Marcus Illurius Loxias

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Marcus Illurius Loxias
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Name Marcus Illurius Loxias
Profession Poet, ehem. Legat
Gesinnung gut
geboren 23. 6. 618 n.A. (248 i.J.P.)
Heimat Theranisches Imperium (Thera)
Rasse Menschen
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Marcus Illurius Loxias (geb. 23. 6. 618 n.A.) ist ein Mensch aus Thera, welcher mittlerweile auf der Insel Soltrum im Arasmeer lebt.

Loxias war früher Legat im theranischen Militär und fand seine Erleuchtung auf Soltrum.


Charaktergeschichte

Offizier und Politiker

Jugend

Marcus stammt aus der hohen Nobilität Theras und seine Ahnenreihe strotzt vor großen Feldherrn und bekannten Führungspersönlichkeiten. Durch seine Abstammung war sein Lebensweg bereits vorgezeichnet und sein Vater plante früh seine militärische Karriere.

In seiner Jugend entwickelte Marcus jedoch einen großen Hang zur Schriftstellerei und dem Gesang. Er verbrachte viel Zeit in dem großen Theater von Thera, wo er alle zeitgenössischen und klassischen Werke besuchte, die angeboten wurden. Ebenso plante er sogar selbst ein großes Theaterstück zu schreiben und träumte davon, dass dieses mit großem Pomp und Spektakel dann in dem Theater in Thera vor Tausenden von Menschen aufgeführt wird. Marcus hatte einen pathetischen Familienepos im Sinn, der die Zuschauer durch alle erdenklichen emotionalen Höhen und Tiefen führen sollte und schrieb fleißig daran. Jedoch bemerkte er schnell, dass ihm die Inspiration fehlte und obwohl er Clarius immer wieder anrief, fühlte er sich schnell mit seinem Vorhaben überfordert.

Da auch seine Familie und die Außenwelt seine künstlerischen Gehversuche nicht ernst nahmen und sich sogar darüber lustig machten, indem sie ihm den Namen „Loxias“, was so viel wie der „Verblendete“ auf Alttheranisch heißt, gaben, legte Marcus schließlich entmutigt die Feder zur Seite. Er hatte auch kaum eine andere Wahl, da ihn im Alter von 14 Jahren der Kriegsdienst rief und seine musischen Träume beendete.

Militärische Karriere

Fortan verbrachte Loxias sein Leben auf dem Schlachtfeld und errang auch den ein oder anderen Erfolg und brachte Orden mit nach Hause. Doch der große Erfolg blieb ihm verwehrt, da es immer andere Männer gab, die ihn an Leistung und Ruhm übertrafen. Loxias, der inzwischen das Schlachtfeld als neue Bühne betrachtete, wartete jedoch immer auf seinen großen Durchbruch und all seine gute Arbeit bedeutete ihm nichts, wenn er nicht den erwünschten Applaus dafür erhielt. So kam es, dass er immer unzufriedener durch seine selbst empfundene Mittelmäßigkeit wurde.

Während seines Kriegsdienstes diente er an der Seite von Gnaeus Octavius und wurde ein guter Freund von ihm. Sie hielten auch nach ihrer gemeinsamen Dienstzeit Kontakt zueinander und während des Krieges besuchte Gnaeus Octavius Loxias während der Feierlichkeiten des Kaiserfestes in Thera, da sie zufällig gemeinsam in der Heimat zu Besuch waren. Gnaeus Octavius hatte seinen Sohn Gaius mitgebracht, durch welchen sich Loxias stark an seine eigene Jugend erinnert fühlte. Auch Gaius hatte eine große Liebe für Literatur und teilte seine Begeisterung für viele bedeutsame Werke. Deshalb schenkte Loxias dem Jungen auch eine besondere Ausgabe des Epos „Der Umelische Krieg“ des theranischem Schriftstellers „Omerus“, welche dieser wiederum bis zum Ende seines Lebens hoch in Ehren hielt. Kurz darauf fiel Gnaeus Octavius während einer Schlacht und seit dessen Beerdigung hat er auch Aequus nie wiedergesehen.

Politische Laufbahn

Viele Jahre vergingen und Loxias beendete seinen Kriegsdienst und seine Familie erwartete nun, dass er Senators wird, um eines Tages um das Konsulamt zu kandidieren, was seiner Familie großen Ruhm bringen würde. Er heiratete auch eine Frau, die ihm seit ihrer Kindheit versprochen war, damit er eine Familie gründen konnte. Seine Ehefrau war jedoch eine sehr ehrgeizige Person, die ihre Ehe nutzte, um selbst gesellschaftlich aufsteigen zu können. Emotional war sie sehr kalt ihm gegenüber, aber durch ihre dominante Art fügte Loxias sich und ließ sie gewähren, obwohl er sehr unglücklich in dieser Ehe war. Trotz aller Bemühungen hatte das Paar auch keine Nachkommen, wofür seine Frau ihm die Schuld gab.

Loxias stürzte sich also in die Politik und erlangte durch seine Wortgewandtheit und sein Charisma vorerst große Anerkennung im Senat. Als er jedoch in eine Verschwörung hineingezogen wurde und er aus Anstand eine politische Bestechung ablehnte, sorgten seine Gegner dafür, dass er als Sündenbock der Verschwörung hingestellt wurde. Zwar gab es keine Beweise dafür, aber die schlechte Nachrede zerstörte seinen guten Ruf in Thera und er verließ den Senat, da seine Arbeit fortan sabotiert und zunichte gemacht wurde.

Auf der Suche

Die Chance auf Ruhm

Sein Aufgeben in der Politik hinterließ große Selbstzweifel bei Loxias und er fragte sich, ob es denn nicht irgendetwas gäbe, in dem er herausragend und anderen überlegen wäre. Er wurde zermürbt durch die Frage, wann er endlich zu Ruhm gelangen und seine Talente der Außenwelt beweisen könnte. Schließlich wurde Loxias von einem alten Freund ein Angebot gemacht. Dieser erzählte ihm, dass ein großer Angriff auf die Küstenstädte Barsaives geplant ist und noch ein Legat gesucht würde, der fähig sei, auch eine Flotte anzuführen. Loxias, der fast zwei Jahrzehnte auf dem Meer gedient hatte und die Piraten auf den Pelagischen Inseln bekämpft hatte, wäre der passende Kandidat und könne den Posten sofort übernehmen, wenn er wolle.

Der „Lacus Solis“ im Westen der „Urbs Draconis“ auf der Insel Thera

Loxias überlegte nun lange, ob er diesen Posten annehmen soll. Er wusste, dass der Krieg in Barsaive von besonderem Anspruch war, die Menschen dort gnadenlos und barbarisch sind und seine Überlebenschancen sehr gering sein könnten. Andererseits hielt ihn auch nichts mehr in Thera, da seine politische Karriere gelaufen und seine Frau inzwischen ein herrschsüchtiger Hausdrachen war. Also folgte er der Tradition und reiste zu dem „Lacus Solis“, dem See der Sonne, wo sich ein berühmtes Heiligtum des Clarius auf einem hohen Bergrücken befindet, der einst ein mächtiger Vulkankrater war.

Die Epiphanie beim Tempel des Clarius

Wie es die Tradition verlangt, vollzog Loxias dort die Riten des Tempelschlafs und opferte die Samen der Goldpalme, welche in Thera dem Sonnengott geweiht ist. Loxias redete die ganze Nacht zu dem Gott und fragte ihn, ob er endlich die Chance erhalten würde, seine wahren Talente zu zeigen, wenn er das Angebot annimmt und gen Barsaive zieht. Am morgen war er noch immer im Unklaren, aber er legte sich auf einen großen Stein und blickte in den bewölkten Himmel.

Dort sah er plötzlich eine Wolke, die wie eine große Katze, mit Pinseln an den Ohren, also wie ein Luchs, aussah. Loxias wusste, dass diese Tiere als Begleiter des Sonnengottes bekannt sind und er beobachtete die Wolkenkatze eine ganze Weile. Diese zog weiter nach Osten, genau dorthin, wo sich auch Barsaive befindet. Plötzlich bildeten sich in der Wolke zwei Löcher an den Stellen, wo bei der Wolkenkatze sich die Augen befinden würden. Aus diesen schossen zwei Sonnenstrahlen heraus, welche der luchsartigen Gestalt zwei goldglühende Augen verliehen. Einer dieser Sonnenstrahlen traf genau auf Loxias, der an diesem wolken-verhangenen Morgen durch das Licht einsam angestrahlt wurde und sich genau in dessen Fokus befand. Loxias blickte direkt in die leuchtenden Augen, wobei seine Augen durch das blendende Licht beinahe schmerzten und wusste plötzlich, dass er seine Entscheidung getroffen hatte und er nach Barsaive gehen wird.

Seeweg nach Barsaive und Schiffsbruch

Er verließ also seine Heimat und der Abschied von seiner ungeliebten Ehefrau fiel ihm nicht besonders schwer. Seine Flotte reiste mit großem Publikum und unter lautem Jubel aus Thera ab und Loxias hoffte, dass er nun die Chance seines Lebens ergriffen hatte. Er machte sich bereits große Pläne für die anstehende Belagerung von Urupa und fühlte sich mit seinen Strategien gut auch das kommende Geschehen vorbereitet.

Schließlich kam jedoch alles ganz anders und Loxias Flotte erreichte niemals ihr Ziel. Sie gerieten nämlich in einen Hinterhalt, welches die Barsaver Flotte aus Kronstadt ersannen hatte, um die Theraner abzufangen (293 i.J.P.). Es handelte sich um ein Verzweiflungsmanöwer, dass sich als äußerst effektiv herausstellte und Loxias Flotte in große Schwierigkeiten brachte. Die Kronstädter hatten Hilfe durch Piraten, welche sich scheinbar als Söldner verdingt hatten. Als Loxias Schiff sank, wurde er auch von Piraten aufgelesen und auf ihrem Schiff eingesperrt. Wie es aussah, waren diese ihren Verbündeten vom Festland jedoch nach dem gemeinsamen Angriff untreu geworden, denn sie segelten nicht mit ihnen gemeinsam zurück, sondern verlangten ein hohes Lösegeld für die Kriegsgefangenen von den Barsavern.

Als diese nicht zahlen wollten, segelten die Piraten fort und befragten Loxias nach seinen Vorgesetzen, da sie nun das Lösegeld aus Thera fordern wollten. Loxias schwieg und es dauerte auch nicht lange, dass er Kanonenschüsse hörte. Scheinbar waren die Kronstädter ihnen gefolgt und beschossen nun die Piraten. Das Piratenschiff, auf welchem Loxias eingesperrt war, wurde beschossen und er verlor das Bewusstsein, als ihm nach einem Kanoneneinschlag etwas Hartes auf dem Schädel schlug. Von dem weiteren Kampfgeschehen weiß er deshalb nichts mehr.

Der Untergang

Das nächste, an das Loxias sich erinnert, ist, dass er sich unter Wasser befand. Seine Lungen füllten sich mit Wasser und er versuchte nach oben zu schwimmen, aber etwas hielt ihn von unten fest. Er sah, dass er sich noch in dem Schiff befand, was jedoch in mehrere Hälften zerbrochen war und langsam zum Grund hinabsank. Er blickte nach unten und registrierte, dass sein Bein unter einem Holzbalken eingeklemmt war und er deshalb nicht vorwärtskam. Er versuchte alles, aber konnte sich nicht befreien, und gerade wurde ihm durch den Sauerstoffmangel wieder schwarz vor Augen, als er plötzlich das Gesicht einer wunderschönen Frau vor sich sah. Diese hatte dunkle, meeresgrüne Augen, schwarzblaue Haare und spitze Ohren, wie man sie von den Elben kennt. Auf dem Kopf trug sie eine Art Krone aus Perlen und glitzernden Muschelschalen. Sie blickte ihn mitleidig an und schwamm näher auf ihn zu. Dann gab sie Loxias einen Kuss auf seinen Mund und plötzlich spürte er, wie er wieder atmen konnte. Er weiß nicht, wie dieser Zauber funktioniert, aber sie hat ihm vorrübergehend die Gabe verliehen, unter Wasser atmen zu können.

Erleuchtung auf Soltrum

Besuch auf dem Meeresgrund

Die Unbekannte half Loxias sich zu befreien und schwamm mit ihm weit auf das Meer hinaus. Sie schwammen durch große Tankwälder und vorbei an Walen, Quallen und anderen Meeresgeschöpfen. Loxias war inzwischen aufgefallen, dass seine unbekannte Retterin nur zur Hälfte die Gestalt einer Elbin besaß und ihr Unterleib wie ein großer Fischschwanz aussah, mit welchem sie sich geschickt durch das Wasser bewegen konnte. Sie führte ihn schließlich zu einer versunkenen Ruine tief auf den Meeresgrund. Dort bracht sie ihn zu einem halb verfallenen Eingang und sie schwammen durch das uralte Gebäude, bis sie zu einer Kammer kamen, die mit Luft gefüllt war und ein großes Becken zum Meer besaß, in welchem die Elbin blieb und Loxias beobachtete, der langsam aus dem Wasser stieg. In der Kammer gab es unzählige Kisten und andere Gegenstände, die vermutlich von gesunkenen Schiffen stammten. Auch Lebensmittel und sogar Fässer mit Wasser fand Loxias und die Elbin deutete ihm, sich an diesen zu bedienen.

Dann begann sie mit einer melodischen Stimme auf Elbisch mit ihm zu reden, doch Loxias verstand sie leider kaum, da er nur wenige elbische Begriffe kannte. Sie schien ebenfalls kein Theranisch zu sprechen, aber hörte seinen Worten geduldig zu. Loxias wusste nicht genau, was sie von ihm wollte und ob sie ihn nur aus Langeweile gerettet und in diese Kammer gebracht hatte, aber er begann einfach ihr seine gesamte Lebensgeschichte und alles Mögliche andere, was ihm gerade in den Sinn kam, zu erzählen. Sie hörte aufmerksam zu und er hatte das Gefühl, dass sie jedes seiner Worte verstand. Sie reagierte sehr freudig, als er über seine Liebe zur Musik redete, und er begann ihr ein Lied vorzusingen, das er in seiner Jugend selbst komponiert hatte. Die Elbin konnte die Melodie sofort mitsummen, als ob sie diese kennen würde.

Die Bitte der Nixe

Irgendwann verschwand die Elbin und ließ Loxias in der Kammer allein. Nach langem Warten tauchte sie wieder auf und blickte Loxias auffordernd an. Sie streckte ihre Hand, welche zwischen den zarten Fingern Schwimmhäute besaß, nach ihm aus und forderte ihn auf, naher zu kommen. Loxias trat an sie heran und sie berührte seine Stirn mit einem ihrer Finger. Dann hörte Loxias plötzlich eine Stimme in seinem Kopf, die wie ihre klang. Diesmal jedoch verstand er sie, da der Inhalt ihm nicht über Worte vermittelt wurde.

Sie sagte zu ihm, dass sie auf jemanden wie ihn gewartet hat und dass sie seine Hilfe braucht, um etwas zu retten, was ihr sehr wichtig ist. Sie sagte, dass wenn Loxias ihr helfen würde, er selbst auch eine Chance bekommen würde, die goldene Katze zu finden, die er sucht. Loxias, der bei ihren Worten sofort an den Wolkenluchs bei Clarius Heiligtum denken musste, war einverstanden. Er wusste nicht, warum er der fremden Elbin mit Fischschwanz so bedingungslos vertraute, aber er spürte, dass sie eine große Rolle bei dem Weg zur Findung seines eigenen Schicksals zu spielen hat.

Also fragte Loxias, was sie von ihm verlangt. Sie sagte, dass sie ihn zu einem Ortbringen wird, wo er sein wahres Talent entdecken müsse. Mehr sagte sie nicht und nahm ihren Finger von seiner Stirn. Dann zog sie ihn sanft zu sich herüber und gab ihm erneut einen Kuss auf den Mund. Loxias verstand und merkte, wie sich seine Lungen veränderten, während sie ihm ihren mysteriösen Odem einhauchte.

Loxias neue Heimat

Dann tauchten sie wieder gemeinsam durch die Ruinen und die Elbin führte ihn aus dem alten Gebäude, welches unzählige Abzweigungen besaß, wieder hinaus auf den Meeresboden. Auf dem Weg sah Loxias, dass die Elbin nicht allein war und es andere Frauen mit Fischschwanz gab, die ebenfalls in dieser Ruine herumschwammen und die beiden beobachteten. Dann fasste Loxias Retterin seine Hand und zog ihn dann mit an die Wasseroberfläche, direkt über den Ruinen. Loxias streckte mitten im Meer seinen Kopf hinaus und sie deutete auf eine Insel mit einem großen Berg. Dann schwamm sie mit ihm dorthin und setze ihn an einer kleinen Bucht ab. Er stieg aus dem Wasser und merkte bereits, wie sich der Zauber aus seinen Lungen verflüchtigte. Die Elbin lächelte ihn noch einmal zu und verschwand dann einfach.

Loxias stand nun allein auf der unbekannten Insel und wusste nicht, was er dort anstellen sollte. Er taumelte über Felsen und Steine und durchquerte einen Wald, bis er fast vor Hunger und Erschöpfung aufgeben wollte. Er dachte, dass sich die Elbin vielleicht doch nur einen Scherz mit ihm erlaubt hatte oder er ihre Bitte nicht richtig verstanden habe. Als er sich kaum noch auf den Beinen halten konnte, bemerkte er im Unterholz ein Knurren und dachte schon, dass er nun sein Ende im Magen eines Raubtieres finden würde. Als er sich umblickte, sah er jedoch eine große, goldene Katze. Es war ein Goldluchs und das magische Tier blickte ihn mit leuchtenden Augen an, die ihn an den Morgen bei Clarius Heiligtum erinnerten.

Der Sonnenberg

Der Goldluchs schien zu wollen, dass Loxias ihn folgt und mit letzter Kraft gelangt ihm dies auch. Er rappelte sich auf und die Katze brachte ihn zu dem großen Berg in der Mitte der Insel. Loxias fand hier Haselsträucher und der Luchs brachte ihm ein Kaninchen zum Braten. Loxias kam durch dieses Mahl wieder zu Kräften und fand bei dem Gipfel des Berges einige Höhlen vor, die unbewohnt zu sein schienen und welche er fortan als Unterschlupf nutzte. Der Goldluchs blieb immer in seiner Nähe und Loxias hatte das Gefühl, dass dieser ihn beschützt, egal wohin er auf dieser Insel geht. Er gab ihm deshalb den Namen „Smintheus“, was in Thera ein Beiname des Clarius ist, welcher genutzt wird, wenn man den Sonnengott als Schützer und Bewahrer vor Unheil anspricht. In der folgenden Zeit teilte Smintheus immer wieder seine Beute mit Loxias und dieser richtete sich in den Höhlen ein.

Loxias verstand zwar noch nicht, warum er hier gestrandet war, aber er hatte dort oben auf der Bergkuppe gleich das Gefühl, dass er irgendwo „Angekommen“ sei. Zwar besaß er nichts mehr und war außer Smintheus vollkommen allein, aber dort oben war er sich selbst näher als jemals zuvor in seinem Leben. Wenn er bei klarer Sicht von der Bergspitze auf die winzig wirkende Inselwelt vor sich hinabsah, wurde ihm immer bewusster, dass er selbst nur ein winziger Bruchteil dieses scheinbar unendlich großen Kosmos ist. Seine früheren Ziele und Träume von Erfolg, Ruhm und Anerkennung rückten immer weiter in die Ferne und erschienen ihn immer törichter und bedeutungsloser. Es war, als ob ihm eine große Last von den Schultern fiel, als er seine eigene Bedeutungslosigkeit dort oben auf dem hohen Berg erkannte. Gleichzeitig fühlte es sich zum ersten Mal eingebunden in etwas Ganzes und verstand, dass er keine großen, ruhmvollen Taten vollbringen muss, um einen Sinn im Dasein zu finden. Zum ersten Mal in seinem Leben fühlte er wahre Demut, Dankbarkeit und Ehrfurcht vor dem Werk der Archonten und er ehrte Clarius dafür, dass dieser ihm mit seinem Licht die Augen für diese Einsicht geöffnet hatte. So erkannte Loxias sich selbst, als er seinen Platz in der Welt erkannte und er überwand durch diese Erkenntnis die Hybris, welche sein Leben zuvor bestimmt hatte.

Die Rückbesinnung auf schriftstellerische Talente

Er war ein ganzes Jahr allein dort und hatte sich an sein neues Leben als Einsiedler gewöhnt. Manchmal ging er zu der Bucht, in welcher er die Elbin das letzte Mal gesehen hatte, aber sie zeigte sich nie wieder. Trotzdem fand Loxias immer wieder Kisten und anderes Treibgut, welches aus Dingen bestand, die er gut gebrauchen konnte, in der Bucht. Die nützlichen Dinge wirkten wie ein stiller Gruß von seiner geheimnisvollen Freundin. Eines Tages fand Loxias eine ganze Kiste mit Pergament samt einer großen Schreibfeder. Er erinnerte sich daran, dass er der Elbin erzählt hat, dass er selbst einmal vorhatte, ein großer Dichter zu werden und am gleichen Abend begann er damit, eine neue Geschichte über seine Erlebnisse auf dem Meeresgrund zu schreiben. Hier oben war er zum ersten Mal wirklich inspiriert, da er frei von allen Ansprüchen und Träumen auf Erfolg und Applaus sich der Muse ohne falsche Maske hingeben konnte. Zum ersten Mal versank er in das künstlerische Schaffen, wie er es vorher noch nie erlebt hatte und es sich in seiner Jugend so sehr gewünscht hatte.

Leben auf Soltrum

Bellrian

Loxias erster Gefährte Bellrian

Loxias war noch ein weiteres Jahr allein, als er eines Tages in der kleinen Bucht, wo er manchmal die Geschenke der Meerelbin fand, plötzlich einen durchnässten Mann liegen sah. Dieser schien ein Schiffbrüchiger zu sein, ganz so wie er selbst es war. Loxias half dem Gestrandeten und nahm ihn mit zu seinen Höhlen. Der Mann sprach kein Theranisch, sondern war Barsaver und schien nicht gerade begeistert darüber zu sein, von einem Feind gerettet worden zu sein. Doch auch er schien die besondere Aura des Berges wahrzunehmen und gesellte sich friedlich zu dem Theraner, mit welchem er anfänglich kein Wort wechseln konnte. Die Männer brachten sich jedoch gegenseitig ihre Sprachen bei, bis sie sich schließlich gegenseitig ihre Geschichten erzählen konnten.

Die Gruppe wird angespült

Loxias und Bellrian blieben nicht lange allein und noch weitere Männer wurden vom Meer wie von Zauberhand in der kleinen Bucht angespült. Sie stammten aus den unterschiedlichsten Völkern und waren die verschiedensten Persönlichkeiten, jedoch hatten sie alle gemein, dass ihre Eitelkeit sie in ein unerfülltes Leben getrieben hatte. Wie auch Loxias machten sie oben auf dem Berg die ersten Erfahrungen der Demut und mit der Erkenntnis, dass sie - wie jeder andere auch - nur ein kleiner Teil des Ganzen sind, fanden sie zu einem Leben voller Gelassenheit und Ruhe. Ihre Gemeinschaft blieb friedlich und die Männer führten ein bescheidenes Leben in Muse.

Die Erfüllung von Loxias Versprechen

Eines Tages wurde der Frieden auf dem Berg jedoch gestört, da die Gemeinschaft von Piraten angegriffen wurde. Diese hatten sich die Insel als Schmuggelposten auserwählt und seit der Gründung von Fuselfels lagerten sie hier ihre Waren. Nachdem sie von der neuen Gemeinschaft auf dem Berg erfahren hatten, stiegen sie hinauf, um diese um Abgaben zu erpressen. Da die Männer ihnen jedoch nichts Wertvolles geben konnten und auch keine Abgaben leisten konnten, nahmen sie Loxias, den sie als Anführer sahen, mit, solange bis sich die Männer überlegt hatten, wie sie die Piraten auszahlen wollen. Loxias wehrte sich nicht und wurde mit auf ihr Schiff genommen und eingesperrt.

Als er in seinem Gefängnis lag, hörte er von draußen plötzlich einen Gesang und trotz seiner Ketten gelang es ihn, zu einem Fenster zu gelangen. Dort sah er die Nixe wieder, die ihn gerettet hatte, welche die Hand zu ihm ausstreckte. Er tat es ihr gleich und er schaffte es, ihre Fingerspitzen für einen kurzen Moment zu berühren. Daraufhin hörte er wieder ihre Stimme in seinem Kopf. Sie sagte, dass er sich an sein Versprechen erinnern soll und das es nun Zeit wird, dass er anfängt, den „Berg der Sonne“ zu beschützen. Dann ließ sie los und verschwand.

Loxias List gegen die Piraten

Loxias verstand nun, dass diese Nixe ihn anscheinend zu einer Art Wächter der Insel gemacht hat, damit der göttliche Berg nicht durch unwissende Verbrecher missbraucht würde. Also setzte Loxias all seinen Ideenreichtum ein und ersann einen Plan, um die Piraten loszuwerden. Er war in dem Lagerraum eingesperrt, in welchem die Piraten auch Teile ihrer Vorräte lagerten. Loxias sah sich um, und bemerkte, dass die Piraten eine große Kiste mit exotischen Früchten aus Ishtur erbeutet hatten, welche schlimme Halluzinationen und Krankheitssymptome auslösen, wenn man diese verdorben isst. Loxias wusste auch, dass diese Früchte schneller verderben, wenn man diese zu feucht lagert.

Also benässte er die sicher und trocken verpackten Früchte mit einem Teil des wenigen Trinkwassers, welches man ihm zu Verfügung stellte, so dass diese bereits am nächsten Tag Spuren von Fäule aufwiesen. Loxias beobachtete kurz darauf, wie die Piraten sich die Früchte holten und er hörte, wie sich die Mannschaft fast darum schlug, einen Teil dieser exotischen Beute abzubekommen. Scheinbar bemerkte niemand von ihnen die Fäulnis, da diese exotische Frucht den Piraten vermutlich das erste Mal untergekommen ist.

Nachdem die Mannschaft also die verdorbene Speise zu sich genommen hatte, setzte Loxias alles auf eine Karte und forderte den Anführer zu sprechen. Der vorlaute Piratenkapitän kam zu ihm und Loxias drohte diesem mit einem furchtbaren Fluch, der seine Mannschaft niederraffen wird. Der Pirat lachte und nahm ihn nicht ernst. Daraufhin sprach Loxias einen „Fluch“ aus. Nach einigen Stunden zeigten die verdorbenen Früchte ihre Wirkung und der Piratenkapitän sah die Ursache des Übels tatsächlich in dem Fluch des alten Mannes. Loxias, der es sowohl im Krieg als auch in der Politik gelernt hatte, rhetorisch zu überzeugen und Gegner mit Worten einzuschüchtern, brachte den Kapitän dazu zu glauben, dass Loxias sie alle mit seiner Magie tötet, wenn sie ihn nicht nach Soltrum zurückbringen. Ängstlich leisteten die Piraten seinen Drohungen Folge und brachten ihn zurück.

Warnung an das Seevolk
Das Zeichen der Gemeinschaft

Loxias sagte ihnen, dass sie nie wieder nach Soltrum kommen sollen oder er würde einen Fluch über das gesamte Seevolk aussprechen. Er malte ihnen noch ein Zeichen in den Sand (siehe rechts) und wies sie an, allen anderen Piraten zu erzählen, dass sie dieses Zeichen zukünftig meiden sollen, wenn ihnen ihr Leben lieb ist.

Es gab immer wieder einige unwissende Piraten, die sich nach dieser Warnung auf die Insel verirrten, aber Loxias und seine Gemeinschaft schafften es jedes Mal diese zu verjagen. Er nutzte dazu sein Wissen über die spektakulären Effekte, welche er in dem Theater von Thera gesehen hatte und mit ein paar selbst gebauten Kulissen, einem mysteriösen Zeichen, einigen Lichteffekten und nicht zuletzt der Hilfe vom Smintheus erlangte Soltrum unter den Piraten bald den Ruf, dass die Insel verflucht sei und man sich von seinen Bewohnern fernhalten solle.

So erfüllte Loxias den Willen der Nixe und bewahrte die Insel davor, sich in ein zweites Fuselfels zu verwandeln. Loxias Gemeinschaft hatte wieder ihre Ruhe und genoss das abgeschiedene Leben auf dem Berg.