät Augustus, dass sich dieser Ort in Barsaive befinden muss. Er kann nicht erkennen, ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau handelt, aber kann sehen, dass die Person lange, schwarze Haare besitzt. Außerdem hat sie die gleiche Art von mandelförmigen Augen wie Kenji. Von dieser Ader führen noch weitere fort, jedoch verlieren sie sich über einem endlos wirkenden Meer.

Augustus sieht noch eine letzte Hauptader, die aus dem schlagenden Herz wächst und deren Abzweigungen in Richtung Thera wachsen, wo sie sich mit seiner Großmutter und seiner Cousine Silvia verbinden. Andere, ganz feine Kapillare gehen zurück nach Barsaive und er sieht, wie sie zu dem entfernt Verwandten Obloci und dessen Mutter wachsen. Der Hauptstrang der Ader wächst jedoch direkt auf ihn zu und Augustus merkt, wie er sich mit dem Blutkreislauf der Drachentränen verbindet und eine Verbindung zu all den von ihm vorher gesehenen Menschen entsteht.

Paladin der Drachentränen (9. Nauloar 351 i.J.P.)

Nachdem Augustus dies erzählt hatte, erhob er sich, versammelte in hochtrabender Manier alle um sich herum und bat Octavia, die Drachentränen hervorzuholen. Dann zog er bedeutungsvoll sein Schwert, kniete sich auf dieses gestützt vor den Helden nieder und schwor beim

großen Drachen Theranios und dem göttlichen Kaiser des Theranischen Imperiums, sowie bei den mächtigen Gottheiten Lexus und Bellicus, bei meinem ruhmreichen Ahnen Titus Octavius Cycnus, meinem geliebten Vater Gaius Octavius Aequus und bei der Ehre aller anderen Mitgliedes des Hauses der Octavier“,

dass er sein gesamtes restliches Leben als demütiger Diener und Wächter der Drachentränen und Beschützer der Helden, welche diese erschaffen haben, verbringen und sich allen Herausforderungen und Gefahren in den Weg stellen werde, welche die wichtige Aufgabe der Helden beeinträchtigen könnte. Er würde freudig in den Tod gehen, wenn er damit der Sache nutzen könne.

Der Verlust von Adarian (10. Nauloar 351 i.J.P.)

Als Adarian, von der Schwarzmagierin manipuliert, die Klippe hinabsprang, spürten in dem gleichen Moment plötzlich alle einen stechenden Schmerz in der Narbe, welche sie seit der Erschaffung der Drachentränen in der Hand tragen. Die Helden kannten das Gefühl aus Jerris, als Henk von Maldoror korrumpiert wurde. Der Schmerz breitete sich weiter aus und plötzlich hatten alle das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Dann hörten alle einen entsetzlichen Schmerzensschrei in ihrem Kopf, der von einer Stimme ausgestoßen wurde, welche nicht menschlich klang. Unter Krämpfen verloren sie das Bewusstsein und, als sie wieder erwachten, fühlten sie sich schwach und alle Muskeln des Körpers schmerzten.

Octavia bemerkte, dass dort, wo sie die Drachentränen verwahrte, es plötzlich feucht geworden war. Bei genauerer Betrachtung waren einige Stückchen von ihr abgesprungen und hatten blutende Wunden hinterlassen, welche stark bluteten. Die Drachentränen hatte einen beträchtlichen Teil ihrer Größe verloren und es war schwer zu sagen, ob sie noch intakt war. Octavia konnte die Aura, die über die Zeit immer stärker geworden war, nämlich kaum noch wahrnehmen.