Sedevan

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Sedevan
Herrschaftsform: Epistokratie
Herrscher: Der Rat der Zwölf
Gebiet: Medina
Umgebungskarte
Stadplan
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Sedevan ist die Hauptstadt des Hauses Medina.

Sie liegt liegt inmitten der schwer erreichbaren Bergtäler der südöstlichen Gebirge von Shinji Oto. Die Führung des Hauses Medina besteht aus einem Zwölferrat der weisesten, weiblichen Mönche.




Geografie und Lage

Sedevan liegt in einem abgelegenen Bergtal im Südosten Shinji Otos, nicht weit entfernt vom Quell des des Tone-Flusses. Sie ist die größte Siedlung des Hauses Medina und bildet die Wesfront des kleinen und abgeschiedenen Reiches. Die Stadt ist offiziell in nur zwei Bezirke eingeteilt; Die Stadt Sedevan selbst und die heilige Tempelanlage in ihrem Zentrum. Diese Anlage, von den Bewohnern des Subkontinents große Bibliothek genannt, wird von allen Seiten von einem Seitenarm des Tone umflossen und steht doch Jedem offen, der vor Betreten des Tales seine Waffen abgelegt hat.

Sedevan ist auch der Beginn des Pilgerwegs der Shinji Oto, das Ende liegt in Dol Vadit.

Geschichte der Stadt

Nach den beschwerlichen Strapazen der vergangenen Tage blickten wir nun also hinab in das idyllische Tal unter uns. Umgeben von hohen, schneebedeckten Bergen und inmitten der in den wunderbarsten Farben blühenden Kirschbäume liegt das abgeschiedene Zentrum des Hauses Medin: Sedevan. Ich war nie ein Mann großer Gefühle, aber der Duft der Bäume, den sie hier etwas pathetisch Mono no aware nennen - Ein Gefühl der Vergänglichkeit und des Aufbruchs, wenn ich es richtig verstehe - erinnert auch mich an meine Kindheit in Trosk. Einfachere, sorglose Zeiten. Es ist wieder Frühling. Doch während die Barsaver die Blüte als Zeichen neu enstehenden Lebens feiern, sind die Shinji Oto erfüllt von sanfter Wehmütigkeit angesichts der Vergänglichkeit aller Dinge. Als wir uns der gigantischen Tempelanlage im Zentrum des Tales nähern, kommen uns weibliche Mönche entgegen, welche diese Zeit der Blüte zum Aubruch für ihre Pilgerreise nutzen.

Mamercus Porcius Mucus, Auszug aus dem Reisebericht.

Nach der Stille

Das Haus Medina gehörte zu den ersten, die nach dem Ende der Stille wieder Kontakt zu den anderen Häusern aufbauten. Ihre Priester wandern über die alten Pfade entlang der torji und tragen alle verfügbaren Informationen über die Zeit vor der Stille im heiligen Sedevan zusammen. Darum ist es nicht verwunderlich, dass sie sich zu Hütern alles verborgenen und verbotenen Wissens erkoren sehen; mitunter den Zorn anderer Häuser auf sich ziehend. Eine Aufgabe der Priester ist die Rekonstruktion der Geschichte Sedevans selbst. Nur das Matriarchat der Winde selbst kennt alle gesammelten Details, aber die offizielle Version lautet etwa wiefolgt: Die Gründung der Siedlung um das von einer unbekannten, prähistorischen Kultur erbauten Tempelanlage liegt demnach etwa sechs Jahrhunderte zurück. Der damals herrschende Fürst Yōmei, ein Ahn Fumihitos war schwer erkrankt und legte daher ein Gelübde ab, den Göttern zum Dank für seine Gesundung die Anlage zu restaurieren und in ihrer Anbetung einzusetzen. Dieses Gelübde konnte er nicht mehr einhalten, da er kurz darauf verstarb. Sein Sohn, der junge Fürst Shōtoku, verbot darauf hin das Gebet zu den Göttern auf dem Grund des Tempels und legte den Priestern statt sinnloser Anbetungen die Ansammlung von nützlicherem Wissen nahe. Die Priester, damals noch eine rein männliche Profession, legten daraufhin das erste Bibliotheksgebäude an, welches heute als inneres Heiligtum bekannt ist und genutzt wird. Das Haus Qom und auch einige Priesterinnen Sedevans bezweifeln heute jedoch die Korrektheit einiger Details dieser Geschichte. Das Beten ist nach der Stille jedenfalls erlaubt und häufig praktiziert.

Medin Yozakura

Wenig ist bekannt über die frühe oder gar mythische Zeit der Tempelanlage. Allgemein anerkannt ist die Einführung der aktuellen Nutzung durch die erste Hohepriesterin Medin Yozakura Gründerin des Hauses und Mutter des Matriarchats der Winde. Ihre (rein spirituelle) Macht in der Zeit vor der Stille sucht ihresgleichen. Ihre Güte und Friedfertigkeit prägt noch heute das Auftreten und Bild der Vertreter des Hauses auf dem gesamten Subkontinent. Die Frauen ahmen in Kleidung und mit kosmetischen Mitteln ihre Darstellungen auf Malereien und Statuen nach, Mönche und Priesterinnen üben sich im Befolgen ihrer überlieferten Lehren. Bei aller dargestellten Friedfertigkeit wird häufig der Einfluss des Hauses Medina auf die politischen Geschicke Shinji Otos unterschätzt. Das Matriarchat hat einen eisernen Griff auf Literatur und historische Kunstwerke und bei aller dargestellten Öffnung von Wissen für die Allgemeinheit findet zeitgleich eine massive Zensur auf alles Wissen vor der Stille statt, über die nicht geredet wird.

Bündnis mit Qom

Mediner und Qomer leben in der Gegenwart in einer Symbiose, welche das mächtigste Bündnis des Subkontinents bildet. Während Qom über militärische Bewaffnung und Technologien verfügt, die nicht einmal die Arakpiraten erreichen, bringt Medina Wissen und Spiritualität in das Bündnis ein. So findet auch seit zwei Dekaden ein reger Austausch statt. Die Priester der Medina schicken Gelehrte und Lehrer nach Thalos und erweitern beispielsweise das einst zerstückelte Wissen der Schmiedekunst, während die Stadt der Rostdächer ihrerseits Schwerttänzer entlang des gesamten Pilgerpfads bis zu den Grenzen Sedevans postiert hat, um Wanderer vor jedwedem Unbill zu bewahren.

Handel mit Madras und Formosa

Nach dem Ende der Stille dauerte es einige Jahre, bis die Kommunikation der Häuser untereinander wieder aufgebaut wurde. Zu den jüngeren Handelsbeziehungen der Insel gehören wohl die Sedevans mit den Waldbewohnern der Madras sowie den meeresreisenden Formosern. Während erstere vor allem ihre Holzressourcen zum Erhalt der Temeplanlage gegen das reichhaltige Wissen der Mediner tauschen, sucht Sedevan mit letzteren vor allem den Kontakt, da diese seit einigen Dekaden über Thera Teil einer größeren, immer mehr Fragen aufwerfenden Welt geworden sind.

Lokalitäten

Gasthäuser

  • "Platzhalter", Gasthaus

Geschäfte

  • "Platzhalter" - Platzhalterbeschreibung

Besondere Orte

Persönlichkeiten

Das Matriarchat der Winde

Im Gegensatz zu den wandernden Priestern und Priesterinnen der Medina verlassen die rein weiblichen Mitglieder des Rats der Zwölf das Tempelgelände nach ihrer Ernennung nie mehr - bis zu ihrem Tode. Erst nachdem die sterblichen Überreste einer Matriarchin über die Drachenbrücke verbracht wurden, kann eine neue Zwölfte ernannt werden. Die ernannten Weisen geben mit ihrer Ernennung auch ihren sterblichen Namen ab und erhalten stattdessen eine numerische Bezeichnung relativ zu ihrer Position im Kollektiv. Nur die Dienstälteste heißt nicht Erste, sondern in Gedenken an die erste Tochter der seibomedin, Anesidora. Tatsächlich besitzen alle Mitglieder des Matriarchats ein gleichwertiges Vetorecht, wodurch Entscheidungen in strittigen Fragen Wochen oder Monate dauern können. Manche der Priesterinnen Medinas werden blind geboren. Diese gelten als gesegnet und werden häufig im Laufe ihres Lebens zu Mitgliedern des Matriarchats.


Kolonien

Zur Stadt Sedevan gehören folgende Dörfer (Kolonien):

  • Tonemura ist ein Dorf nordöstlich Sedevans an der Quelle des Tone.


Landschaften

  • Die Frostzinnen sind ein Gebirge im südöstlichen Shinji Oto.
  • Tone ist ein Fluss im Südosten von Shinji Oto, der sich von den Frostzinnen bis nach Dol Vadit erstreckt und südlich der Bucht von Chrysal ins Meer mündet.


Die große Bibliothek

Entgegen der nüchternen Bezeichnung handelt es sich bei der großen Bibliothek der Mediner nicht um ein Gebäude, sondern eine gigantische Templanlage. Diese Anlage stellt zugleich den zentralen Stadtteil Sedevans dar und ist auf allen Seiten von einem geweihten Flußlauf umgeben. Für gewöhnlich betreten nur die Priesterinnen die heilige Anlage, mit Ausnahme einiger spezifischer Orte steht die Bibliothek jedoch prinzipiell allen offen, die Erleuchtung suchen.

Ryukyo (Die Drachenbrücke)

Diese Bogenbrücke führt über den heiligen Fluß zur großen Bibliothek. Sie ist der einzige Weg, auf dem man trockenen Fußes das Innere der Anlage betreten kann. Sie besteht aus dem zinnoberroten Holz des Götterbaums, einer in Medina beheimateten Art der Bittereschen. Vor ihrem äußeren Zugang beschützen die beiden einzigen bewaffneten Wachen des medinischen Tals, abgesandte Schwerttänzer aus Qom die Anlage vor unbefugtem Zutritt.

Dairiseki (Die marmorne Ebene)

Den Pfaden und Plätzen zwischen den Tempelanlagen liegen enorme Quader von hellem Marmor zugrunde. Ihr Ursprung und die gigantische Anstrengung, die ihr Transport in das Bergtal gewesen sein muss, ist spätestens mit der Stille im Mythos der Temeplanlage untergegangen. Die einzelnen Marmorfliesen sind bis zu drei Rechtsschritt groß und kaum von Menschenhand zu bewegen. Die Grünflächen zwischen den Anlagen und den Fliesen werden nur von Priestern betreten, welche die Kirschbäume pflegen oder das Grün zuschneiden. Angeblich war das Verlassen der Dairiseki einst bei Todesstrafe verboten, doch diese Praxis wurde vor langer Zeit vom Matriarchat abgeschafft. Heute schlendern Priester und Mönche friedlich einzeln oder in kleinen Gruppen umher, führen erleuchtende oder philosophische Gespräche und bieten Gästen ihre nahezu uneingeschränkte Hilfsbereitschaft.

Ōgon Kondo (Die Goldene Halle)

Die Haupthalle. Hier befinden sich die zentralen Heiligtümer, denen der Tempel geweiht ist, unter anderem eine Dreiergruppe von überlebensgroßen Granitstatuen: Das Himmelspärchen der itchi-game Izanagi und Izanami, etwas kleiner die Geschwister Amaterasu und Tsukuyomi auf ihrer Linken sowie die Brüder Susanoo und Okoninushi auf ihrer Rechten. Im vorderen Bereich der Halle stehen diverse geschnitzte Wächterfiguren aus Kampferholz, die über besiegten, kauernden Geistern thronen. Insofern diese konkrete Entitäten darstellen, sind ihre Namen nicht überliefert. Das gros der hier aufbewahrten Bücher beschäftigt sich mit der Lobpreisung der Götter und ihrer Schöpfungsgeschichte.

Naras Pagode

Nara no hime miko war der Name einer Fürstentochter des Adelsgeschlechts von Adoran, von der heute kein Bild mehr überliefert ist. Sie wurde unter einem ungünstigen Stern geboren und die Medici erklärten sie für nicht lebensfähig. Doch der damalige Fürst, ihr Vater, blickte der Neugeborenen in die Augen und erklärte ihre Tapferkeit für stärker als die Grausamkeit des Schicksals. Sie lebte zur Überraschung aller exakt fünf Jahre, bevor sie eines Morgens zur großen Trauer des Fürsten kalt in ihrem Bettchen lag. Zu ihrem Gedenken ließ er die fünfstöckige Pagode erbauen. Sie ist das höchste Holzgebäude Shinji Otos und eine architektonische Meisterleistung. Im Erdgeschoss werden diverse Tonfiguren aus der Zeit vor der Stille ausgestellt. Die oberen Stockwerke werden seit Generationen nicht betreten. Es ist unsicher, ob die Struktur des alten Gebäudes das Gewicht eines Erwachsenen tragen würde.

Die Halle der Vorträge

Diese Halle diente ursprünglich den Mönchen zum Studium und zur Abhaltung von Gedenkfeiern. Sie wurde vor einigen Dekaden von einem Blitz getroffen und brannte bis auf die Grundmauern ab. Die heutige Halle wurde mithilfe madrasischem Holz neu erbaut. Sie dient dem Halten diverser Vorträge, unter anderem der Veröffentlichung von Beschlüssen des Matriarchats der Winde. Auch Gastbeiträge fremder Häuser werden hier abgehalten.

Das Innere Heiligtum

Während in früheren Zeiten die ersten gesammelten Werke in diesem Bau beherbergt waren, dient das Heiligtum hetue der Verwahrung besonders seltener und wertvoller Bücher sowie einiger anderer Reliquien. Vor allem das Wissen über die Zeit vor der Stille wird hier aufbewahrt. Die innerste Kammer wird von vier schweigenden Mönchen bewacht, die Meister des unbewaffneten Kampfes sein sollen.

Shōrō (Das Glockenhaus)

Dieses unscheinbare, kleinere Gebäude beherbergt die Drehglocken, welche zu den Gebetszeiten von einem Mönchen bedient werden und ihren Klangteppich über die gesamte Temeplanlage verbreiten. Der gesamte turmartige Bau mit seinen Aushöhlungen und Löchern dient der akustischen Verbreitung der innen verursachten Geräuschkulisse.

Naohyōin (Die Halle von Naohs Seele)

Nach der letzten Begegnung der Seibomedin mit ihrem einzigen Sohn Naoh verlies er das Tal in aller Eile und kehrte niemals zurück. Die Hohepriesterin war darüber sehr betrübt, half doch auch ihre von der Herdgöttin geschenkte Gabe ihr nicht beim Auffinden ihres verschwundenen Kindes. Entgegen aller Beteuerungen ihrer anderen Kinder gab sie sich selbst die Schuld. Sie hatte Naoh nicht genügend vor dem dunklen Teil seines Schicksals, bedingt durch seine gewaltsame Herkunft, geschützt. So ließ sie ein kreisrundes Gebäude auf dem Tempelgelände erbauen, in dessen lichter Halle die geschundene Seele Naohs Zuflucht finden sollte, sobald sein Zorn auf sie sich gelegt hatte. Naoh blieb verschwunden, doch Yozakura verbrachte einen Großteil ihrer letzten Jahre auf Ishtur meditierend in der Naohyōin. Noch heute wird die Halle häufig für zurückgezogene Meditation und Besinnung genutzt.

Yumedono (Die Halle der Visionen)

Ist das Naohyōin eine Gedenkhalle für ihren Sohn, so ist dieser achteckige Pavillion in Gedenken an die heilige Medin selbst errichtet worden. Hier werden die meisten der in der Tempelanlage befindlichen Malereien aus ganz Shinji Oto aufbewahrt. Im Zentrum des Pavillions wacht eine lebensgroße Statue der Hohepriesterin aus Holz mit gütigem Blick über die Kunstwerke. Die Pilgerreise der Mönche endet am Fuße der Statue, an der sie sich an die Reise erinnern und von den interessanten Orten und Menschen erzählen, als weile die Priesterin noch unter ihnen.

Die Hallen des Wissens

Hinter der goldenen Halle finden sich die weitläufigsten und massivsten Tempelanlagen. In diversen Gebäudetrakten werden Abertausende von Büchern aus allen Epochen aus ganz Shinji Oto aufbewahrt. Ihre Ordnung ist ein Geheimnis der stets dort wandelnden und arbeitenden Skriptoren und Illuminatoren, die auf Nachfrage etwas zögerlich, aber stets kompetent bei der Auffindung der gesuchten Literatur helfen.

Shariden (Die Halle der Reliquien)

Der größte Teil der alten Anlage aber befindet sich unter der Erde. Hier werden allerlei Gegenstände und Reliquien aus der Zeit vor der Stille aufbewahrt. Dieser Teil der Bibliothek ist nicht frei zugänglich.

Die Hallen der Zeit

Diese Tempelanlage ist dem ältesten Bruder Amaterasus Tsukuyomi gewidmet. Aus einem unterschiedlich spezifizierten Anlass heraus wird er meist mit einer furchtbar entstellten Fratze (oder der Maske eines youkai) dargestellt. Die Statue in den Hallen der Zeit macht da keine Ausnahme; sein Antlitz ist so furchtbar, dass es vielen nicht vorgewarnten Pilgern Alpträume bescheren soll.